Kritik

S.W.A.T. Die Spezialeinheit

„S.W.A.T. – Die Spezialeinheit“ // Deutschland-Start: 4. Dezember 2003 (Kino) // 15. Juni 2004 (DVD/Blu-ray)

Nachdem er wegen Missachtens eines direkten Befehls bei seinen Vorgesetzten in Ungnade gefallen ist, erhält Jim Street (Colin Farrell) einen Job in der Waffenkammer des LAPD und ist nicht mehr länger Teil des SWAT-Teams, der Spezialeinheit der Polizei. Jedoch hat sein Handeln noch weitreichendere Folgen und wird für die Polizei Los Angeles’ zu einem Mediendesaster, sodass man dringend positive Schlagzeilen benötigt und Sergeant Dan Harrelson (Samuel L. Jackson), einen Veteranen der SWAT-Einheit, mit dem Erstellen eines neuen Teams betraut. Diese Chance lässt Harrelson nicht entgehen und sucht in den Reihen der Polizei nach geeigneten Kandidaten, wobei er auf die außerordentlichen Fähigkeiten Streets aufmerksam wird, den er als letztes Mitglied für seine Einheit nominiert, sehr zum Ärger der Führungsetage der LAPD. Schon bald nach ihren ersten bestandenen Tests, wartet die erste wirkliche Prüfung auf Harrelsons Team, denn der LAPD ist ein weltweit gesuchter Terrorist namens Alex Montel (Olivier Martinez) ins Netz gegangen, der nun in ein Hochsicherheitsgefängnis transportiert werden soll. Was zunächst wie ein Routineeinsatz wirkt, wird schnell zu einer wahren Herausforderung, denn Montel hat jedem, der ihn erfolgreich aus dem Gewahrsam des LAPD befreit, eine Belohnung von 100 Millionen Dollar versprochen. Das Geld wollen sich die Kriminellen der Stadt nicht entgehen lassen, sodass Harrelsons Teams bald alle Hände voll zu tun hat, denn die Feinde lauern schließlich auch in den eigenen Reihen.

Waffen und Taktiken
S.W.A.T. – Die Spezialeinheit basiert auf der TV-Serie Die knallharten Fünf aus den 70er Jahren, in der die Einsätze des Teams rund um Jim Street und Dan „Hondo“ Harrelson behandelt werden und deren Darsteller Gastauftritte im Film haben. Das Projekt wurde mehreren Regisseuren wie Michael Mann oder John Woo angeboten, bis letztlich Clark Johnson, der sich nicht nur als Darsteller, sondern auch als Regisseur von Episoden von Serien wie The Wire oder Homeland einen Namen gemacht hat, die Regie übernahm. Am Ende entstand eine Mischung aus Action und Thriller, der man seinen Ursprung als Serie anmerkt, deren Handlung teils konfus wirkt und sowohl erzählerisch wie auch ästhetisch eher einem Werbevideo für Einheiten wie S.W.A.T. gleicht.

Im Grunde genommen besteht S.W.A.T. – Die Spezialeinheit aus zwei Filmen oder Geschichten, bei der die zweite die eindeutig spannendere ist. Während der erste Teil eher die Funktion einer Exposition hat und sich auf die Konstellation sowie die Zusammenstellung des Teams konzentriert, nimmt der zweite Teil mit der Überführung Montels etwas an Fahrt auf. Ähnlich der Serie ist auch der Spielfilm eine Geschichte, die von einem Team also einem Ensemble erzählt, jedoch wirken die einzelnen Figuren eher reißbrettartig, klischeebeladen und darüber hinaus blass. Konflikte oder andere Mechanismen innerhalb der Truppe werden bestenfalls angedeutet und konzentrieren sich auf ein paar für den Verlauf der Handlung eher belanglose Alltagsszenen. Deutlich merkt man, dass Johnsons Film als erster Teil einer Filmreihe angelegt ist.

Eskalation und Vergessen
Deutlich spannender und unterhaltsamer ist da schon die zweite Hälfte des Films, der nun in Sachen Action und Spezialeffekten richtig aufdreht. Dadurch dass der Antagonist im Drehbuch David Ayers und David McKennas recht stiefmütterlich behandelt wurde und man ihn als Zuschauer schon fast vergessen hatte, wirkt er eher weniger als Bedrohung oder Herausforderung für das Team um Street und Harrelson. Als Konsequenz wirkt das Finale zwar solide inszeniert, aber wird wohl, ähnlich wie viele Figuren des Films, dem Zuschauer kaum im Gedächtnis bleiben.

Schauspielerisch geben Darsteller wie Colin Farrell, Samuel Lee Jackson und die wie immer unter Wert verkaufte Michelle Rodriguez ihr Bestes, um den Figuren Konturen zu geben, was zu einigen wenigen ganz gelungenen Szenen führt. Letztlich sind dies aber nur einige gute Momente in einem insgesamt überlangen Film, der richtungslos vor sich hin dümpelt und den man als Zuschauer wahrscheinlich schnell wieder vergessen hat.

Credits

OT: „S.W.A.T.“
Land: USA
Jahr: 2003
Regie: Clark Johnson
Drehbuch: David Ayer, David McKenna
Musik: Elliot Goldenthal
Kamera: Gabriel Beristain
Besetzung: Colin Farrell, Samuel L. Jackson, Michelle Rodriguez, Jeremy Renner, Olivier Martinez, Octavia Spencer

Bilder

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S.W.A.T. – Die Spezialeinheit
4.27 (85.45%) 11 Artikel bewerten

S.W.A.T. – Die Spezialeinheit
„S.W.A.T. – Die Spezialeinheit“ ist ein stellenweise solider, aber im ganzen überlanger Actionthriller. Trotz guter Darsteller und Spezialeffekte investiert der Film viel Zeit in die Exposition, der es zudem nicht gelingt, den Charakteren Konturen zu geben. So schleppt sich der Film durch seine Laufzeit von fast zwei Stunden und bleibt letztlich ein eher durchschnittlicher Eintrag im Actiongenre.
5von 10

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