Viva Forever TV Fernsehen ZDF Mediathek
© ZDF/Giulio Tonincelli/Fabian Gamper

Viva Forever

Viva Forever TV Fernsehen ZDF Mediathek
„Viva Forever“ // Deutschland-Start: 11. August 2022 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Seit ihrer Kindheit kennen sich Francesca (Natalia Rudziewicz), Luise (Janet Rothe), Amalie (Homa Faghiri), Fana (Thandi Sebe) und Sophie (Ina Maria Jaich) bereits. Bis heute hat die Freundschaft zwischen ihnen gehalten. Sie können sich alles erzählen, sind in der Not füreinander da, teilen alles miteinander. So dachten sie zumindest. Umso größer ist der Schock, als sie wie jeden Sommer an den Gardasee fahren, um gemeinsam Urlaub zu machen. Denn Lotte, die eigentlich fest zu der Gruppe gehört, sagt ihnen kurzfristig ab und ist danach nicht mehr zu erreichen. Während sie versuchen, so weiterzumachen wie bisher und den Aufenthalt zu genießen, müssen sie sich nach und nach eingestehen, dass sich zuletzt einiges verändert hat …

Das Leben im Wandel

Als Kind erscheint die Welt immer recht einfach. Und selbst als Jugendlicher bzw. Jugendliche meint man oft – den Wirrungen der Pubertät zum Trotz –, dass man alles durchschaut habe und entsprechend planen können. Doch dann kommt es anders. Die Liebe funkt dazwischen, berufliche Wege führen auf einmal in ganz andere Richtungen, auch man selbst ist einem Wandel unterworfen. Das macht sich gerade auch im Zwischenmenschlichen bemerkbar: Denkt man zur Schulzeit noch, dass Freundschaften ein Leben lang halten und als konstanter Wegweiser dienen können, merkt man mit der Zeit, dass dem nicht so ist. Das ist eine nicht besonders schöne, doch aber wichtige Erkenntnis, von der dann auch Viva Forever erzählt.

Wobei Regisseurin und Drehbuchautorin Sinje Köhler (Freibadsinfonie) noch einigermaßen gnädig ist. Ihre Geschichte setzt nicht unmittelbar nach dem Abitur ein, wo erste Risse im Gefüge sichtbar werden können. Die Freundschaft der sechs lief im Anschluss noch viele Jahre weiter, so wie immer. Zumindest wollen die Endzwanzigerinnen das glauben. Wenn sie zu Beginn von Viva Forever feststellen müssen, dass eine von ihnen nicht mehr mitspielt, ist die Empörung groß. Sie fühlen sich verraten von ihrer Freundin, die ihnen den Glauben an den Status Quo nimmt. Warum sie das tut, wird zunächst nicht klar. Es scheint aber auch niemanden wirklich zu interessieren, weil sie dann doch alle mit eigenen Geschichten beschäftigt sind.

Viel Drama in kurzer Zeit

Von denen gibt es einige. Da geht es um Liebeskummer oder auch die berufliche Zukunft, Ärger an der Uni und Ärger mit der Familie. Also alles, was einem so passieren kann, während man versucht, sein Leben zu führen. Das schafft viel Raum für Identifikation beim Publikum. Köhler will ganz nah am Alltag bleiben und Geschichten erzählen, wie sie jeder von sich oder aus seinem Umfeld kennt. Das klappt über weite Strecken relativ gut. An manchen Stellen ist Viva Forever dennoch ein bisschen konstruiert. Bei dem Versuch, alle sechs mit eigenen Schicksalen auszustatten, mit Problemen und Sorgen, wird das manchmal ein bisschen viel. Dafür reicht die kurze Zeit nicht, die sie am See verbringen, da müssen im Schnellverfahren die vergangenen Jahre aufgearbeitet werden.

Dennoch ist das Drama, welches beim Filmfest München 2021 Premiere feierte, durchaus sehenswert. Gerade das Zusammenspiel der fünf Schauspielerinnen trägt dazu bei, dass der Ausflug kleinerer Holprigkeiten zum Trotz authentisch wirkt. Man hat hier tatsächlich das Gefühl, dass sie seit Jahren miteinander befreundet sind und jede Menge miteinander geteilt haben. Hinzu kommen die schönen Bilder vom Gardasee, mit denen Viva Forever das Publikum gelockt wird. Auf diese Weise wechselt der Film zwischen den Themen und Tonalitäten, ist mal entspannter Ausflug, bis dann doch wieder Spannungen auftreten. Was am Ende dabei herauskommt, das wissen sie selbst nicht so wirklich. Aber zumindest haben sie gelernt, sich mit diesem Nicht-Wissen auseinanderzusetzen, womit sie schon mal deutlich weiter sind als am Anfang.

Credits

OT: „Viva Forever“
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Regie: Sinje Köhler
Drehbuch: Sinje Köhler
Musik: Freya Arde
Kamera: Fabian Gamper
Besetzung: Homa Faghiri, Ina Maria Jaich, Janet Rothe, Natalia Rudziewicz, Thandi Sebe

Bilder

Trailer

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Viva Forever
Fazit
„Viva Forever“ begleitet fünf Freundinnen während ihres Urlaubs, die sich damit auseinandersetzen müssen, dass ihr Leben nicht so verläuft, wie sie immer dachten. Das ist insgesamt schön natürlich, gerade auch wegen des Ensembles, selbst wenn das manchmal doch ein bisschen viel auf einmal ist.
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