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„bayala – Das magische Elfenabenteuer“ // Deutschland-Start: 24. Oktober 2019 (Kino)

Einst war die Elfenwelt von bayala voller Magie, reich an Pflanzen und Schönheit. Doch dies scheint sich zu ändern, seitdem die Drachen verschwunden sind. Im ganzen Land wird nun beobachtet, wie alles verwelkt und zu Grunde geht, ein Gegenmittel hat bislang niemand gefunden. Ganz klar, auf Eyela, die bald zur Königin der Sonnenelfen gekrönt werden soll, warten wichtige Aufgaben. Aber dann taucht auf einmal ein Drachenei auf, das den Elfen neue Hoffnung spendet. Vielleicht lässt sich das Unglück ja doch noch aufhalten? Dafür müssen jedoch die verstreuten Elfenvölker erst einmal wieder zusammenfinden und das Ei zu den Drachen gebracht werden. Für Prinzessin Surah ist dies der Anfang eines großen Abenteuers, das sie auch in das Reich der bösen Schattenelfe führen wird …

Animationsfilme sind in Deutschland bekanntlich eher Mangelware. Und wenn doch mal einer erscheint, dann basiert er mit hoher Wahrscheinlichkeit auf irgendeinem Franchise. Vor allem Kinderbücher werden immer wieder gern adaptiert, siehe etwa Der kleine Rabe Socke, Prinzessin Emmy beruhte wiederum auf einem Magazin. Nun gibt es erneut Nachschub für eine ganz junge Zielgruppe. Doch bei bayala – Das magische Elfenabenteuer steht ausnahmsweise mal keine gedruckte Vorlage an. Vielmehr erhofft man sich hier Synergieeffekte mit der gleichnamigen Spielzeugreihe: Wer die schon daheim hat, läuft ins Kino; wer die Figuren erst durchs Kino kennenlernt, holt sich danach die Plastikvariante für zu Hause.

Ein Mädchenabenteuer, wie es im Buche steht
Das ist erst mal nicht sonderlich verwerflich oder auch neu. In den 80ern gab es praktisch kein Entkommen vor Zeichentrickserien, die bekannten Spielzeugfiguren das Laufen beibrachten, von Masters of the Universe über M.A.S.K. bis zu Transformers. Anders als bei diesen Vorfahren sollen mit bayala – Das magische Elfenabenteuer aber in erster Linie Mädchen angesprochen werden. Schließlich gibt es hier fast ausschließlich weibliche Figuren, dazu eine verräterische Farbgebung: Vieles ist in Pink- und Lilatönen gehalten, was auch im Jahr 2019 noch mit Mädchen gleichgesetzt wird. Die Figuren sehen zudem wie Barbie-Puppen aus.

Nein, progressiv ist das Ganze sicher nicht. Und auch sonst sind die Ambitionen eher überschaubar: Das Drehbuchteam hat hier ein klassisches Fantasyabenteuer zusammengedichtet, das man in der Form schon viele Male gesehen hat und sich gerne an dem festkrallt, was bislang funktioniert hat. Beispielsweise ist die Gegenspielerin die Schattenkönigin, weil Schatten nun mal böse sind. Ihre einzige Charaktereigenschaft ist dann auch, dass sie böse ist. Interessanter ist da schon, dass Surah aufgrund ihrer langjährigen Gefangenschaft im Schattenreich deren Flügeleigenschaften übernommen hat, was für ein paar Ausflüge in den Themenbereich Vorurteile und Toleranz gut ist. Übernommen hat sich dabei aber inhaltlich niemand.

Sieht irgendwie alles gleich aus …
Schade ist vor allem, wie wenig die Macher aus den unterschiedlichen Landschaften und Völkern herausgeholt haben. Wo beispielsweise das Team hinter der Netflix-Serie Der dunkle Kristall: Ära des Widerstands viel in den Aufbau und die Mythologie investiert hat, um so das Gefühl einer Welt zu erschaffen, da wirkt das hier viel zu gleichförmig. Waldelfen einfach nur die Farbe Grün zu geben, ist dann doch ein bisschen wenig zur Unterscheidung. Darunter leidet vor allem die Abenteueratmosphäre, wenn die Geschichte mal Fahrt aufnimmt und die fernen Orte besucht werden wollen. Anstatt wirklich das Gefühl zu vermitteln, durch eine große Welt zu reisen, meint man hier, nur ein paar Mal um den Block gefahren zu sein. Da wäre wirklich deutlich mehr drin gewesen, ebenso bei der Magie: Für etwas, das angeblich so allgegenwärtig ist, sieht man relativ wenig davon. Eigentlich beschränkt sie sich auf ein paar Wirbelstürme, die entfacht werden können.

Der jüngeren Zielgruppe wird das alles aber vermutlich egal sein, zumal die innere Tristesse durch besagten Mut zur Farbe ausgeglichen wird. Gerade die Drachen sind sehr ungewöhnlich gestaltet, heben sich mit ihren schillernden Designs von dem üblichen Fantasyeinerlei ab. Zudem wird die Aufmerksamkeit der Zuschauer und Zuschauerinnen durch den hohen Actionanteil und die tierischen Sidekicks gebunden, die für die humorvollen Passagen zuständig sind. Zu sehen gibt es daher eine Menge beim Beitrag des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart 2019, bei den Landschaften ist das teils recht hübsch, auch wenn das insgesamt gerade so fürs Mittelfeld reicht. Wirklich zauberhaft ist das hier nicht, es erfüllt aber seinen Zweck.



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bayala – Das magische Elfenabenteuer
„bayala – Das magische Elfenabenteuer“ nimmt uns mit in eine ferne Elfenwelt, in der Drachen und Magie rar geworden sind, die Natur langsam stirbt. Das auf einer Spielzeugreihe basierende Abenteuer gefällt dabei durch teils ungewöhnliche Optik, macht aber zu wenig aus seinem Szenario und bietet auch sonst nur Fantasy von der Stange.
5von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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