
Wenn es darum geht, die Tiere und die Natur zu schützen, nimmt es Mabel Tanaka mit allen auf. Das bekommt gerade auch Jerry Generazzo, Bürgermeister von Beaverton, zu spüren, mit dem sie sich regelmäßig anlegt. Aktuell ist es sein Plan, einen Freeway zu errichten, der ihr sauer aufstößt. Denn dafür müsste der Teich weichen, an dem sie als Kind viel Zeit mit ihrer inzwischen verstorbenen Großmutter verbracht hat. Was soll denn dann mit den ganzen Tieren geschehen? Tatsächlich aber gibt es dort schon länger keine mehr, weshalb Mabels Proteste ohne Erfolg bleiben. Wenn sie den Teich retten will, müssen dort erst wieder welche angesiedelt werden. Biber wären sehr gut. Als sie zufällig auf eine Technologie stößt, mit der sich ihr Bewusstsein in einen Tierroboter übertragen lässt und sie auf diese Weise mit der Fauna kommunizieren kann, sieht sie ihre Chance gekommen, doch noch den Freeway zu verhindern …
Tierisch verrückter Spaß
Dass das früher erfolgsverwöhnte Animationsstudio Pixar seit einiger Zeit in einer Sinnkrise steckt, ist kein Geheimnis. Seit Corona haben Animationsfilme, die nicht Teil eines Franchises sind, in den Kinos oft zu kämpfen. Und davor ist eben auch die Edelschmiede nicht gefeit. Während das Gefühlschaos von Alles steht Kopf 2 ein absoluter Blockbuster wurde, der mehrere Rekorde gebrochen hat, wurde das Science-Fiction-Abenteuer Elio zum Flop. Der letzte große Original-Hit Coco – Lebendiger als das Leben liegt viele Jahre zurück. Kein Wunder also, wenn die Pläne sich in Zukunft auf die bewährten Titel konzentrieren. Erst einmal sind aber alle Augen auf Hoppers gerichtet, der 30. Langfilm des Studios. Denn der bringt eigentlich alles mit, was es für einen Kinohit bräuchte, muss aber ohne große Namen auskommen.
Wobei zumindest Animationsfans hellhörig werden dürfen. Schließlich handelt es sich hierbei um den ersten Kinofilm von Daniel Chong. Der arbeitete früher schon für Pixar, wurde aber primär durch die von ihm entwickelte Serie We Bare Bears über drei befreundete Bären bekannt, die Ende 2020 mit dem Film We Bare Bears: Der Film abgeschlossen wurde. Mit seinem ersten Kinoauftritt bleibt Chong dem tierischen Thema treu, fand aber einen ganz eigenen Kniff, wie er uns die Fauna näherbringen kann. Die Idee, einen Menschen in einen Tierroboter zu versetzen, der dann mit Tieren kommuniziert, ist schon ein witziger Ansatz. Diese Körpertauschelemente führen zu zahlreichen komischen Szenen, wenn Mabel natürlich keine Ahnung hat, wie sie sich als richtiger Biber zu verhalten hat. Wobei aber auch die verschrobenen Figuren ihren Anteil daran haben, dass Hoppers durchgängig gut unterhält und wie bei den besten Pixar-Filmen die ganze Familie ihren Spaß haben kann.
Ökologie trifft auf Herz
Dabei hat der Film aber auch wieder einiges zu sagen. Im Mittelpunkt steht natürlich die ökologische Botschaft, wenn sich Mabel für den Schutz von Tieren und Natur ausspricht. Da wird die Schönheit unserer Welt mit der Gier der Menschen kontrastiert. Wobei Hoppers durchaus auch um Ambivalenz bemüht ist. Nicht nur, dass da einige Tiere sind, die nicht weniger antagonistisch auftreten und dabei eine ganz eigene Form von Grausamkeit demonstrieren. Es finden sich zudem mehrere Menschen, die eben doch für eine heile Welt kämpfen. Damit verbunden ist ein kleineres Thema, das dennoch vielen aus den Herzen sprechen wird. So verzweifelt die Protagonistin daran, all das Schlechte in dieser Welt beseitigen zu wollen, dabei aber regelmäßig zu scheitern. Inmitten der Heiterkeit und verrückten Abenteuer warten auf diese Weise sehr emotionale Momente, in denen die Hoffnungslosigkeit überhandnimmt.
Ein weiterer Grund, sich den Film anzuschauen, ist natürlich wieder die Optik. Denn auch wenn die inhaltliche Qualität der Pixar-Werke schwanken kann, bei den Bildern kann man nie meckern. Und das gilt dann eben auch für Hoppers. Dieses Mal entschied man sich für eine cartoonigere Variante. Diese kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn wir Teil der Tierwelt werden und diese dann anders aussieht als beim Blick von außen. Soll heißen: Die Tiere sehen anders aus, wenn sie unter sich sind, als wenn Menschen sie sehen – vergleichbar zum Anime-Klassiker Pom Poko. Zusammen mit den idyllischen Landschaften und den warmen Farben gibt es so eine Menge zu sehen. Insgesamt ist das hier daher wieder ein rundum gelungener Beitrag in der Filmografie von Pixar, dem man jeden Erfolg wünschen würde. Nun muss nur noch das Publikum mitziehen.
OT: „Hoppers“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Daniel Chong
Drehbuch: Jesse Andrews
Musik: Mark Mothersbaugh
Animation: Pixar
Wer mehr über die Geschichte von Pixar erfahren möchte: In unserem Themenspecial verraten wir euch mehr über das berühmte Animationsstudio und stellen Dutzende von Werken vor.
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