Billionaire Boys Club

„Billionaire Boys Club“ // Deutschland-Start: 13. September 2019 (DVD/Blu-ray)

USA in den wilden 80ern: Im Rausch von Partys und Drogen merken Joe Hunt (Ansel Elgort) und Dean Karny (Taron Egerton), ihres Zeichens junge Harvard-Absolventen, dass die Zeit noch deutlich mehr verspricht. Aktiengeschäfte sind nämlich der letzte Schrei. Mit ein wenig Startkapital und dem Investieren in Gold gelingt den beiden so der erste kleine Coup. Doch das ist nur der Anfang. Mithilfe des großzügigen Investors Ron Levin (Kevin Spacey) geht es nun steil bergauf. Durch Deans Kontakte, der Intelligenz von Joe und Ron als Geldgeber im Rücken entsteht so eine eigene Firma unter dem Namen Billionaire Boys Club, kurz BBC. Nach dem anfänglichen Erfolg dauert es jedoch nicht lange, bis die ersten Komplikationen aufkommen und das Kartenhaus im Begriff ist langsam in sich einzustürzen.

Exzentrische Filmbiographien
Filmbiographien erfreuen sich beim Publikum nach wie vor großer Beliebtheit. Billionaire Boys Club von Regisseur und Co-Autor James Cox reiht sich in der Hinsicht gut ein, denn auch er basiert auf wahren Begebenheiten. Wie schon The Wolf of Wall Street und War Dogs erzählt der Film von exzentrischen junge Männern, die mit krummen Geschäften zu ihrer Zeit Millionen Dollar machten. Und noch etwas haben sie gemeinsam: Am Ende gewinnt immer das System. Joe Hunt, der bis zum heutigen Tag hinter Gittern sitzt, muss sich so wie Jordan Belfort von The Wolf of Wall Street dem System beugen. Man könnte diese Filme und besonders Billionaire Boys Club in der Hinsicht also schon fast ein wenig als moralisierend ansehen, die sich ganz nach dem Motto „Verbrechen lohnt sich nicht“ gegen den unmoralischen Unternehmer richten.

Moral im Unternehmen
Ganz besonders interessant ist dabei, dass Moral und unternehmerisches Handeln oftmals Gegenpole darstellen und nur schwer miteinander zu vereinen sind. Kevin Spacey verdeutlicht dies mit seiner Figur besonders gut, denn auch er ist, wie er selbst von sich sagt, nur ein Gauner. Unethisch, korrupt und unmoralisch sein gehört immer ein wenig zum Unternehmer hinzu, könnte man daher auch als die Schlussfolgerung von Billionaire Boys Club verstehen. Dies mag zwar keine neue Erkenntnis sein, das einstürzende Kartenhaus der BBC zeigt aber doch sehr gelungen, dass es für Big Player nur eine Frage der Zeit ist, bis sie zum Machiavellisten werden, denen jedes Mittel recht ist, um das eigene Geld und die damit verbundene Macht zu beschützen.

Jung-Millionäre im Kino
In dem Film erhalten wir einen Einblick in das Leben der Superreichen. Wie das viele Geld erwirtschaftet wird, dies ist aber nie wirklich so ganz transparent. Stattdessen ist Cox’ Werk eher oberflächlich gehalten und hält sich vorwiegend an die dramatischen Filmkonventionen. Das Problem von Billionaire Boys Club, welches sich gegen Ende hin intensiviert, ist dann aber doch der zu starke Fokus auf die realen Begebenheiten, sollten sie denn eins zu eins so stattgefunden haben. Ein wenig Humor oder Tiefe seitens der Figuren hätten dem Film auf die eine oder andere Weise sicher nicht geschadet. Das biografische Drama genügt zwar den Ansprüchen, ist aber weder gänzlich unterhaltend, noch besonders tiefsinnig. Dafür war es aber umso schöner Kevin Spacey noch einmal gesehen zu haben, denn dies war dann wohl – bedauerlicherweise – der letzte Film mit ihm.

Billionaire Boys Club
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Billionaire Boys Club
Zwei junge Harvard-Absolventen steigen in das Investmentbusiness ein und sind bald mehrere Millionen schwer. Wie so oft ist dies aber nicht auf Dauer. Was folgt ist ein Drama mit einer spannenden Kriminote, das den einen oder anderen Plot Twist parat hält.
6von 10

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