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101 Dinge, die man über Star Wars wissen muss

„101 Dinge, die man über Star Wars wissen muss“ // Deutschland-Start: 1. Dezember 2023
[tab;Inhalt / Kritik]

„Das Universum der ‚Star Wars‘-Welt ist fast unüberschaubar geworden, stellt Michael Dörflinger im Vorwort zu seinem kleinen Nachschlagewerk 101 Dinge, die man über Star Wars wissen muss fest. Das stimmt in der Tat: Auf George Lucas‘ allerersten Star Wars-Film von 1977 folgten nicht nur mehrere Sequels und Prequels, sondern auch unzählige Romane, Comics, Videospiele und Fernsehserien. Von all den Actionfiguren und sonstigem Merchandise wollen wir hier gar nicht erst anfangen! Nicht nur langjährige Fans verlieren da leicht den Überblick; gerade Neulinge in der Star Wars-Galaxis fühlen sich von der Menge an Material schnell überwältigt. Vor allem ihnen soll Dörflingers Buch Orientierung bieten und einen ersten Überblick verschaffen. Auf weniger als 200 Seiten stellt der Autor Wissenswertes zu Star Wars vor. Das reicht von den Kinofilmen über die wichtigsten Darsteller und andere Hinter-den-Kulissen-Fakten bis hin zu den Einflüssen auf die Saga, den neuen Serien auf Disney+ und schließlich ein paar abseitigeren Fakten.

Für Jüngere und Neulinge

Dass ein dünnes Taschenbuch dabei alles andere als ein komplettes Star Wars-Lexikon sein kann, ist dem Autor durchaus bewusst. So will sein Buch „nur einige wichtige Aspekte“ berühren und wendet sich wie gesagt an Neulinge. Star Wars-Experten werden darin in der Tat kaum mehr für sie Interessantes finden. So werden etwa alle Filme mit kurzen Inhaltsangaben vorgestellt oder den wichtigsten Darstellern wie Harrison Ford oder Mark Hamill eigene Einträge gewidmet. Diese sind nicht alphabetisch sortiert und es gibt auch keinen Index zum Nachschlagen. Sucht man daher nach Informationen zu einem bestimmten Thema, bleibt einem nichts anderes übrig, als das Inhaltsverzeichnis durchzugehen. Immerhin sind die Filme von Krieg der Sterne (1977) bis hin zu Der Aufstieg Skywalkers (2019) in chronologischer Reihenfolge in das Buch eingestreut.

Dass sich der Band nicht nur an Neulinge, sondern gezielt auch an jüngere Leser richtig, lässt die recht einfach gehaltene Sprache erkennen, von der eigentlich nur im Eintrag zu Die dunkle Bedrohung kurz abgewichen wird, wo die gierige Handelsföderation als „Businesstrust mit militärischem Arm“ beschrieben wird – eine Formulierung, die Grundschüler wohl kaum schon verstehen. Allerdings sollte sich jeder Leser – ob alt oder jung – bewusst sein, dass das Buch gnadenlos spoilert: Die Inhaltsangaben zu den Filmen und die Charakterbiographien zu Darth Vader, Luke Skywalker usw. sind zwar stets knapp gehalten, machen jedoch keinen Bogen um das jeweilige Ende der Geschichte bzw. Figur.

Lieblos und willkürlich

Über viele der im Buch meist bloß angerissenen Themen ließen sich eigene Bücher schreiben, etwa zu „Star Wars und Physik“ oder der Frage, ob das von George Lucas erdachte Universum nun eher im Fantasy- oder Science-Fiction-Bereich anzusiedeln ist. Wer also an bestimmten Aspekten, wie etwa dem „Making of“ der Filme, besonders interessiert ist, für den macht es Sinn, lieber gleich zu den entsprechenden Büchern zu greifen. Zudem gibt es ja gerade zu Star Wars auch hervorragende Internetnachschlagewerke wie Wookieepedia (englisch) oder Jedipedia (deutsch). Da Star Wars unter der Regie des Disney-Konzerns nach wie vor unaufhaltsam und rasant wächst, ist ein gedrucktes Buch natürlich schnell überholt. So findet sich etwa ein Eintrag zu einer geplanten Serie über Lando Calrissian, der deren Erscheinungsdatum auf 2023 datiert. Tatsächlich ist die Serie nicht nur noch nicht erschienen, sondern es wurde inzwischen bei Lucasfilm die Entscheidung gefällt, statt einer Serie einen Film zu produzieren.

Leider finden sich aber auch über solche bei Drucklegung noch nicht absehbaren Entwicklungen hinaus im Buch zahlreiche missverständliche Formulierungen, inhaltliche Fehler und viel zu viele Druck- bzw. Rechtschreibfehler. Da werden etwa Figuren dem falschen Film zugeordnet und Kylo Ren wird immer wieder als „Kyle“ bezeichnet. Das lässt das Buch insgesamt recht lieblos wirken, obwohl die Motivation des Autors beim Schreiben wohl seine Liebe zur Thematik gewesen sein dürfte. Dass unter den letzten Einträgen des Bandes auffällig viele sind, die Verbindungen von Star Wars zu verschiedenen Automarken (z.B. in Werbespots) herstellen, irritiert zusätzlich. Ein einzelner solcher Eintrag hätte doch gereicht, schließlich mangelt es nicht an anderen interessanten Fakten über Star Wars! Als allerletzten Eintrag hat man schließlich noch eine sich über mehrere Seiten erstreckende Karte der Star Wars-Galaxis angefügt, die in dieser Form ziemlich nutzlos ist. Das untermauert nur noch den Eindruck einer über weite Strecken recht lieblosen und willkürlichen Zusammenstellung von Fakten.

Credits

OT: „101 Dinge, die man über Star Wars wissen muss“
Land:  Deutschland
Jahr:  2023
Text: Michael Dörflinger

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101 Dinge, die man über Star Wars wissen muss
fazit
Das Buch ist eindeutig nicht für "Star Wars"-Kenner gedacht, sondern für junge, neue Fans geschrieben. Die Zusammenstellung wirkt jedoch bisweilen willkürlich und der Inhalt steckt voller Fehler. Da greift man lieber zu den zahlreichen offiziellen Nachschlagewerken!
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