Meine Tochter Kreta und ich TV Fernsehen Das Erste ARD Mediathek
© ARD Degeto/George Dryjohn

Meine Tochter, Kreta und ich

Meine Tochter Kreta und ich TV Fernsehen Das Erste ARD Mediathek
„Meine Tochter, Kreta und ich“ // Deutschland-Start: 23. September 2022 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Volker (Fabian Hinrichs) kann sein Glück kaum fassen: Er darf mit seiner 17-jährigen Tochter Daphne (Clara Vogt) gemeinsam Urlaub machen! Zwar ist seine Ex-Frau Sandra (Patrycia Ziolkowska), zu der er kein besonders gutes Verhältnis hat, nicht begeistert von der Aussicht, dass die zwei zusammen wegfahren. Volker ist aber überzeugt davon, dass die Reise nach Kreta ganz wunderbar wird. Schließlich hat er alles vorbereitet und sämtliche Tage bereits gut durchgeplant. Davon will die jedoch nichts wissen. Anstatt sich jeden Tag irgendwelche Ruinen anzusehen, möchte sie viel lieber Zeit mit dem gutaussehenden Kellner Dimitri (Michalis Psalidas) verbringen. Und als wäre das nicht schon kompliziert genug, hat auch noch Barbara (Erika Marozsán) an dem deutschen Touristen Gefallen gefunden und lässt diesem keine ruhige Minute …

Vor gemeinsamen Urlauben wird gewarnt

Viel Zeit miteinander zu verbringen, kann immer die Gefahr mit sich bringen, das man sich kräftig auf die Nerven geht, vielleicht sogar an die Gurgel. Es bedeutet aber auch, sich näherkommen zu können und sich den Konflikten und Differenzen zuzuwenden, die wir im Alltag mit uns herumschleppen und nie wirklich ansprechen. Beispiele in Filmen gibt es dafür genug, sei es bei Familienfeiern oder bei Roadmovies. In beiden Fällen haben die Figuren keine Gelegenheit, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen, für eine gewisse Zeit sind sie quasi aneinandergekettet. Immer wieder beliebt sind in diesem Zusammenhang aber auch gemeinsame Urlaube. Viva Forever brachte beispielsweise eine Freundinnenclique an ihre Grenze, wenn sie auf einmal vor den Trümmern ihrer Vergangenheit steht. Bei Meine Tochter, Kreta und ich sind es nun ein Vater und seine entfremdete Tochter, für die ein Aufenthalt auf der griechischen Insel zum Anlass wird, doch mal wieder miteinander zu reden.

Theoretisch. Praktisch muss das natürlich alles furchtbar schief gehen. Schließlich wird die ARD-Produktion als Komödie verkauft. Und das geht nur, wenn nichts wirklich so läuft wie geplant. Das wiederum läuft teilweise schon streng nach Plan. Beispielsweise ist es klar, dass sich das Töchterchen in irgendeinen lokalen Schönling verliebt, was den Papa überaus nervös macht. Überhaupt ist Meine Tochter, Kreta und ich kein Film, der ein Interesse dran hätte, Konventionen zu hinterfragen oder gar zu brechen. Wobei Drehbuchautor Karl Heinz Käfer immerhin einige absurde Eskalationen eingebaut, die man nicht unbedingt erwartet. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die Ereignisse völlig willkürlich sind. Man muss hier nicht jeden Konflikt oder jede Situation nachvollziehen können.

Idyllisch und langweilig

Das eigentliche Problem ist aber weder der mangelnde Mut noch die fehlende Entwicklung. Das Problem ist vielmehr, dass der Film zu keiner Zeit Spaß macht. Ja, man hat sich bei Meine Tochter, Kreta und ich darum bemüht, dass das alles ganz witzig sein soll. Ähnlich zu Annie und das geteilte Glück und vielen anderen deutschen TV-Komödien muss das aber nichts heißen. Nur weil man unbedingt will, dass etwas komisch ist, wird es das nicht. Weder die peinlichen Situationen, in die Volker immer wieder tappt, noch die gewaltsamen Eskalationen bieten einen zwingenden Grund, warum man lachen müsste. Auch der engagierte Auftritt von Fabian Hinrichs, der sich hier zum Hanswurst macht, führt nicht zum erwünschten Ziel.

Wenn es überhaupt einen Grund gibt, sich den Film anzuschauen, dann ist es das Setting. Besonders die Szenen in den kleinen malerischen Gassen oder am Strand machen Lust darauf, die Koffer zu packen und selbst einmal nach Kreta zu fliegen. Das ist zwar deutlich teurer, als sich Meine Tochter, Kreta und ich daheim anzuschauen. Der Urlaub würde aber einen bleibenderen Eindruck als die anderthalb Stunden, die man zum Anschauen dieses Langweilers braucht. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann hier natürlich schon reinschalten und dabei gleich zu Beginn das Gehirn auszuschalten. Mehr als ein Hintergrundrauschen ist diese öde Familienzusammenführung nicht.

Credits

OT: „Meine Tochter, Kreta und ich“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Nina Grosse
Drehbuch: Karl Heinz Käfer
Musik: Karim Sebastian Elias
Kamera: Hans Fromm
Besetzung: Fabian Hinrichs, Clara Vogt, Erika Marozsán, Dimitris Imellos, Deborah Kaufmann, Patrycia Ziolkowska, Michalis Psalidas, Angelos Andriopoulos

Bilder

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Meine Tochter, Kreta und ich
fazit
Die Bilder in „Meine Tochter, Kreta und ich“ sind schön und machen Lust darauf, der Insel selbst einen Besuch abzustatten. Ansonsten kann man sich diese TV-Komödie getrost sparen, die Konvention und Eskalation auf eine unfassbar langweilige Weise kombiniert und zu keiner Zeit Spaß macht.
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