Kritik

City Slickers

„City Slickers – Die Großstadt-Helden“ // Deutschland-Start: 26. September 1991 (Kino) // 13. März 2020 (Blu-ray)

Kurz vor seinem neununddreißigsten Geburtstag fühlt sich Mitch Robbins (Billy Crytsal) mit vielem in seinem Leben unzufrieden. Jeden Tag quält er sich zu seiner Arbeit bei einem Radiosender, ist immerzu müde und seine negativen Ansichten über das Leben beginnen, nicht nur seine Familie, sondern auch seine zwei besten Freunde seit Kindheitstagen, Phil (Daniel Stern) und Ed (Bruno Kirby), zu nerven. Ed, der es immer wieder schafft, seine Freunde zu Abenteuerurlauben zu motivieren, gelingt es auch dieses Mal, Mitch zu motivieren, mit ihm und Phil einen solchen anzutreten. Als Geschenk zu dessen Geburtstag teilt er ihm mit, dass sie schon bald nach Colorado aufbrechen werden, wo sie zusammen mit echten Viehtreibern und ein paar weiteren Touristen eine große Viehherde nach New Mexico bringen müssen. Auf der Ranch angekommen, geben sich die Großstädter alle Mühe mitzuhalten mit den echten Cowboys, die für sie nur ein müdes Lächeln übrig haben. Ser gestandene Cowboy Curly (Jack Palance) scheint es dabei besonders auf Mitch abgesehen zu haben und diesen des Öfteren provozieren zu wollen. Doch schon bald sehen die drei Freunde ihrer ersten echten Probe entgegen, denn nach einem tragischen Ereignis liegt es nun an ihnen, die Viehherde unbeschadet und vollständig an ihr Ziel zu bringen.

Von Städtern und Landeiern
Manchmal reicht in Hollywood schon ein Fehltritt aus und man ist auf ewig gebrandmarkt, auch wenn man vorher einige sehr vielversprechende Produktionen gemacht hat. Im Falle von US-Regisseur Ron Underwood war es Pluto Nash – Im Kampf gegen die Mondmafia, der ihm nicht nur eine Goldene Himbeere einbrachte, sondern dessen kommerzieller Misserfolg bis heute einen Schatten auf seine Karriere warf. Davor hatte Underwood mit Produktionen wie Im Land der Raketenwürmer und City Slickers – Die Großstadthelden sein Talent für gutes Unterhaltungskino bewiesen und nebenbei noch seine Liebe für den modernen Western.

Mit dem Begriff des „city slicker“ bezeichnet man Menschen, die in einer Stadt aufwuchsen und an die Gewohnheiten des Landlebens nicht gewöhnt sind. Die Bezeichnung ist sehr negativ konnotiert, weist aber auf jenen Unterschied zwischen Land und Stadt sowie deren Bewohner hin, auf den Lowell Glanz’ Drehbuch immer wieder auf ironische und mit allerlei Verweisen versehen hindeutet. Das Land ist für Städter wie Mitch, Ed und Phil gleichbedeutend mit den Bildern eines Western wie Red River, in denen meist John Wayne als Inbegriff des amerikanischen Western und seiner Werte meist den Hüter der Ordnung spielte. In gewisser Weise ist gerade eine Rolle, wie sie Jack Palance spielt, als direkter Verweis auf eben diese Figuren, wie sie Wayne in unzähligen Filmen spielte, zu verstehen.

Dann aber ist das Land aber auch immer das Unbekannte und das Abenteuer, nach welchem man sich sehnt, gerade wenn man so gefangen in einer Routine ist, wie es die drei Figuren sind. Die simple Aufgabe des Lassowerfens oder des Viehtreibens sind essentieller Teil dieses Abenteuers, was vornehmlich maskulin besetzt zu sein scheint, ein Männlichkeitsideal erweckt, welchem man natürlich entsprechen will.

Der Herde folgen
Das Bild des Treibens und des Getriebenwerdens bildet eine Art Rahmung dieses Films. Anfangs noch von einer Viehherde in Pamplona, Spanien beim alljährlichen Stierlauf gejagt, sind die drei Freunde nun diejenigen, die nun eine solche Herde treiben müssen und dabei wieder dahin zurückfinden müssen, Kontrolle in ihrem Leben auszuüben, sich über das Wichtige im Leben Gedanken zu machen und endlich die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Mag dies auch als narratives Fundament nicht neu sein, so gelingt es besonders Underwoods großartigem Darstellerensemble, seine Charaktere mit großer Sympathie und Menschlichkeit zu spielen.

Hinzu kommt noch der an die großen amerikanischen Western angelehnte Soundtrack von Marc Shaiman und Thomas Richard Sharp, der die Weite des Landes als diesen Sehnsuchtsort betont, der er für viele immer noch ist: die Prämisse der Freiheit und der Grenzenlosigkeit, wie man sie im Leben gerne hätte.

Credits

OT: „City Slickers“
Land: USA
Jahr: 1991
Regie: Ron Underwood
Drehbuch: Lowell Ganz
Musik: Marc Shaiman, Thomas Richard Sharp
Kamera: Dean Semler
Besetzung: Billy Crystal, Daniel Stern, Bruno Kirby, Patricia Wettig, Helen Slater, Jack Palance

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City Slickers – Die Großstadt-Helden
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City Slickers – Die Großstadt-Helden
„City Slickers – Die Großstadt-Helden“ ist ein sehr sympathischer und amüsanter Film über Freundschaft und über unsere ewige Suche nach dem Abenteuer im Leben. Nicht zuletzt wegen seiner Darsteller, der Musik und des Drehbuchs kann Ron Underwoods Film in vielen Belangen punkten.
7von 10

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