Armored
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Armored

Armored
„Armored“ // Deutschland-Start: 4. Februar 2010 (Kino) // 15. Juli 2010 (DVD)

Inhalt / Kritik

So sehr sich Ty Hackett (Columbus Short) auch abmüht, nach dem Tod der Eltern für seinen jüngeren Bruder Jimmy (Andre Kinney) zu sorgen, es reicht hinten und vorne nicht aus. Jetzt droht auch noch der Verlust des Familienhauses. Als Mike Cochrane (Matt Dillon), der in derselben Sicherheitsfirma arbeitet, vorschlägt, mit anderen einen Überfall auf einen Geldtransport vorzutäuschen, will Ty davon zunächst nichts wissen. Am Ende stimmt er aber zu, der finanzielle Druck ist zu groß. Schließlich hat Mike versprochen, dass niemand verletzt wird. Wie auch, wenn alles nur vorgetäuscht wird? Doch als die beiden zusammen mit Baines (Laurence Fishburne), Dobbs (Skeet Ulrich), Quinn (Jean Reno) und Palmer (Amaury Nolasco) ihren Coup beginnen, haben sie einen unvorhergesehenen Zeugen – und plötzlich eskaliert die Geschichte …

Ein Verbrechen aus Verzweiflung

Heist Movies erfreuen sich immer mal wieder größerer Beliebtheit. Im Laufe der Zeit hat dieses Segment Klassiker wie Rififi oder Ocean’s Eleven hervorgebracht, die man sich auch Jahrzehnte später noch gern anschaut. Denn es kann schon Spaß machen, dabei zuzusehen, wie eine Gruppe sich lange auf einen Coup vorbereitet und auf raffinierte Weise Geld, Juwelen oder andere Schätze an sich nimmt. Aber nicht jeder Versuch, mit einem solchen Überfall bzw. Diebstahl ein Publikum für sich zu gewinnen, ist auch von Erfolg gekrönt. So ging Armored 2009 ziemlich unter, obwohl man ein durchaus namhaftes Ensemble für den Film gewinnen konnte. An den Kinokassen wurde der Thriller zu einem Verlustgeschäft. Die Kritiken fielen nur mittelprächtig aus.

Dabei ist das Szenario eigentlich interessant. Während es bei regulären Heist Movies darum geht, ein tatsächliches Verbrechen zu begehen, soll dieses hier nur vorgetäuscht werden. Einen wirklich raffinierten Coup, wo es darum geht, Schwachstellen herauszufinden, Abläufe zu beobachten und Menschen zu verfolgen, braucht man hier nicht zu erwarten. Denn es gibt ja keinen Überfall. Armored handelt dann auch weniger von diesem Coup an sich, sondern von dem davor und dem danach. Das davor ist wichtig, um die Figuren zu etablieren. Schließlich soll das Publikum bei solchen Filmen trotz allem mitfiebern und die Daumen drücken, obwohl die Protagonisten ein Verbrechen begehen. Aber es macht dann doch, zumindest gefühlt, einen Unterschied, ob man nur aus reiner Gier stiehlt oder sich um den kleinen Bruder kümmern muss, nachdem die Eltern gestorben sind.

Irgendwie beliebig

Allerdings interessiert sich der Film für diese Unterschiede später kaum noch. Es gibt Differenzen zwischen den Figuren, gerade auch, als die Geschichte eskaliert und doch jemand getötet wird. Armored verzichtet aber darauf, tatsächliche Diskussionen zu starten oder nuancierte Charakterzeichnungen anzulegen. Stattdessen kommt es zu einer Art Belagerungssituation, bei der sich verschiedene Personen unversöhnlich gegenüberstehen und plötzlich alles möglich ist. Das muss man dann nicht unbedingt nachvollziehen können, teilweise ist das schon recht willkürlich, wie sich die einzelnen Figuren verhalten. Das macht sie auch etwas austauschbar, die anfänglichen Versuche werden so wieder zunichtegemacht.

Zumindest phasenweise ist das Ergebnis dennoch spannend. Regisseur Nimród Antal (Predators, Retribution – Vergeltung) hat eine Art Kammerspielthriller gedreht, der von einer Pattsituation erzählt. Beide Seiten kommen nicht weiter. Das ist immer eine nervenaufreibende Situation, bei der sich die Lage auch weiter und weiter zuspitzt. Schließlich drängt so oder so die Zeit. Armored ist auch relativ kurz, mit einer Laufzeit von unter anderthalb Stunden bleibt nicht viel Zeit für Langeweile. Aber es wird eben nicht das erhoffte Highlight draus. Gerade zum Ende hin lässt der Film nach, obwohl es dann sogar richtig zur Sache geht. Nur wird es dabei so beliebig, dass das keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Insgesamt ist das okay, mehr aber nicht.

Credits

OT: „Armored“
Land: USA
Jahr: 2009
Regie: Nimród Antal
Drehbuch: James V. Simpson
Musik: John Murphy
Kamera: Andrzej Sekuła
Besetzung: Matt Dillon, Jean Reno, Laurence Fishburne, Amaury Nolasco, Milo Ventimiglia, Skeet Ulrich, Columbus Short, Fred Ward

Bilder

Trailer

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Armored
fazit
In „Armored“ wollen einige Männer einen Geldtransport ausnehmen, für den sie selbst arbeiten. Das fängt vielversprechend an, wird später aber zu beliebig – auch bei den Figuren. Insgesamt reicht es für einen leidlich spannenden Thriller, bei dem jedoch mehr möglich gewesen wäre.
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