Kritik

Bulldog Jack

„Bulldog Jack“ // Deutschland-Start: 17. Juli 2020 (DVD)

Auf seinem Weg zu einem wichtigen Treffen wird das Auto des Privatdetektivs Jack Drummond (Atholl Fleming), besser bekannt unter dem Spitznamen „Bulldog“ Drummond, sabotiert und er wird in einem Unfall verwickelt. Da sein gesundheitlicher Zustand es ihm nicht erlaubt, bittet der den Fahrer des anderen Wagens, Jack Pennington (Jack Hulbert), der Drummond sogleich erkennt und sich als großer Fan des Detektivs erweist, seine Identität zu übernehmen und statt seiner die Vernehmung einer Zeugin zu übernehmen. Pennington muss nicht lange überzeugt werden, besonders nicht, als er hört, dass die Zeugin besonders hübsch sein soll. Drummonds Butler und sein Assistent Algy (Claude Hulbert) sind in die Maskerade eingeweiht, doch protestieren lauthals, als Pennington nicht nur die Zeugin Ann Manders (Fay Wray) verhört, sondern auch schwört, den Fall zu lösen, koste es, was es wolle. Damit stürzt sich Pennington nämlich in einen Fall, der schon bald Erpressung, Entführung und eine groß angelegten Raubüberfall beinhaltet und ihn, wie auch Algy, der ihn auf Schritt und Tritt begleitet immer wieder in große Gefahr bringen wird. Auf der Suche nach Anns Großvater kommt er nämlich den Machenschaften eines Mannes namens Salvini (Paul Graetz) auf die Spur, der sich bei der Durchführung seiner Pläne nicht von einem Detektiv stören lassen will.

Der große Detektiv und seine Maskerade
Erfunden wurde die Figur des Privatdetektivs „Bulldog“ Drummond vom englischen Schriftsteller H.C. McNeile und dem schottischen Autor Gerard Fairlie, der die Reihe nach dem Tode McNeiles 1938 fortsetzte und auch am Drehbuch von Walter Fordes Film Bulldog Jack mitschrieb. Wenn auch nicht ganz so berühmt wie seine US-amerikanischen Pendants, trat die Figur über die Romane hinaus in vielen Filmen sowie Bühnenadaptionen auf. Der komödienerfahrene Walter Forde vermischt in Bulldog Jack die Detektivgeschichte mit komischen Elementen und spielt dabei nicht nur mit Versatzstücken der Vorlage, sondern auch mit der Figur des Detektivs an sich, die in diesem Falle eine Art Maskerade ist.

Im Original trägt Fordes Film den Titel „Alias Bulldog Drummond“, ein Verweis nicht nur auf die bekannte Figur, sondern zudem auf das Thema der Maskerade. Bereits nach wenigen Minuten wird nämlich der eigentliche Drummond kampfunfähig gemacht und spielt für die eigentliche Geschichte keine Rolle mehr, sodass er, weil irgendjemand schließlich seine Ermittlung leiten muss, seine Identität abgibt an den erstbesten, in diesem Falle den übereifrigen, aufgeblasenen Pennington. Mögen auch die engsten Vertrauten in den Rollentausch eingebunden sein, so füllt dieser Pennington doch die Rolle mehr als aus, wobei ihm seine Vorstellung, wie sich ein Detektiv zu verhalten hat, vermischt mit seinem Wunsch nach Abenteuer, vor allem dem amourösen mit der Zeugin, zur Hilfe kommt, aber auch für reichlich Verwirrung sorgt. Drummond wird ersetzbar, kann von jedem gespielt werden, solange die Maskerade aufrechterhalten wird und man sich also durch gewisse Manierismen als Detektiv zu erkennen gibt. Im Endeffekt kennt niemand den wahren Drummond, also kann ihn nach der Logik des Films jeder spielen.

Komik, Slapstick und Action
Der Rollentausch ist eine sehr beliebte Requisite in der Komödie, die nicht nur Regisseur Walter Forde gut kennt, sondern auch Schauspieler Jack Hulbert, der über einiges an Erfahrung in diesem Genre verfügt und an den Dialogen in Bulldog Jack mitschrieb. Mögen auch einige der Gags nicht gut gealtert sein und teils wie eine Nummernrevue wirken, die man schon einmal besser gesehen hat, verfügt das Drehbuch doch zumindest über einen Sinn für gutes Timing, wenn sich Komik und Action abwechseln. Gerade im Schlussdrittel, welches im verzweigten Londoner U-Bahn-System spielt, wird so einiges aufgefahren, von Slapstick bis hin zu einer halsbrecherischen Fahrt mit einer U-Bahn.

Credits

OT: „Bulldog Jack“
Land: UK
Jahr: 1935
Regie: Walter Forde
Drehbuch: Gerard Fairlie, Sidney Gilliat, Jack Hulbert, J.O.C. Orton
Vorlage: H.C. McNeile
Musik: Hubert Bath, Bretton Byrd, Louis Levy
Kamera: Mutz Greenbaum
Besetzung: Jack Hulbert, Fay Wray, Claude Hulbert, Ralph Richardson, Atholl Fleming, Paul Graetz

Bilder

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Bulldog Jack
"Bulldog Jack" ist eine recht unterhaltsame Mischung aus Kriminalfilm und Komödie. Auch wenn nicht alles gut gealtert ist in Walter Fordes Film, so kann nicht nur das Spiel mit der Maskerade des Detektivs überzeugen, sondern auch das spannende Finale.
6von 10

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