Der Staatsanwalt: Die letzte Absage ZDF TV Fernsehen Mediathek
© ZDF/Andrea Enderlein

Der Staatsanwalt: Die letzte Absage

Der Staatsanwalt: Die letzte Absage ZDF TV Fernsehen Mediathek
„Der Staatsanwalt: Die letzte Absage“ // Deutschland-Start: 11. März 2022 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Sie war bereits als vermisst gemeldet. Nun ist es offiziell: Irina Hofstetter ist tot, ermordet durch einen Unbekannten. Aber wer könnte es auf die junge Frau abgesehen haben? Bei ihrer Suche nach Antworten verfolgen Oberstaatsanwalt Bernd Reuther (Rainer Hunold), Hauptkommissarin Kerstin Klar (Fiona Coors) und Oberkommissar Max Fischer (Max Hemmersdorfer) mehrere Spuren. Da wäre der Ex-Freund Jonas Domaschke (Dominik Weber), der nicht gut auf die Tote zu sprechen ist. Aber auch Dr. Berthold Lazos (Jacques Breuer), Chef eines Pharmaunternehmen, bei dem die Verstorbene eigentlich eine neue Stelle antreten wollte, verhält sich verdächtig. Und was hat es mit dem vornehmen Businessclub auf sich, bei dem Hofstetter gewesen sein soll?

Ein solides (Nicht-)Ende

Manchmal dauert es etwas länger. Eigentlich hätte Die letzte Absage bereits vor einigen Wochen ausgestrahlt werden. Kurzfristig wurde aber das Programm umgeworfen, weshalb die Folge erst einmal nur in der Mediathek verfügbar war. Da man beim ZDF aber offensichtlich nicht darauf verzichten wollte, dass die Geschichte der beträchtlichen Fanbase auch „richtig“ gezeigt wird, wurde sie einfach ans Ende geschoben. Und so gibt es nun nach Schuld und Gewissen, dem ursprünglichen Ende der 17. Staffel vom Dauerbrenner Der Staatsanwalt, eben doch noch mal Nachschlag. Bei bislang über 100 veröffentlichten Episoden kann man sich zwar darüber streiten, ob es das unbedingt gebraucht hätte. Schaden tut es aber auch nicht, wenn das Ganze schon fertig vorliegt.

Hinzu kommt: Der Staatsanwalt: Die letzte Absage ist eine der besseren Episoden der aktuellen Staffel. Oft tat man sich bei den Drehbüchern schwer damit, das beliebte Whodunnit-Krimi-Prinzip, wo auf eine Leiche mehrere Verdächtige kommen, innerhalb von 58 Minuten abzuarbeiten. Das führte meistens dazu, dass von einem zum nächsten gehetzt wurde, die einzelnen Theorien nur pro forma drin waren und man das Gefühl hatte, dass da eine Checklist abgearbeitet wird. Das funktioniert hier schon besser. Im Grunde gibt es nur zwei grobe Richtungen, in welche die Ermittlungen gehen. Und die sind besser integriert. Man darf hier als Zuschauer und Zuschauerin noch ein wenig selbst miträtseln, was es mit dem Mord auf sich hat. Als Krimi ist das daher durchaus brauchbar.

Nicht wirklich plausibel

Die Glaubwürdigkeit ist dabei wie so oft bei der Serie eher bescheiden. Die Sache mit dem elitären Businessclub, bei dem man sich gegenseitig lukrative Geschäfte zuschiebt, ist dabei grundsätzlich noch nachvollziehbar. Solche Hinterzimmerdeals sind nun nicht gerade eine Seltenheit. Drumherum wurde beim dezent gesellschaftskritischen Der Staatsanwalt: Die letzte Absage aber schon einiges konstruiert. Dass beispielsweise die Verstorbene erfolglos von einer Bewerbung zur nächsten läuft, aber ausgerechnet bei dem großen Pharmaunternehmen die mit Abstand beste sein soll, klingt nicht so richtig plausibel. Auch bei den Figurenzeichnungen begnügte man sich mit dem Nötigsten. Das reicht dann, um am Freitagabend für eine knappe Stunde abzuschalten. Mehr als das sollte man hiervon nicht erwarten.

Credits

OT: „Der Staatsanwalt: Die letzte Absage“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Martin Kinkel
Drehbuch: Dagmar Rehbinder
Musik: Hansjörg Kohli
Kamera: Henning Jessel
Besetzung: Rainer Hunold, Fiona Coors, Max Hemmersdorfer, Shadi Hedayati, Heinrich Schafmeister, Heio von Stetten, Jacques Breuer, Maya Haddad, Dominik Weber, Max Krause, Tatjana Clasing

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Der Staatsanwalt: Die letzte Absage
Fazit
„Der Staatsanwalt: Die letzte Absage“ gibt sich ein wenig gesellschaftskritisch, wenn bei der Suche nach dem Mörder einer jungen Frau ein elitärer Businessclub in den Fokus rückt. Als Krimi ist das brauchbar, sofern man an die Glaubwürdigkeit und Figurenzeichnung keine größeren Anforderungen hat.
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