Stratton
© Leonine

Stratton

Stratton
„Stratton“ // Deutschland-Start: 28. Juli 2017 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Eigentlich genießt John Stratton (Dominic Cooper) als Spion einen sehr guten Ruf, der Brite war bereits in zahlreichen kniffligen und gefährlichen Missionen unterwegs. Doch diesmal endet der Einsatz in einem Fehlschlag: Eigentlich hätten er und ein US-amerikanischer Kollege eine biochemische Waffe sicherstellen sollen. Doch sie geraten in einen Hinterhalt, sein Kollege stirbt. Und am schlimmsten: Die Waffe ist nun in den Händen einer Terroristenzelle. Hinter all dem soll der eigentlich seit zwanzig Jahren totgeglaubte russische Spion Grigory Barovsky (Thomas Kretschmann) stecken. Zusammen mit Aggy (Gemma Chan), Cummings (Tom Felton) und Hank (Austin Stowell) macht sich Stratton auf die Suche nach dem Verbrecher, um die Katastrophe noch verhindern zu können …

Sie erfreuen sich doch immer wieder größerer Beliebtheit: Geschichten um Agenten und Agentinnen, die im Geheimen die Welt retten und dabei richtig böse Typen aus dem Weg räumen. Die größte Aufmerksamkeit bekommen dabei natürlich die großen Platzhirsche James Bond, Jason Bourne und Ethan Hunt, die in einer Reihe von Blockbustern zu sehen waren, über viele Jahre hinweg, teilweise auch über Jahrzehnte hinweg im Einsatz waren. Eine ähnliche Hoffnung mag man bei „Stratton“ auch gehabt haben. Schließlich liegt dem britischen Film eine Romanreihe von Duncan Falconer zugrunde, die immerhin acht Bände umfasst. Das bot sich dann für ein Filmfranchise an. Daraus wurde aber nichts, der Actionthriller ging 2017 unter. Ein Nachfolger ist bis heute nicht erschienen.

Der Grund ist maßgeblich auch inhaltlich zu suchen. Zwar ist Falconer selbst an dem Drehbuch beteiligt und konnte so seine Figur für das neue Medium aufbereiten. Basierend auf dem fertigen Ergebnis darf man sich aber fragen, weshalb es so viele Bücher in dieser Reihe gegeben hat. Lust macht „Stratton“ zumindest nicht, sich tiefer in die Materie einzulesen. So besteht die Geschichte eigentlich nur aus einer lieblosen Aneinanderreihung von Klischees und Elementen, die man schon zu oft gesehen hat, um noch irgendwie davon mitgerissen zu werden. Die Figuren sind nicht besser. Mehr als Stereotype sind nicht zu finden. Und selbst das wäre hoch gegriffen, da die Charaktere eigentlich zu nichtssagend sind, um überhaupt einem Stereotyp zu entsprechen. Wäre da nicht die bekannte Besetzung, man könnte sich keine einzige Figur merken.

Klar, ein Actionthriller muss nicht zwangsläufig eine gute Geschichte erzählen, damit er Spaß macht. Zumindest teilweise kann man das auch durch die Actionszenen ausgleichen, wenn diese irgendwie imposant umgesetzt wurden oder alternativ mit besonderen Settings arbeiten. Aber auch in der Hinsicht ist „Stratton“ nicht mehr als ein Malen nach Zahlen. Regisseur Simon West hat zwar durchaus Erfahrung in dem Genre, unter anderem hat er zuvor The Mechanic und Con Air gedreht. Das bedeutet aber nicht, dass er deshalb auch etwas Interessantes zu zeigen hat. Tatsächlich ist der Film hier ebenso wie beim Inhalt derart austauschbar, dass man sich schon fragen muss: Warum genau sollte man sich das anschauen?

Schauspielerisch ist das jetzt auch nicht gerade überragend. Zwar hat Hauptdarsteller Dominic Cooper bei anderen Genrebeiträgen bewiesen, dass er die notwendige Präsenz und das Charisma hat, siehe etwa Remnick oder Spy City. Hier ist davon aber nur wenig zu sehen. Wobei auch das mit dem sehr genügsamen Drehbuch zusammenhängt, das ihm und den anderen keinen Anlass zum Glänzen bietet. Das Ergebnis mag nicht ganz so katastrophal sei, wie die damaligen Kritiken behaupteten. Da gab es schon Agentenfilme, über die man sich mehr aufregen konnte oder vielleicht sogar musste. „Stratton“ ist vielmehr so belanglos, dass man im Anschluss schon gar nicht mehr sagen kann, ob man ihn überhaupt gesehen hat.

Credits

OT: „Stratton“
Land: UK
Jahr: 2017
Regie: Simon West
Drehbuch: Duncan Falconer, Warren Davis II
Vorlage: Duncan Falconer
Musik: Nathaniel Méchaly
Kamera: Felix Wiedemann
Besetzung: Dominic Cooper, Gemma Chan, Austin Stowell, Tyler Hoechlin, Tom Felton, Olegar Fedoro, Thomas Kretschmann

Bilder

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Stratton
fazit
In „Stratton“ jagen ein britischer Geheimagent und seine Crew einen Terroristen, der eine gefährliche Waffe haben soll. Die Romanadaption bietet weder bei der Geschichte noch den Figuren etwas Interessantes, die Actionszenen sind ebenfalls nicht mehr als Malen nach Zahlen. Anschauen kann man sich das Ergebnis schon. Unklar ist nur, warum man das tun sollte.
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