Spreewaldkrimi - Tote trauern nicht ZDF TV Fernsehen Mediathek
© ZDF/Jan Fehse/Arnim Thomaß

Spreewaldkrimi: Tote trauern nicht

Spreewaldkrimi - Tote trauern nicht ZDF TV Fernsehen Mediathek
„Spreewaldkrimi: Tote trauern nicht“ // Deutschland-Start: 28. März 2022 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Nach dem Tod seiner Freundin Marlene wollte Thorsten Krüger (Christian Redl) eigentlich nur seine Ruhe haben. Er hat sich sogar aus dem aktiven Dienst zurückgezogen, um ungestört trauern zu können. Doch dann stößt er eines Tages auf die Leiche des Umweltaktivisten Chris Wenzel (Remo Schulze). Der hatte sich in der Gegend einige Feinde gemacht mit seinem Einsatz. Ist das auch der Grund für seinen Tod? Bei ihren Ermittlungen stoßen Martin Fichte (Thorsten Merten) und Luise Bohn (Alina Stiegler) auf das getrennt lebende Ehepaar Jasmin (Sophie Lutz) und Gerald Heyse (Jan Krauter), das noch immer von dem Unfalltod ihrer Tochter Marie (Miri Sommer) traumatisiert ist …

Regionales Unglück

Die meisten Krimireihen in Deutschland tragen ihr Alleinstellungsmerkmal schon im Titel, damit das Publikum weiß, worauf es sich einlässt. Beim Spreewaldkrimi ist das, vergleichbar etwa zum Erzgebirgskrimi, die regionale Komponente. Tatsächlich wurde in der seit 2006 produzierten Reihe immer mal wieder das Lokale betont, in der Hoffnung, auf diese Weise ein eigenes Flair zu erzeugen. Zuletzt war es aber eher so, dass die Filme durch ihre melancholische bis morbide Stimmung auffielen. Totentanz war beim letzten Mal in erster Linie das Porträt einer verlorenen und unglücklichen Gegend, erst in zweiter Linie ein Krimi. Bei Tote trauern nicht, der mittlerweile 14. Teil der Reihe, fällt das noch einmal extremer aus.

Dass die Leute hier ziemlich kaputt sind, daraus wird kein Geheimnis gemacht. Da wäre schon Krüger, seit dem ersten Fall dabei, aber nur noch ein Schatten seiner selbst, der Visionen von der Toten hat. Während er aber noch Zugang zu der realen Welt hat, sind die Heyses in Folge des Verlustes schwer abgestürzt. Die Mutter wirkt selbst wie eine Tote, die vergessen hat, ins Jenseits hinüberzugehen. Der Vater ist heruntergekommen, hat sich seinem Schmerz ergeben. Damit die Situation noch ein bisschen deutlicher ist, arbeitet Spreewaldkrimi: Tote trauern nicht viel mit Kontrasten. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Flashbacks aus der Zeit, als das Mädchen noch am Leben war. Als Natur noch grün und vital war, und nicht die graue Misere, in der sie jetzt feststecken.

Kaum Krimikost

Wie sehr sich die Zuschauer und Zuschauerinnen in dem Film wiederfinden, hängt daher maßgeblich davon ab, ob man sich auf diese offen zur Schau gestellten Trauer einlassen kann – und will. Und auch die spirituellen Anflüge sind ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn die Toten sich hier immer mal wieder zu Wort melden. Teilweise sogar wortwörtlich. Im Vergleich zum letzten Mal verfolgt Spreewaldkrimi: Tote trauern nicht aber weniger eine regionale Richtung. Sieht man einmal von der obligatorischen Spreewaldgurke ab, gibt es relativ wenig Lokales oder Regionales. Stattdessen beschreibt Regisseur und Co-Autor Jan Fehse (Geliefert), der nach dem Weggang des langjährigen Autors Thomas Kirchner den Inhalt bestimmt, Menschen, die in einer individuellen Blase feststecken und aus dieser nicht wieder herausfinden.

Das geht schon einigermaßen zu Herzen, auch wenn das alles nicht übermäßig subtil oder feinfühlig inszeniert wurde. Gleichzeitig ist der Film aber auch irgendwie langweilig. Vor allem Krimifans, die gerne selbst rätseln, können sich Spreewaldkrimi: Tote trauern nicht sparen. Hier gibt es kaum Verdächtige oder alternative Wege, bei denen man eine Wahl treffen muss. Schon der Vorgänger ließ in der Hinsicht zu wünschen übrig. Dieses Mal kann man es gleich ganz aufgeben, irgendwas zu tun zu bekommen. Zwar werden die Fragen zum Tod des jungen Umweltschützers erst zum Schluss verraten, so viel Genrekonvention muss da schon sein. Richtig befriedigend ist das Ergebnis aber nicht. Das ist schade um die Atmosphäre und das an und für sich emotionale Szenario. Da wäre mehr drin gewesen.

Credits

OT: „Spreewaldkrimi: Tote trauern nicht“
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Regie: Jan Fehse
Drehbuch: Stephan Brüggenthies, Jan Fehse
Musik: Ralf Wienrich
Kamera: Frank Blau
Besetzung: Christian Redl, Thorsten Merten, Alina Stiegler, Sophie Lutz, Jan Krauter, Miri Sommer, Remo Schulze

Bilder

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Spreewaldkrimi: Tote trauern nicht
Fazit
In „Spreewaldkrimi: Tote trauern nicht“ wird die Leiche eines Umweltschützers gefunden, die Spur führt zu einem Jahre zurückliegenden Unglück. Die Geschichte ist traurig, überzeugt durch eine zwar nicht subtil inszenierte, aber doch wirkungsvoll melancholische Stimmung. Als Krimi taugt das aber nicht viel.
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