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10.000 BC

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„10.000 BC“ // Deutschland-Start: 6. März 2008 (Kino) // 7. Juli 2008 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Bislang hatte das Bergvolk der Yagahl ganz gut davon leben können, Jagd auf die Manaks zu machen. Doch die machen sich zunehmend rar, wenn nicht ein Wunder geschieht, könnte dies das Ende für die Menschen bedeuten. Als eines Tages die mysteriöse Evolet (Camilla Belle) auftaucht, die ein Massaker an ihrem Stamm überlebt hat, steht für die alte Schamanin fest, dass vierbeinige Dämonen dahinterstecken. Wer immer es schafft, diese zu besiegen, soll der neue Anführer der Yagahl werden und Evolet zur Frau nehmen. Jahre später scheint D’Leh (Steven Strait) die Aufgabe zuzukommen, diese Führerschaft zu übernehmen, als er allein eines der Manaks erledigt. Das kann der junge Mann aber so nicht akzeptieren, da sein Sieg ein nur zufälliger war. Ohnehin hat das Volk bald ganz andere Sorgen, als Krieger das Dorf überfallen und die Menschen mitnehmen …

Reise in die Vergangenheit

Eigentlich bringt man Roland Emmerich in erster Linie mit dem Science-Fiction-Genre in Verbindung. Besonders in den 1990ern war er da sehr aktiv, drehte gleich fünf Titel in Folge, die ihn berühmt machen sollten: Moon 44 (1990), Universal Soldier (1992), Stargate (1994), Independence Day (1996) und Godzilla (1998). Die Filme mögen zwar nicht unbedingt gut gewesen sein, etablierten ihn aber als einen der kommerziell erfolgreichsten Regisseure, wenn es darum ging, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Etwas verwundert durfte man daher schon sein, als 2008 10.000 BC in die Kinos kam. Darin tauscht der deutsche Filmemacher futuristische Waffen gegen Speere, statt Aliens oder hoch technologisierten Kampfmaschinen wurde hier mit Mammuts gekämpft, die im Film Manak genannt werden.

Kommerziell erfolgreich war diese Zeitenwende durchaus, bei einem Budget von etwa 100 Millionen US-Dollar wurde rund das Zweieinhalbfache eingespielt. Das war dann zwar kein Superhit, wie es manche seiner Science-Fiction-Werke gewesen waren, aber doch einträglich genug. Die Resonanz war hingegen bescheiden. Für viele ist 10.000 BC der schlechteste Film in der Karriere von Emmerich, was angesichts seiner späteren Ausfälle schon etwas heißen will. Ob man so weit gehen muss, darüber kann man sich streiten. Enttäuschend ist der Film aber schon, selbst wenn man mit den Erwartungen an die Geschichte herangeht, dass Emmerich nie besonders gute Geschichten zu erzählen hatte. Das Spektakel ersetzte da regelmäßig das Narrative.

Bescheuert, aber nicht fantasievoll

An Schauwerten mangelt es auch nicht. Ob es nun die steinzeitlichen Tiere sind wie das Mammut, die Terrorvögel und der Säbelzahntiger oder auch die Hochkultur, mit der es unser primitiver Held später zu tun bekommt: Das Budget wurde schon gut angelegt. Man hat hier durchaus das Gefühl, eine Reise in eine ferne Vergangenheit angetreten zu sein – sofern man sich nicht daran stört, dass Emmerich, der mit dem Komponisten Harald Kloser das Drehbuch geschrieben hat, wie wild verschiedene Epochen zusammenwarf und den größtmöglichen Blödsinn erzählte. Dokumentarisch ist an 10.000 BC nichts, wie seine Ausflüge in die Zukunft ist auch die Vergangenheit eine reine Fantasie. Wenn es dann irgendwann auf einmal spirituell wird, wundert einen das schon gar nicht mehr.

Was einen aber durchaus wundert, ist, wie öde das alles ist. Der Aufwand mag noch so groß sein, es mag noch so viel gekämpft werden, es wird kein überzeugendes Argument geliefert, warum man sich dafür nun unbedingt interessieren sollte. Klar müssen Figuren in Steinzeitfilmen keine ausgeprägte Persönlichkeit haben. In einer Zeit, in der jeder Tag ein Überlebenskampf ist, hat man diesen Luxus nicht. Das Konzept der Individualität entstand sowieso erst später. Wenn aber Geschichte und Charaktere so langweilig sind wie hier, dann kann das schon zum Problem werden, weil man gar nicht weiß, wofür man da nun dranbleiben soll. 10.000 BC ist insgesamt zu unentschlossen, ob das hier ein Historienabenteuer oder einfach nur Spaßveranstaltung sein soll. Am Ende wurde daraus weder das eine noch das andere so richtig.

Credits

OT: „10,000 BC“
Land: USA
Jahr: 2008
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Roland Emmerich, Harald Kloser
Musik: Harald Kloser, Thomas Wander
Kamera: Ueli Steiger
Besetzung: Steven Strait, Camilla Belle, Cliff Curtis, Joel Virgel, Affif Ben Badra, Mo Zinal, Nathanael Baring, Mona Hammond

Bilder

Trailer

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10.000 BC
fazit
Mit „10.000 BC“ reiste der ansonsten eher für Zukunftsvisionen bekannte Roland Emmerich in die weite Vergangenheit – oder das, was er dafür hielt. Sonderlich viel Sinn ergibt das Historienabenteuer um ein Volk in den Bergen nicht. Schlimmer ist aber, dass es auch nicht wirklich viel Spaß macht und trotz des Spektakels alles ein bisschen öde ist.
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