A House on the Bayou
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A House on the Bayou

A House on the Bayou
„A House on the Bayou“ // Deutschland-Start: 3. März 2022 (Video on Demand)

Inhalt / Kritik

Der Schock ist groß bei Jessica Chambers (Angela Sarafyan), als sie herausfindet, dass ihr Mann John (Paul Schneider) sie schon seit Längerem mit einer Studentin betrügt. Ihrer gemeinsamen Tochter Anna (Lia McHugh) zuliebe will sie der Ehe aber noch eine Chance geben und verzichtet auf eine Scheidung. Ein Ausflug zu einem abgelegenen Landhaus im Sumpfgebiet von Louisiana soll sie zusammenschweißen und der Partnerschaft noch einmal neuen Schwung verleihen. Kaum dort angekommen, liegen sie sich aber schon wieder in den Haaren. Und als wäre die Stimmung nicht auch so schon anstrengend genug, steh ein gemeinsames Abendessen mit Isaac (Jacob Lofland) und Grandpappy (Doug Van Liew) an, die sie im Laden kennengelernt haben. Während Anna sich freut, den Jugendlichen Isaac wiederzusehen, ist John alles andere als glücklich, den alten Mann wiederzusehen. Schließlich hat der zuvor eine sehr eigenartige Nachricht hinterlassen …

Ein Schrecken mit Ankündigung

Auch wenn die Filmografie des ehemaligen Indie-Rockers Alex McAulay bislang noch recht kurz ist, so lässt sie doch einen Schluss zu: Der US-Amerikaner hat kein besonders positives Menschenbild. So ließ er in Don’t Tell a Soul zwei Brüder auf einen Mann stoßen, der in einen Brunnen stürzt, was gleich in mehrfacher Hinsicht tiefe Abgründe enthüllt. In A House on the Bayou, seinem zweiten Film als Regisseur und Drehbuchautor, beginnt er damit, dass ein Ehepaar kurz vor dem Aus steht, da der Mann dem alten Klischee folgend eine deutlich Jüngere als Geliebte hat. Dass das kein sonderlich netter Charakterzug ist, ist klar. Und doch ist Ehebruch noch eine der geringeren Sünden, die im Laufe der anschließenden anderthalb Stunden begangen oder zumindest thematisiert werden.

Dabei bleibt lange unklar, worauf es bei A House on the Bayou denn nun hinauslaufen soll. Dass der Ausflug in das abgelegene Haus nichts Gutes bedeutet, ist klar. Das tut es in solchen Geschichten nie. Außerdem handelt es sich um eine Produktion von Blumhouse, was bei den meisten als Synonym für Horror durchgeht. Dass da irgendwas Bedrohliches in dem Haus vor sich gehen wird, ist damit vorherbestimmt. Die Frage ist nur: Worin besteht diese Bedrohung? McAulay impliziert zunächst, dass es das Haus als solches ist, im Stil eines Haunted House Horrors à la Bis das Blut gefriert. Aber erst als Isaac und Grandpappy hinzukommen, nimmt die Geschichte an Fahrt auf und die zuvor angespannte Stimmung schickt sich an endgültig zu eskalieren.

Zwischen Überraschung und Willkür

Dabei bleibt sich McAulay treu und zeigt bei A House on the Bayou wie schon bei Don’t Tell a Soul eine ausgesprochene Vorliebe für Wendungen. Anders aber etwa als M. Night Shyamalan, der dafür berüchtigt war, kurz vor Schluss immer solche Twists einzubauen, da werden hier ständig neue Richtungen eingeschlagen. Immer wenn man gerade glaubt, man hätte endlich erkannt, was genau hier Sache ist, kommt es doch wieder anders. Teilweise ist das geglückt: Während viele Horrorfilme darunter leiden, dass praktisch alles vorherzusehen ist, wird man das hier nicht unbedingt behaupten. Allerdings sind die Überraschungen hier teuer erkauft, wenn eigentlich nichts wirklich Sinn ergibt, die Figuren zudem entweder keine Entwicklungen haben oder sich völlig willkürlich verhalten. Da darf man sich an mehr als einer Stelle verwirrt am Kopf kratzen, was das denn sollte.

Auch schauspielerisch schwankt der Film ziemlich. Einen starken Eindruck hinterlässt Nachwuchsschauspieler Jacob Lofland (Mud – Kein Ausweg), der eine unheimliche Präsenz entwickelt und mehr wird als nur der attraktive Landjunge. Auch Paul Schneider (Tales from the Loop) hat seine Momente als Familienvater, der sich nur für seine eigenen Bedürfnisse interessiert. Der weibliche Teil des Ensembles hat da eindeutig das Nachsehen, wobei nicht immer ganz klar zu sehen ist, ob die Schuld bei den Schauspielerinnen oder am Drehbuch lag. So oder so ist A House on the Bayou ein zwar interessanter, aber doch irgendwie frustrierender Horrorfilm, der durch diese enormen Schwankungen nie wirklich seine Spur findet und dessen Orientierungslosigkeit zu Längen führt.

Credits

OT: „A House on the Bayou“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Alex McAulay
Drehbuch: Alex McAulay
Musik: Joseph Stephens
Kamera: Lyn Moncrief
Besetzung: Paul Schneider, Angela Sarafyan, Jacob Lofland, Lia McHugh, Doug Van Liew

Bilder

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A House on the Bayou
fazit
Wenn in „A House on the Bayou“ ein kriselndes Ehepaar in einem abgelegenen Haus in den Sümpfen einen Neuanfang sucht, ist früh klar, dass das nichts Gutes bedeutet. Der wendungsreiche Horrorfilm lässt einen aber lange im Unklaren, was genau diese Bedrohung denn bedeutet. Zum Teil sind die ständigen Wechsel spannend, zum Teil völlig willkürlich, weshalb am Ende ein zwar irgendwie interessanter, aber auch frustrierender und manchmal zäher Film herausspringt.
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