The Throwaways
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The Throwaways – Der einzige Ausweg

Inhalt / Kritik

The Throwaways
„The Throwaways – Der einzige Ausweg“ // Deutschland-Start: 14. Januar 2016 (DVD)

Als der Hacker Drew Reynolds (Sam Huntington) vom CIA geschnappt wird, sind seine Optionen beschränkt. Entweder wandert er für den Rest seines Lebens hinter Gittern oder er erklärt sich bereit, für den Geheimdienst zu arbeiten. Mangels besserer Alternativen lässt sich Drew auf den Deal ein, macht dabei aber zur Bedingung, dass er sich sein Team selbst aussuchen kann. Groß ist die Begeisterung bei den Agenten Connelly (Jack Kesy) und Holden (James Caan) dabei ja nicht, zumal Drew nicht unbedingt die Besten der Besten aussucht. Im Gegenteil:  Am Ende fällt seine Wahl auf Dan Fisher (Kevin Dillon), Gloria Miller (Katie McGrath) und Dmitri Stanislav (Christian Hillborg), sogenannte „Throwaways“, minderwertige Wegwerfware ohne große Erfolgsaussichten. Dabei ist ein Erfolg dringend nötig, müssen sie doch einen gefährlichen Cyberterroristen stoppen, dem ein wichtiger Schlüssel in die Hände gefallen ist …

Vernetzung als Einfallstor

Wie anfällig eine globalisierte, technologisierte Welt für Hacker ist, wurde in den letzten Monaten mehrfach vor Augen geführt. So führte kürzlich eine Cyberattacke auf eine US-Firma, die mit Management-Tools handelt, dazu, dass in einem Domino-Effekt weltweit rund tausend Firmen lahmgelegt wurden. Hohe Lösegeldforderungen waren die Folge. Dass sich immer mehr Filme dieses Themas annehmen, ist da nur verständlich. Die Möglichkeiten, eine Gesellschaft per Mausklick aus der Bahn zu werfen, ist zu erschreckend, als dass man ihr Potenzial nicht nutzen wollte. The Throwaways – Der einzige Ausweg hat dies vor einigen Jahren bereits getan. Damals konnten nach Belieben Stromausfälle erzeugt werden, gleich in welchem Land.

Dass das ein einziges Chaos bedeutet, ist klar. Anders als man vielleicht meinen könnte, ist The Throwaways aber kein reiner Thriller, wie es beispielsweise Blackhat oder Das Netz waren. Vielmehr befindet sich die US-Produktion irgendwo im Dreieck Thriller, Action und Komödie. Letztere bezieht sich dabei vor allem auf das Team, das seinem Titel gemäß nicht unbedingt dem Bild des zu 150 Prozent kompetenten Allzeithelden entspricht. Teilweise haben sie schon ihre Macken. Vor allem Fisher und Stanislav scheinen in erster Linie ausgewählt worden zu sein, um Komik in die Geschichte zu bringen. Die Figuren sind schon sehr überzogen, sind so albern, dass man sich an Police Academy und Kohorten erinnert fühlt. Anspruchsvoll ist das Ergebnis daher nicht. Witzig auch nicht so recht.

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Das ist insgesamt dann auch das Problem von The Throwaways: Der Film ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Gerade weil er irgendwie alles so ein bisschen macht, kommt am Ende zu wenig heraus. Das wirkt alles ein wenig planlos zusammengewürfelt. Wenn es zum Finale doch noch richtig handfest zur Sache geht und es zu einem Showdown zwischen der Chaostruppe und dem Feind kommt, dann passt das nicht wirklich zu dem, was vorher alles geschehen ist. Auch die Annäherung der Figuren, welche nach einem holprigen Start obligatorisch ist, überzeugt nicht wirklich. Da wird nur zufällig gemeinsam in Richtung Ziel gestolpert. Das muss für ein Happy End reichen.

Das bedeutet nicht, dass der Film damit eine absolute Katastrophe wäre. Zum Teil ist das hier ja schon ganz nett geworden. Außerdem ist es klar immer eine gewisse Genugtuung, wenn Leute, denen niemand etwas zutraut, am Ende triumphieren und die Welt retten. Aber es fällt schon schwer, den Titel The Throwaways nicht auch auf den Film als solchen anzuwenden: ein Wegwerfprodukt, über das man sich zwar nicht unbedingt ärgern muss, das aber zu wenig Argumente liefert, warum man es sich anschauen müsste. Dass ganz zum Schluss die Tür zu einer Fortsetzung einen Spalt weit geöffnet wird, ist deshalb nicht zwingend eine gute Nachricht. Da müsste das Drehbuch schon deutlich verbessert werden. Wobei der Film bei der Veröffentlichung derart untergegangen ist, dass ein zweiter Teil schon sehr unwahrscheinlich ist.

Credits

OT: „The Throwaways“
Land: USA
Jahr: 2016
Regie: Tony Bui
Drehbuch: Don Handfield, Michael Ross
Musik: Alex Kovacs, Jerome Leroy
Kamera: José David Montero
Besetzung: Sam Huntington, Katie McGrath, Christian Hillborg, Jack Kesy, Kevin Dillon, James Caan, Alfie Stewart

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„The Throwaways“ folgt einer ziemlichen Chaostruppe, die einen gefährlichen Cyberterroristen aufhalten muss. Das Ergebnis ist ein Film irgendwo zwischen Action, Komödie und Thriller, der zwar viel versucht, aber nur wenig überzeugt. Wer nicht gerade den albernen Humor mag, kann sich den Mix sparen.
4
von 10