Falsche Versprechen Les promesses TV Fernsehen arte Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© Jérôme Prébois

Falsche Versprechen

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„Falsche Versprechen“ // Deutschland-Start: 26. Februar 2026 (arte)

Inhalt / Kritik

Die zweite Amtszeit von Clémence Collombet (Isabelle Huppert), die als Bürgermeisterin in einer Banlieue von Paris arbeitet, geht ihrem Ende zu. Doch da ist noch ein Projekt, das sie gern vorher abschließen würde: Immer wieder hatte sie eine Sanierung des Viertels mit staatlichen Fördermitteln versprochen, jetzt soll dieses Versprechen endlich eingelöst werden. Einfach ist das nicht, schließlich braucht es dafür jede Menge Geld. Und dieses muss erst einmal organisiert werden. Mit Hilfe ihres Kabinettschefs Yazid (Reda Kateb), der selbst aus der Banlieue kommt, versucht sie, das Unmögliche noch möglich zu machen, stößt dabei jedoch immer wieder auf Hindernisse. Während Collombet langsam die Zeit davonläuft, kommt es in den heruntergekommenen Wohnhäusern zu einem Zwischenfall, der alles zunichtemachen könnte …

Kampf gegen den Verfall

Es gibt sie nicht eben wenige: französische Filme über die Banlieues. Am meisten Eindruck hinterließen sicherlich die Titel, welche diese von Armut, Perspektivlosigkeit und Gewalt geprägten Orte als Problemviertel kurz vor dem Kollaps porträtieren. Ein echter Festivalhit war beispielsweise Die Wütenden – Les Misérables um überforderte Polizisten und eine Nachbarschaft, die einem Pulverfass gleicht und in jeder Sekunde explodieren könnte. Ein positiveres Bild vermittelten der Spinnenhorrorfilm Spiders – Ihr Biss ist der Tod und das Drama Gagarin – Einmal schwerelos und zurück, bei denen ein echter Zusammenhalt gezeigt wurde. Irgendwo dazwischen liegt Falsche Versprechen. Denn auf der einen Seite sehen wir hier eine Welt des Zerfalls, wenn die Häuser eigentlich längst nicht mehr bewohnbar sind. Aber man sieht eben auch Leute, die für eine bessere Situation kämpfen und noch nicht alles aufgegeben haben.

Im Mittelpunkt steht dabei die Politikerin, für die es quasi eine Herzensangelegenheit ist, dieses Projekt noch umzusetzen. Daraus hätte man leicht ein Wohlfühldrama machen können über Menschen, die gegen große Hindernisse ankämpfen und dabei am Ende siegreich sind. Ganz so einfach macht es sich Regisseur und Co-Autor Thomas Kruithof aber nicht. Nachdem er in seinem Spionagethriller Operation Duval – Das Geheimprotokoll ausgiebig mit dunklen Geheimnissen und einem Mann, der ein kleines Rädchen in einer großen Maschine ist. Falsche Versprechen demonstriert, wie wenig Einfluss Einzelne haben, selbst wenn sie das vorher glaubten. Und der Film demonstriert, wie wichtig Macht ist, um etwas durchsetzen zu können. Diese Macht zu suchen, ist deshalb nicht per se verkehrt, eher ein notwendiges Übel.

Sehenswerter Blick hinter die Kulisse

Doch so wichtig es ist, diese Macht zu haben, wenn man etwas bewegen möchte, geht sie nicht folgenlos an einem vorbei. Zwar ist die Protagonistin weit von dem Bild eines selbstsüchtigen Politikers entfernt, der für den eigenen Vorteil alle Skrupel ablegt. Und doch ist das zuweilen etwas zweifelhaft, was die scheidende Bürgermeisterin da tut. Nur weil die Absicht gut ist, heiligt das dann unbedingt die Mittel? Falsche Versprechen handelt eben auch davon, wie Macht verführen und korrumpieren kann. Wie jemand, der etwas Gutes tun möchte, deswegen nicht automatisch gut ist. Hier wird nicht verurteilt, sondern werden Fragen gestellt, die so einfach gar nicht zu beantworten sind.

Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht spannend. So will man beim Drama, das 2021 in der Sektion Orizzonti der Filmfestspiele von Venedig Weltpremiere hatte, zum einen wissen, ob das Projekt noch klappt oder nicht. Aber eben auch, wie weit die Figuren bereit sind zu gehen. Ein bisschen ist es dabei schade, dass die Figurenzeichnung nicht interessanter geworden ist. Die Charaktere sind teilweise nur ein Mittel zum Zweck, was auch das prominente Ensemble nicht ganz überspielen kann. Dennoch, Falsche Versprechen ist ein sehenswerter Blick hinter die Kulissen des Politbetriebs, der dem Publikum vor Augen führt, wie schwierig es sein kann, seinen guten Willen zu behaupten.

Credits

OT: „Les Promesses“
Land: Frankreich
Jahr: 2021
Regie: Thomas Kruithof
Drehbuch: Thomas Kruithof, Jean-Baptiste Delafon
Musik: Grégoire Auger
Kamera: Alexandre Lamarque
Besetzung: Isabelle Huppert, Reda Kateb, Naidra Ayadi, Jean-Paul Bordes, Soufiane Guerrab, Laurent Poitrenaux, Hervé Pierre

Bilder

Trailer

Filmfeste

Venedig 2021

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Falsche Versprechen
fazit
n „Falsche Versprechen“ kämpft eine scheidende Bürgermeisterin darum, die überfällige Sanierung einer Banlieue doch noch zu ermöglichen. Der Film zeigt dabei einerseits die Herausforderungen in der Politik, aber auch die Ambivalenz von Macht, wenn man sie einerseits braucht, sie andererseits korrumpieren kann. Das ist spannend und gut gespielt, auch wenn die Figuren nicht sehr in die Tiefe gehen.
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