Zwischen Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter befindet sich in der Star-Wars-Galaxis das Imperium noch fest im Sattel, gleichzeitig gedeihen jedoch auch Verbrechersyndikate wie die Hutts, Crimson Dawn oder die Pykes. Das bietet Gelegenheit für zahlreiche Gauner, ihr Glück zu versuchen und mit der Erledigung von Aufträgen für die Syndikate eine Menge Credits zu machen. In Ubisofts Star Wars Outlaws spielt man eine solche Gaunerin namens Kay Vess, eine Diebin, die in letzter Zeit wenig Glück gehabt hat und nun auf der Suche nach einem großen Coup ist. Dass Kay keine bereits etablierte Figur im Star-Wars-Universum ist, tut dem Spiel gut; die Handlung muss hier nicht in einen bereits bekannten Lebenslauf gepresst werden.
Auf der Seite des Verbrechens
Outlaws erschien 2024 für Playstation 5, Xbox Series X/S und PC. Im September 2025 wurde eine Version für die inzwischen veröffentlichte Switch 2 hinterhergeschoben, die auch die beiden mittlerweile erschienenen DLCs enthält. Als Third-Person-Action-Adventure versetzt einen das Spiel an mehrere bekannte und unbekannte Orte der weit, weit entfernten Galaxis, etwa den aus Der Aufstieg Skywalkers bekannten Planeten Kijimi oder die hier erstmals vorkommende Welt Toshara. In einem Spiel über Diebe und Verbrechersyndikate darf natürlich auch der Wüstenplanet Tatooine mit seiner verruchten Cantina nicht fehlen. Das Spiel beginnt mit einem Tutorial-Abschnitt auf Canto Bight, wo der Spieler mit Kay und ihrem kleinen Gefährten Nix (zu ihm gleich mehr) einen ersten Auftrag erledigt und dabei die Grundlagen der Steuerung und des Spielablaufs kennenlernt.
Ähnlich wie in Ubisofts bekanntester Spielereihe Assassin’s Creed erforscht man hier eine offene Spielwelt – bzw. mehrere, denn man kann ab einem gewissen Punkt der Handlung frei zwischen mehreren Planeten hin und her fliegen, auf denen man dann zwar nicht die gesamte Planetenoberfläche, aber immer noch ein ausreichend großes Gebiet erforschen kann. Kays bekommt von ihren Kontaktleuten Aufträge; zu deren Erledigung muss sie etwa in eine Munitionsfabrik des Imperiums eindringen oder sich durch das Gebiet eines feindlichen Verbrechersyndikats schleichen. Schleichen muss man überhaupt immer wieder. Je nachdem, wie geschickt und geduldig man sich dabei anstellt und welche Spieleinstellungen man vorgenommen hat, kann dies mehr oder weniger frustrierend ausfallen. Man wird jedoch selten lange dazu gezwungen und kann meist jederzeit ein offenes Feuergefecht beginnen.
Eine Frage der Gunst
Verscherzt man es sich im Machtspiel der Syndikate mit einem von ihnen, kommt das Ruf-System ins Spiel. Im Menü lässt sich jederzeit nachschauen, wie man in der Gunst der einzelnen Verbrecherclans steht. Ist ein Syndikat einem wohl gesonnen, kann man ohne weiteres in von ihm kontrolliertes Gebiet hineinspazieren. Ist dies aufgrund der im Spiel getroffenen Entscheidungen nicht der Fall, muss man andere Wege finden.
Dabei ist Kays kleiner tierischer Begleiter Nix eine große Hilfe: Mit seiner Hilfe lassen sich sonst unerreichbare Schalter betätigen, Gegenstände herbeischaffen und auch Gegner ablenken. Letzteres funktioniert nicht immer perfekt, aber zumindest die Animation, mit der sich Nix totstellt, sorgt regelmäßig für ein Schmunzeln. Gegen Feinde zur Wehr setzen muss man sich übrigens nicht nur auf Planetenoberflächen, sondern auch im Weltraum, wo einen etwa Geschwader von TIE-Fightern erwarten. Diese Kämpfe fallen jedoch unübersichtlicher und weniger befriedigend aus als die Blastergefechte am Boden.
Hervorragende Atmosphäre
Um sich auf Planeten zwischen Ortschaften fortzubewegen, steht einem ein Speeder zur Verfügung, der genau wie das Raumschiff oder Kays Blaster mit Upgrades versehen werden kann. Einzusammeln gibt es in Outlaws Ubisoft-typisch sowieso eine Menge. Gefühlt an jeder Ecke wartet ein Nebenquest darauf, erledigt zu werden. Das kann in dieser Vielzahl frustrierend wirken, aber natürlich kann man all die zusätzlichen Aufgaben einfach links liegen lassen und sich auf die Hauptstory konzentrieren, die einen für etwa 30 bis 40 Stunden beschäftigen wird.
Das Gameplay hat dabei noch mehr zu bieten als schleichen und kämpfen. Man hackt sich in Computer, knackt Schlösser, schwingt sich über Abgründe oder klettert Mauern hinauf. Natürlich darf in einem Spiel über die Gestalten der Star Wars-Unterwelt auch das bekannte Kartenspiel Sabacc nicht fehlen. Für Abwechslung ist also gesorgt und auch die Präsentation ist gelungen. Die getestete Switch 2-Version mag nicht ganz so toll aussehen wie die anderen Fassungen, aber immer noch ziemlich beeindruckend! Das Star Wars-Feeling wurde optisch und akustisch jedenfalls hervorragend eingefangen. Wer auf Jedi und Lichtschwerter verzichten kann und sich für Schmuggler und Verbrecher interessiert, bekommt hier einiges geboten und kann sich auch schon mal in Minispielen oder Nebenaufgaben verlieren.
Hervorzuheben ist noch die Fülle an Einstellungsmöglichkeiten, die das Spiel bietet. Einzelne Gameplay-Elemente wie das Slicen oder Schlösserknacken lassen sich vereinfachen oder ganz ausschalten. Auch die Schwierigkeit der Kämpfe lässt sich zwischen sehr schwer und dem reinen Storymodus variieren, in dem Kay so gut wie keinen Schaden nimmt. Und auch für Seh- und Hörbeeinträchtigte gibt es hier mehrere Optionen, die ihnen den Genuss des Spiels erleichtern – eine äußerst hilfreiche und vorbildliche Möglichkeit, die man sich gerade in diesem Umfang in mehr Spielen wünscht.
OT: „Star Wars Outlaws“
Land: Schweden
Jahr: 2024
Director: Julian Gerighty, Mathias Karlson
Producer: Lionel Le Dain
Musik: Wilbert Roget II, Jon Everist, Kazuma Jinnouch
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Massive Entertainment
Plattform: Playstation 5, Xbox Series X/S, PC, Nintendo Switch 2
Seit dem Start von Star Wars haben sich die Abenteuer in einer weit entfernten Galaxis zu einem der weltweit bekanntesten Franchises überhaupt entwickelt, mit zahlreichen Filmen und Serien. In unserem Special werfen wir einen Blick zurück auf die Historie der Sternensaga inklusive zahlreicher Kritiken.
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