Red Heat

„Red Heat“ // Deutschland-Start: 6. Oktober 1988 (Kino) // 24. Oktober 2019 (DVD/Blu-ray)

Schon seit langer Zeit versucht die Moskauer Polizei, allen voran Kapitän Ivan Danko (Arnold Schwarzenegger), einen organisierten Drogenhändlerring aufzudecken, an dessen Spitze er und sein Partner den Georgier Viktor Rosta (Ed O’Ross) vermuten. Als bei einer Razzia Rosta und seine Männer endlich festgenommen werden sollen, gelingt diesen die Flucht und sie beginnen ein Feuergefecht mit der Polizei, bei dem Dankos Partner ums Leben kommt. Wochen später kann die Polizei endlich die Spur des Verbrechers zurückverfolgen, aber die führt ausgerechnet in die Vereinigte Staaten, in die Stadt Chicago. Dort angekommen bleibt die Stimmung zwischen Danko sowie den amerikanischen Kollegen eher kühl. Besonders der eher großmäulige Arthur ‚Art‘ Ridzik (James Belushi) ist wenig begeistert von dem russischen Muskelberg, der ihnen, wie er und seine Partner vermuten, wichtige Informationen vorenthält. In einem weiteren Schusswechsel gelingt Rosta dann abermals die Flucht und es liegt an Danko und Ridzik, nun den Drogendealer festzunehmen und so weiteres Blutvergießen zu vermeiden.

Ein explosives Gespann
Wohl kaum ein anderes Genre steht so sinnbildlich für die 80er wie der „buddy cop“ Actionfilm. Zwar sind Ermittlerduos innerhalb des Genres nichts Neues, aber gerade diese Mischung aus harter Action und flotten Sprüchen ist essenziell für Filme wie die Lethal Weapon-Reihe oder der von Walter Hill inszenierte Nur 48 Stunden. Im Falle von Red Heat könnte das Duo nicht ungleicher sein, nicht nur in Bezug auf Aspekte wie Physis oder Auftreten, sondern auch da Danko und Ridzik für Stereotypen zweier Nationen stehen, die sich im Kalten Krieg noch als Feinde gegenüber standen.

Wie bereits in anderen Filmen zeigt sich Hill als Talent im Einführen seiner Figuren und deren Charakter. Während der erste Einsatz Danko dessen Körperlichkeit und stoische Natur betont, die nicht umsonst an die Western-Charaktere eines Clint Eastwood erinnert, verlässt sich Ridzik auf seine Intuition und nicht zuletzt seine große Klappe. Ähnlich dem Duo Nick Nolte/Eddie Murphy in Nur 48 Stunden besteht der Reiz der Zusammenstellung in der Gegensätzlichkeit dieser Figuren, die durch äußere Umstände gezwungen werden miteinander zu kooperieren. Gerade die Eröffnungssequenz in der russischen Sauna, in der Danke wichtige Hinweise über den Aufenthaltsorts Rostas erhält, gehört zu den besten des Films, wie Hill selbst in Interview zugibt.

Zwei Welten vereint
Offensichtlich spielt das Skript, an dem Hill mitarbeitete, mit der Dualität seiner Figuren. Während Danke beim Anblick eines Pornos im Fernsehen dies trocken mit „Kapitalismus“ kommentiert, eher unauffällig bleiben will und ein Mann weniger Worte ist, geht James Belushi geradezu auf in seiner Rolle als Entertainer, eines Mannes, der die Show braucht und sich selbst stets gut inszeniert wissen will.

Nicht zuletzt wird diese Gegensätzlichkeit auch in der Wahl der Handlungsorte widergespiegelt. Während Hill zusammen mit Kameramann Matthew F. Leonetti Chicago als den chaotischen, schmuddeligen Großstadtdschungel präsentiert, in dem sich jemand wie Rosta verstecken kann, ist das Russland im Film klar strukturiert, sehr auf die Darstellung von Ordnung aus, was beispielsweise die Szene einer Militärparade auf dem Roten Platz betont. Zudem unterstreicht die Musik James Horners das Zusammenprallen der beiden Nationen, den inszenierten Heroismus wie auch die dunklen Zwischentöne in diesem Bild.



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Red Heat
4.06 (81.18%) 17 Artikel bewerten

Red Heat
"Red Heat" ist ein solider Actionfilm, der besonders von der einzigartigen Persönlichkeit seiner beiden Hauptdarsteller lebt. Darüber hinaus punktet der Film durch die Inszenierung seiner Handlungsorte, auch wenn die Charakterisierung des Gegenspielers dabei etwas zu kurz kommt und dieser blass bleibt. Dennoch bietet Walter Hills Film gute Unterhaltung und viele gute Szenen.
6von 10

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