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© Eric Travers

Die Beichte

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„Die Beichte“ // Deutschland-Start: 3. April 2024 (arte)

Inhalt / Kritik

Barny Debruycker (Marie-Jeanne Maldague) liegt im Sterben, viel Zeit bleibt der betagten Frau nicht mehr. Umso wichtiger ist es für sie, vorher noch einmal ihr Gewissen zu erleichtern. Und so berichtet sie davon, wie sie als junge Frau (Marine Vacth) während des Zweiten Weltkriegs mit ihrer kleinen Tochter in einem Dorf lebte. Ihr Mann war damals in Kriegsgefangenschaft geraten, weshalb sie sich allein um das Mädchen kümmern musste. Einfach ist das nicht, viel verdient sie als Postangestellte nicht. Als mit Léon Morin (Romain Duris) ein neuer Pater ins Dorf kommt, interessiert sie das deshalb nicht sonderlich – zumal sie als atheistische Kommunistin grundsätzlich wenig für Religion übrighat. Doch das ändert sich, als die beiden sich kennenlernen und immer mehr Zeit miteinander verbringen …

Adaption eines preisgekrönten Romans

Als Tochter des Schriftstellers Christian Beck war Béatrix Beck das Schreiben quasi in die Wiege gelegt. Zwar dauerte es eine Weile, bis die Französin damit begann, bei ihrem Debütroman Barny (1948) war sie bereits Mitte 30, nachdem sie zuvor als Lehrerin gearbeitet hatte. Dafür gelang ihr mit dem dritten Werk Léon Morin, prêtre (1952) bereits der Durchbruch. So erhielt sie dafür den wichtigsten Literaturpreis Frankreichs, den Prix Goncourt. 1961 gab es eine erste Verfilmung, an der große Namen des französischen Kinos beteiligt waren. Regie führte Jean-Pierre Melville, die Hauptrollen übernahmen die Ikonen Jean-Paul Belmondo und Emmanuelle Riva. 1991 gab es ein wenig beachtetes Remake. Mit Die Beichte folgte 2016 eine dritte Verfilmung.

In solchen Fällen darf man sich immer fragen, ob es das unbedingt gebraucht hätte. Umso mehr, da es sich nun einmal um einen historischen Stoff handelt, der nur bedingt modernisiert werden kann. Tatsächlich hat Regisseur und Drehbuchautor Nicolas Boukhrief, dem wir unter anderem das düstere Krimidrama Drei Tage und ein Leben und den Thriller Made in France über den Aufbau einer Terrorzelle zu verdanken haben, der Vorlage dann auch nicht wirklich viel hinzuzufügen. Der Franzose versucht in Die Beichte gar nicht, einen eigenen Stempel aufzudrücken oder in irgendeiner Form, den Roman abzuwandeln und so zugänglicher zu machen. Er vertraut ganz der Vorlage und seiner prominenten Besetzung, um damit ein heutiges Publikum anzusprechen.

Gefühle und tiefe Gespräche

Grundsätzlich funktioniert das auch. Natürlich ist das Setting ein historisches. Vieles von dem, wovon der Film erzählt, lässt sich nicht eins zu eins auf das heutige Leben übertragen. Und doch gibt es noch immer genügend Anknüpfungspunkte. Die Beichte hat dabei zwei Hauptthemen. Das eine betrifft das Motiv einer unmöglichen Liebe, wenn sich eine verheiratete Frau und ein Pater näherkommen und dabei doch keine Beziehung eingehen können. Das andere handelt von Religion, wenn die zwei sich zunehmend vertiefende Gespräche führen. So findet die überzeugte Kommunistin mit der Zeit tatsächlich zu Gott, findet einen Halt in dem Glauben, während die Welt um sie herum im Chaos versinkt, ohne deshalb zu einer Opportunistin zu werden.

Das lässt eines dieser Glaubensdramen befürchten, wie sie primär in den USA produziert werden und bei denen das Leben mit Gott als das einzig wahre beschrieben wird. Ganz so eindeutig wird es hier dann aber doch nicht. Boukhrief ist stärker an einem Austausch interessiert, bei dem sich das Intellektuelle und das Romantische miteinander verbinden. Er will nicht belehren, zumal der Film am Ende auch keine eindeutige Antwort hat, was richtig ist und was falsch. Das gilt auch für die Paarung des Paters und der alleinerziehenden Mutter, bei der im Gegensatz zu vielen Liebesschnulzen nie eindeutig gesagt wird, ob die beiden nun zusammenkommen sollten oder nicht. Die Beichte ist deshalb auch weniger für ein Publikum gedacht, das bei einem Film richtig viel fühlen will. Als eine nachdenklichere Variante, die sich auch mit universellen Fragen beschäftigt, ist das hier aber eine sehenswerte Alternative.

Credits

OT: „La Confession“
Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 2016
Regie: Nicolas Boukhrief
Drehbuch: Nicolas Boukhrief
Vorlage: Béatrix Beck
Musik: Nicolas Errèra
Kamera: Manu Dacosse
Besetzung: Romain Duris, Marine Vacth, Anne Le Ny, Solène Rigot, Amandine Dewasmes, Lucie Debay, Marie-Jeanne Maldague

Bilder

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Die Beichte
fazit
Basierend auf einem preisgekrönten Roman erzählt „Die Beichte“ von einer verheirateten Frau und einem Pater, die sich während des Zweiten Weltkriegs näherkommen. Das Drama verbindet Gefühle mit intellektuellen Gesprächen, ohne sich dabei je eindeutig zu positionieren.
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