Kritik

Ausreisser

„Ausreißer“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Jetzt aber schnell! Als Walter Dahlmann (Peter Jordan) seine Wohnung verlässt, hat er keine Zeit zu verlieren, schließlich muss der arbeitslose Architekt zu einem vielversprechenden Vorstellungsgespräch. Störungen kann er da wirklich nicht gebrauchen, vor allem nicht solche: Ein Junge namens Yuri (Maximilian Werner) taucht bei ihm auf und bittet ihn, zur Schule gebracht zu werden, weil seine Mutter nicht kann. Doch es ist gar nicht mal so sehr die Bitte, die Walter richtig aus dem Konzept bringt, sondern dass der Junge ihn Papa nennt. Und das wird er noch viele Male tun, denn trotz gegenteiliger Proteste ist Yuri fest entschlossen, bei ihm zu bleiben …

Es kann ziemlich unheimlich sein, für jemand anderen gehalten zu werden. Oder auch ziemlich komisch. Im Fall von Ausreißer trifft eher Letzteres zu, woran Hauptdarsteller Peter Jordan (Der letzte Cowboy) einen größeren Anteil hat. Die Art und Weise, wie er genervt versucht, den Jungen irgendwie loszuwerden, der aber an ihm hängt wie eine Klette, das hat schon Unterhaltungswert. Gleichzeitig gelingt es dem für einen Oscar nominierten Kurzfilm aber auch, die Neugierde des Publikums zu wecken. Woher kommt der Junge? Wieso ist er davon überzeugt, dass Walter sein Vater ist, obwohl der ihn nicht einmal kennt? Nach und nach finden sich Puzzleteile, die der Spekulation eine Richtung verleihen, ohne aber tatsächlich auf die Wendungen vorzubereiten, die der Kurzfilm gegen Ende bereithält. Ob diese gelungen sind, darüber kann man sich streiten, überraschend sind sie schon.

Credits

OT: „Ausreißer“
Land: Deutschland
Jahr: 2004
Regie: Ulrike Grote
Drehbuch: Linus Foerster
Musik: Jörn Kux
Kamera: Ute Freund
Besetzung: Peter Jordan, Maximilian Werner

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 2006 Bester Live Action Kurzfilm Nominierung

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Ausreißer
In „Ausreißer“ wird ein Mann von einem unbekannten Jungen verfolgt, der ihn Papa nennt. Das ist anfangs komisch, später ein bisschen mysteriös, bevor der Kurzfilm eine unerwartete Richtung einschlägt.
6von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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