Salt and Pepper Salz und Pfeffer
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Salt & Pepper

Salt and Pepper Salz und Pfeffer
„Salt & Pepper“ // Deutschland-Start: 5. Juli 1968 (Kino) // 25. Januar 2024 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Der Amerikaner Charles Salz (Sammy Davis Jr.) und sein britischer Kumpel Christopher Pfeffer (Peter Lawford) betreiben im Londoner Amüsierviertel Soho einen gut gehenden Nachtclub. Zwar haben die beiden immer mal wieder Ärger mit Inspector Crabbe (Michael Bates), können ihren Hals aber zumeist schnell wieder aus der Schlinge befreien. Als allerdings eines Abends in Pfeffers Büro ein asiatisches Animiermädchen ihr Leben aushaucht, stecken die Clubbesitzer in ernsten Schwierigkeiten. Crabbe muss sie zwar mangels Beweisen bald wieder laufen lassen, aber Geheimdienstchef Colonel Balsom (Ernest Clark) fängt sie kurz danach schon wieder ein. Bei der Toten handelt es sich nämlich um eine Geheimagentin, und Balsom befürchtet, dass Salz und Pfeffer nun ebenfalls Opfer der „anderen Seite“ werden könnten. Er bittet die beiden um Mithilfe, den brisanten Fall zu lösen. Außerdem ist auf die Ergreifung der Übeltäter eine Belohnung von 50.000 britischen Pfund, also rund 150.000 US-Dollar, ausgeschrieben. Charlie und Chris überlegen nicht lange und begeben sich selbst undercover in die Schusslinie.

Spione aus Soho

Auch heute noch ist der „Rat Pack“ um Frank Sinatra legendär. Die eingeschworene Männerclique aus Entertainern und Schauspielern, in der Shirley MacLaine so ziemlich das einzige weibliche Mitglied war, hat insbesondere in den 1960er Jahren weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Nicht nur privat hingen Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr., Peter Lawford und Joey Bishop zusammen herum. Sie traten auch gemeinsam in Las Vegas auf und realisierten immer mal wieder im Team Spielfilme für die große Leinwand, die mitunter die Zeiten überdauert haben und auch heute noch zu unterhalten verstehen. Am bekanntesten ist sicherlich Frankie und seine Spießgesellen (im Original Ocean’s Eleven – so hieß dann auch das noch erfolgreichere Remake von Steven Soderbergh aus dem Jahr 2001, das es sogar auf zwei Fortsetzungen brachte). Aber auch Sieben gegen Chicago (Originaltitel: Robin and the Seven Hoods) oder Die siegreichen Drei (OT: Sergeants 3) kann man sich als Fan der Entertainer heute noch gut anschauen.

1967 war die Zeit der „Rat Pack“-Filme eigentlich bereits vorbei, aber in Salz und Pfeffer (so der damalige Kinotitel, der auch bei Fernsehausstrahlungen des Films verwendet wurde) gaben sich noch einmal Sammy Davis Jr. und Peter Lawford die Ehre. Im Drehbuch von Michael Pertwee (Fremde Bettgesellen, Toll trieben es die alten Römer) hat ironischerweise der dunkelhäutige Davis den Namen „Salz“ und der hellhäutige Lawford den Namen „Pfeffer“ verpasst bekommen, was auch im Film selbst für Verwunderung sorgt. Wie in Filmen dieser Art üblich und ein Stückweit notwendig, kommen auch in Salt & Pepper zwei Songs zum Einsatz. Sammy Davis Jr. singt zum einen bei einem Bühnenauftritt in seinem Nachtclub I like the Way You Dance und ist beim Abspann dann noch aus dem Off als Interpret des Titelsongs aus der Feder von Leslie Bricusse zu hören. Pertwees Drehbuch ist zum einen ein Showcase für die weltweit beliebten Entertainer. Darüber hinaus ist Salt & Pepper aber auch eine im Swingin’ London der ausgehenden 1960er Jahre angesiedelte Spionagefilmparodie, denn James Bond war auch damals schon ein internationales Popkultur-Phänomen, über das man sich trefflich lustig machen konnte.

Duo Infernale

Sowohl Sammy Davis Jr. als auch Peter Lawford nahmen sich selbst nicht sonderlich ernst und zeigen auch in diesem Film viel Selbstironie, die Salt & Pepper heute noch charmant-liebenswert erscheinen lässt. Eine der gelungensten Szenen des Films entspinnt sich während einer Verfolgungsjagd, die die beiden Helden des Films in einem knallgelben „Mini Moke“ absolvieren, dessen Innenleben von Bonds Waffenexperten Q modifiziert zu sein scheint. Die zahlreichen Knöpfe auf der Beifahrerseite lassen das Fahrzeug eine Ölspur legen, Nägel abschießen oder undurchsichtigen Smog entstehen. Eine gelungene Persiflage auf die zahlreichen Gimmicks aus den Bond-Filmen.

Im Laufe der Handlung scheint dem Ganzen aber dann doch ein wenig die Luft auszugehen. Regisseur Richard Donner (Lethal Weapon) offenbart in seinem zweiten Kinofilm zwar schon ein gelungenes Komödientiming und Sinn für ansprechende Locations. Aber das Drehbuch krankt im letzten Drittel dann doch unter Einfallslosigkeit und muss schließlich holterdiepolter alles zu einem glücklichen Abschluss bringen. Dass dabei Witze über Atombombenexplosionen gemacht werden, hinterlässt ebenfalls einen faden Beigeschmack. Gleichwohl war der Film seinerzeit offensichtlich erfolgreich genug, um eine Fortsetzung nach sich zu ziehen. Zwei Jahre später schickte Pertwee Salz und Pfeffer in ein neues Kinoabenteuer, Die Pechvögel (Originaltitel: One More Time), dieses Mal unter der Regie von Komikerlegende Jerry Lewis.

Für Fans der beiden Hauptdarsteller ist Salt & Pepper sicherlich auch heute noch einen Blick wert, zumal dieser Film durch das Londoner Setting und etliche bekannte und talentierte britische Nebendarsteller (u.a. John Le Mesurier, Graham Stark und Michael Bates) einen ganz eigenen Charakter erhält, der ihn von anderen „Rat Pack“-Filmen abzugrenzen versteht. Einige Gags zünden besser als andere, aber insgesamt wird man rund anderthalb Stunden ohne größere Längen unterhalten. Die BluRay-Erstveröffentlichung (parallel ist hierzulande auch erstmals eine DVD erschienen) von Explosive Media bietet ein überwiegend gelungenes und detailreiches Bild (im Widescreen-Format 1,85:1), bei dem sich nur gelegentlich noch das Filmkorn bemerkbar macht. Auch der Ton (Deutsch und Englisch im DTS HD-Master Audio 2.0, optional mit deutschen und englischen Untertiteln) ist nicht zu beanstanden und durchweg gut zu verstehen. Als Extras hat man den US-Kinotrailer sowie eine größere animierte Bildergalerie mit internationalem Werbematerial mit aufgespielt.

Credits

OT: „Salt & Pepper“
AT: „Salz und Pfeffer“
Land: Großbritannien
Jahr: 1967
Regie: Richard Donner
Drehbuch: Michael Pertwee
Musik: John Dankworth
Kamera: Kenneth Higgins
Besetzung: Sammy Davis Jr., Peter Lawford, Michael Bates, John Le Mesurier, Graham Stark, Ilona Rodgers, Ernest Clark

Trailer

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fazit
Sowohl Sammy Davis Jr. als auch Peter Lawford nehmen sich selbst nicht sonderlich ernst und zeigen auch in diesem Film viel Selbstironie, was „Salt & Pepper“ heute noch charmant-liebenswert erscheinen lässt. Im Laufe der Handlung geht dem Ganzen aber dann doch ein wenig die Luft aus, denn das Drehbuch krankt im letzten Drittel unter Einfallslosigkeit. Für Fans der beiden Hauptdarsteller sicherlich auch heute noch einen Blick wert. Einige Gags zünden besser als andere, aber insgesamt wird man rund anderthalb Stunden ohne größere Längen unterhalten.
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