Twisted - Der erste Verdacht
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Twisted – Der erste Verdacht

„Twisted – Der erste Verdacht“ // Deutschland-Start: 20. Mai 2004 (Kino) // 6. Oktober 2008 (DVD)

Inhalt / Kritik

Nachdem sie den Fall eines Serienkillers gelöst hat, bei dem sie selbst am Ende von ihm gefangen gehalten wurde, hat Jessica Shepard (Ashley Judd) sich ihre Beförderung redlich verdient. Von nun an ist sie Inspektorin der Mordkommission beim San Francisco Police Department. Gemeinsam mit ihrem neuen Partner Mike Delmarco (Andy Garcia) wird sie auf einen Mordfall angesetzt. Jessica kannte das Opfer nicht nur, sie hatte auch mit dem Ermordeten geschlafen. Keine Woche später ereignet sich ein weiterer Mord – wieder an einer von Jessicas Bettbekanntschaften. Da es naheliegend erscheint, dass der Täter Jessica beschattet, sieht ihr Vorgesetzter und Ziehvater John Mills (Samuel L. Jackson) davon ab, den Fall einem anderen zu übertragen. Stattdessen soll Jessica als Köder eingesetzt werden. Diese kann sich jedoch nicht daran erinnern, was sie zu den entsprechenden Tatzeiten getan hat. In Kombination mit ihrer traumatischen Vergangenheit vermutet sie daher, selbst unbewusst die Morde begangen zu haben. Dabei ahnt sie nicht, dass der wahre Täter mehr darüber weiß als sie …

Keine Lust

Über derivative Filme zu schreiben, bringt einige Herausforderungen mit sich. Eine davon besteht darin, nicht selbst einen derivativen Text zu produzieren. Die Schwierigkeit liegt weniger darin, über einen Wortschatz zu verfügen, der variantenreich genug ist. Es ist auch weiter keine große Aufgabe, die Mängel präzise zu benennen, oder aufzuzeigen, wie das zu besprechende Werk hätte besser gestaltet werden können. Die Krux bei der Sache ist stattdessen die Motivationslosigkeit. Die Filmemacher haben sich nicht sonderlich viel Mühe gegeben, warum sollten sie also mit einer wohl durchdachten, ausgefeilten Beurteilung belohnt werden? Damit wäre eigentlich bereits fast alles zu Twisted – Der erste Verdacht gesagt, aber natürlich schauen wir uns den Sachverhalt hier noch ein wenig näher an.

Motivationslosigkeit ist immerhin ein gutes Stichwort. Samuel L. Jackson hat in vielen großartigen Filmen mitgespielt, und sicher auch in einigen, die nicht so toll waren. Ohne seine Filmographie akribisch durchzugehen, lässt sich wohl spontan kein Eintrag daraus benennen, bei dem er so hart im Autopilotenmodus unterwegs war wie in Twisted – Der erste Verdacht. Es kann ja nicht immer Coach Carter sein, aber andererseits muss es sich ein Darsteller jetzt ja nun nicht unbedingt anmerken lassen, wenn er nur des Geldes wegen vor die Kamera tritt und offensichtlich gelangweilt ist.

In When a Man Loves a Woman – Eine fast perfekte Liebe gab es am Schauspiel von Andy Garcia an sich nicht viel auszusetzen, das Problem lag eher darin, dass er als Typ fehlbesetzt war. Hier ist fast schon das Gegenteil der Fall. Scheinbar paradoxerweise neigt er ein wenig zum Overacting, das wirkt aber eben als habe er es einfach nicht über sich bringen können, sich näher mit der Rolle zu beschäftigen, statt dass es an seinem überbordenden Enthusiasmus liegen würde. Ashley Judd wirkt ebenfalls nicht sonderlich begeistert, allerdings gibt es an ihrer Performance am wenigsten auszusetzen. Sie spielt auf ähnlichem Niveau wie in ihren sonstigen Rollen, nur leider eben auch einen ähnlichen Charakter wie in ihren sonstigen Rollen.

Gelungene Bilder der Langeweile

Nicht nur die Hauptdarstellerin jedoch scheint altbekannt, im Prinzip hat jeder, der sich ein wenig in dem Genre bewegt, Twisted – Der erste Verdacht bereits gesehen. Wer der wahre Mörder ist lässt sich mit etwas Aufmerksamkeit innerhalb der ersten zehn Minuten schlussfolgern. Ob es jetzt daran liegt, ob Regisseur Philip Kaufman nicht in der Lage war, seine Mimen entsprechend zu führen, oder nur nicht gegen das dröge Drehbuch von Sarah Thorp ankam, lässt sich nicht feststellen. Vielleicht war es auch einfach ein schlechter Mix aus beidem. Was er immerhin geschafft hat, ist gut mit Kameramann Peter Deming (Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat) zusammenzuarbeiten. Ihm ist es zu verdanken, dass wir die ganze Misere überhaupt sehen können, aber immerhin sind die eingefangenen Bilder recht gelungen.

Credits

OT: „Twisted“
Land: USA
Jahr: 2004
Regie: Philip Kaufman
Drehbuch: Sarah Thorp
Musik: Mark Isham
Kamera: Peter Deming
Besetzung: Ashley Judd, Samuel L. Jackson, Andy Garcia, David Strathairn, Russell Wong, Camryn Manheim, Mark Pellegrino, Titus Welliver

Bilder

Trailer

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Twisted – Der erste Verdacht
fazit
„Twisted – Der erste Verdacht“ ist ein derivativer, lustlos gespielter Film, wenn auch mit gelungenen Bildern. Fans der Hauptdarsteller können einschalten, finden in deren jeweiligen Filmographien aber sehenswerteres Material.
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