Lockout
© Leonine

Lockout

Lockout
„Lockout“ // Deutschland-Start: 10. Mai 2012 (Kino) // 5. Oktober 2012 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Im Jahre 2079 landen die in den USA verurteilten Schwerverbrecher in einem Hochsicherheitsgefängnis, aus dem es kein Entkommen gibt. Zum einen befindet es sich weit weg von der ehrbaren Zivilisation im Weltall, zum anderen werden die Insassen für die Dauer ihrer Haftstrafe in einen künstlichen Dauerschlaf versetzt. Als Emilie Warnock (Maggie Grace), die Tochter des US-Präsidenten, dem Gefängnis einen Besuch abstattet, kommt es aufgrund einer Unachtsamkeit zu einem Quasi-Ausbruch: Häftling Hydell (Joe Gilgun) übernimmt gemeinsam mit seinem Bruder Alex (Vincent Regan) das Kommando über die Weltraumstation. Das Wachpersonal vor Ort ist außer Gefecht, daher kann nur noch Hilfe von der Erde kommen. Der ehemalige CIA-Agent Snow (Guy Pearce) wird vom Secret Service mit der Mission beauftragt. ALs Belohnung winkt die Begnadigung, denn Snow drohen 30 Jahre Haft. Er wird beschuldigt, brisante Informationen gestohlen und einen Kollegen erschossen zu haben …

Ideen-Zweitverwertung

In den während der Einleitung eingeblendeten Credits von Lockout heißt es „Based on an original idea by Luc Besson“. Das klingt natürlich erst einmal vielversprechend, angesichts der reichhaltigen Filmographie des Mannes, der uns als Drehbuchautor, Regisseur oder Produzent schon den ein oder anderen schönen Abend bereitet hat. Wenn dieselben Worte jedoch im Abspann erneut auftauchen, mag sich so mancher Zuschauer verwirrt am Kopf kratzen. Wo war denn jetzt die originelle Idee? Und abgesehen davon, wo war die Idee von Luc Besson? Erinnert das nicht alles an Die Klapperschlange und Flucht aus L.A.? Genau das tut’s, wie auch Regisseur John Carpenter fand, der Besson im Jahre 2015 erfolgreich verklagte, woraufhin dieser von einem französischen Gericht als Plagiator verurteilt wurde. Tja nun.

Unabhängig davon können wir natürlich trotzdem den Film als solchen bewerten. Positiv hervorzuheben ist ganz klar Guy Pearce (Memory – Sein letzter Auftrag) in der Hauptrolle. Sein Charakter ist gut angelegt, wirkt in der Eröffnungssequenz schon wie ein Antiheld des Kinos der 1980er-Jahre, was in größerem Maße als die bereits erwähnte Einblendung Lust auf die nächsten 95 Minuten macht. Pearce legt aber noch einmal eine Schippe drauf und geht völlig in seiner Darstellung auf. Peter Stormare (Bad Company – Die Welt ist in guten Händen) überzeugt wie üblich, auch wenn seine Figur als Secret-Service-Agent etwas blass bleibt.

Cooles von der Stange

Der von Pearce gespielte Charakter mag ein cineastischer Antiheld der Vergangenheit sein, allerdings ist der Film in dem er sich befindet viel zu sehr in der (damaligen) Gegenwart verankert – und inhaltlich ironischerweise in der Zukunft. Im Prinzip ist damit die gesamte Zeitleiste abgedeckt, jetzt hätte das alles nur besser miteinander verbunden werden müssen. Wenn man schon so einen coolen Schauspieler in so einer coolen Rolle hat, kann man doch auch einen coolen Film drumherumzimmern. Stattdessen ist Lockout ein handelsüblicher Sci-Fi-Thriller von der Stange. Die Bösewichte sind kaum ausgearbeitet und machen wenig Interessantes. Der Streifen ist zwar nie richtig langweilig, hier kann sich der Zuschauer durchaus ein Weilchen mittreiben lassen. Aber kurz nach dem Ausflug ins Weltall ist das meiste davon auch schon wieder vergessen.

Was nicht so schnell vergessen wird, ist eine Verfolgungsjagd, bei welcher Snow auf einem Motorrad flieht. Lockout hatte vielleicht nicht das höchste Budget, aber die Szene sieht aus als stamme sie von der Mockbuster-Filmproduktionsgesellschaft The Asylum. Der Streifen hat zwar durchaus auch ansehnliches CGI, demgegenüber stehen aber eben visuelle Elemente, die so in einem Hollywoodfilm eigentlich nicht vorkommen dürften. Das Schlimmste daran ist, dass die Sequenz komplett überflüssig ist und einfach herausgeschnitten oder lieber direkt nie hätte inszeniert werden sollen. Vielleicht ist das aber auch das Beste daran, immerhin sorgt sie für einige unfreiwillige Lacher, Worte können wirklich kaum beschrieben, wie katastrophal sie aussieht.

Credits

OT: „Lockout“
Land: Frankreich, USA
Jahr: 2012
Regie: James Mather, Steve Saint Leger
Drehbuch: James Mather, Steve Saint Leger, Luc Besson
Musik: Alexandre Azaria
Kamera: James Mather
Besetzung: Guy Pearce, Maggie Grace, Vincent Regan, Joe Gilgun, Lennie James, Peter Stormare, Jacky Ido, Tim Plester

Bilder

Trailer

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fazit
„Lockout“ erzählt eine altbekannte Geschichte in neuem Gewand. Während das Schauspiel zu überzeugen weiß, lässt das Visuelle teilweise viel zu wünschen übrig. Insgesamt ein leicht zu vergessener Sci-Fi-Thriller von der Stange.
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