Another Life

„Another Life – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 25. Juli 2019 (Netflix)

Auf einmal war es da, dieses seltsame Artefakt, das aus den Weiten des Alls kam. Was es hier soll und von wem es genau stammt, das kann keiner beantworten. Und so machen sich gleich zwei Teams an die Arbeit, für alle Fälle gerüstet zu sein. Während der Wissenschaftler Erik Wallace (Justin Chatwin) alles dran setzt, um mit der außerirdischen Lebensform eine Kommunikation aufzubauen, da reist seine Frau Niko Breckinridge (Katee Sackhoff) ins All, um die Ursprünge des Artefakts zu klären – und notfalls mit Waffengewalt einzugreifen. Doch noch bevor ihr Raumschiff den Zielort erreicht, kommt es zu einer Reihe von Problemen, welche die Stimmung an Bord zunehmend erhitzt.

Science-Fiction-Fans können sich derzeit eigentlich nicht über mangelnden Nachschub beklagen. Zumindest im Kino kommt derzeit jede Menge heraus: Neben den kontinuierlichen Marvel-Ausflügen steht dieses Jahr der letzte Star Wars-Teil an, dazu gesellen sich Titel wie I Am Mother und Ad Astra, die von einer fernen Zukunft oder auch fremden Planeten erzählen. Und auch für die daheimgebliebenen Futuristen wird eine Menge produziert. Gerade Netflix ist ständig darum bemüht, die Anhänger und Anhängerinnen solcher Geschichten bei Laune zu halten.

Anfang gut, alles gut?
Während das quantitativ noch gut klappt, ist das mit der Qualität schon schwieriger. Gute Titel gibt es zwar, etwa den indischen Geheimtipp Leila oder die Datingdystopie Osmosis. Das meiste ist jedoch durchwachsen, teilweise nicht einmal das. Und da reiht sich nun Another Life ein, das mit einer interessanten Prämisse an den Start geht, die ein wenig an Arrival erinnert – ein Wissenschaftlerteam sucht die Kommunikation mit Außerirdischen, während andere schon die Messer wetzen. Doch nur weil die Grundidee interessant ist, muss es das Endergebnis nicht sein.

Das erste Problem ist eines, was so viele US-Serien plagt: Man will dem Publikum möglichst viel Eye Candy bieten und engagierte deswegen ausschließlich Quasi-Models. Das ist in Maßen natürlich vertretbar, in dieser Konzentration dann aber doch übertrieben – zumal es fast ausschließlich junge Menschen an Bord schafften. Hinzu kommt, dass die zehn Drehbuchautor*innen – bei zehn Folgen – es entweder witzig oder spannend fanden, lauter Drama Queens mitzunehmen. Das Geschlecht spielt keine Rolle, hier geht sich jeder gegenseitig an die Gurgel, oft aus nicht erkennbaren Motiven. Another Life spricht auch die Schwierigkeit an, über Monate hinweg auf engem Raum zusammenleben zu müssen und findet noch eine andere Entschuldigung. Dennoch wird es hier oft unfreiwillig komisch, wenn die angeblich fähigsten Männer und Frauen für den Job so wirken, als hätte man sie aus dem Big-Brother-Container herausgefischt.

Kopie Marke Eigenbau
Aber selbst wenn die Serie mal nicht damit beschäftigt ist, den Alltag zu einem von Eitelkeiten gestörten Egotrip zu machen, der die eigentliche Mission völlig vergessen lässt, ist das Ergebnis enttäuschend. Vieles wurde einfach aus anderen Filmen zusammengeklaut, ohne dass man einen Dreh fand, etwas Neues daraus zu machen. Oder wenigstens etwas Gleichwertiges. Denn ob es nun die teils fürchterlichen Dialoge sind oder die tendenziell immer etwas billige Optik: Another Life ist das Serienpendant zu den ganzen Lookalike-B-Movies, die auf dem Grabbeltisch zu Hause sind und das uninformierte Publikum zum Kaufen täuschen wollen. Wem schon der Netflix-Kollege Nightflyers vor einigen Monaten zu generisch war, der braucht es hiermit erst gar nicht zu versuchen.

Hin und wieder mal gibt es kleine Unterbrechungen in der Misere. Wenn die Crew beispielsweise Halt auf einem fremden Planeten macht – schließlich sind wir theoretisch auf einer Reise –, sieht es für einen Moment so aus, als könne das hier doch noch spannend werden. Fremde Lebensformen, seien sie nun tierischer oder pflanzlicher Natur, sind schließlich ein Freischein, sich alles Mögliche einmal auszudenken. Während der wissenschaftliche Raumfahrt-Teil von Another Life natürlich völliger Quatsch ist, traute man sich bei den biologischen Aspekten jedoch nicht wirklich, mal ein bisschen Gas zu geben. Einige Ideen sind jedoch brauchbar und wer unbedingt mal wieder von daheim aus ins All reisen will, kann es hiermit versuchen. Nennenswerte Inspirationen wird man dort jedoch kaum finden.



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Another Life – Staffel 1
3.49 (69.78%) 45 Artikel bewerten

Another Life – Staffel 1
„Another Life“ beginnt vielversprechend, wenn zwei Teams sich aufmachen, ein mysteriöses Alien-Artefakt zu entschlüsseln – die einen durch Kommunikation, die anderen durch Gewalt. Doch kurze Zeit später steht der wenig beglückende Alltag an: Die Crew besteht aus unfähigen Quasi-Models, die Optik ist billig, es fehlen zudem die Ideen, um aus der intergalaktischen Reise wirklich ein spannendes Abenteuer zu machen.
4von 10

6 Responses

  1. Petra

    Meiner Familie und mir gefällt die Serie Another life Wir finden sie spannend und die Schauspieler passen Danke Netflix 😀

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    • Ati

      Another Life ist Low-Budget-Film. Am film anfang gibt es kein anständiges präsentation. Und das Außerirdisches objekt, was vom himmel runterstürzt, schaut aus wie ein billiges 3D werbung animation. Der form des objektes schaut lachhaft aus.

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  2. Paul

    Schweine im Weltall ist spannender, hat bessere CGI und intelligentere Besatzungsmitglieder. So etwas bescheuertes habe ich schon lang nicht mehr gesehen, da freu ich mich doch auf Staffel 4 von the expanse und DUNE.

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  3. ludicrous17

    Sie haben sich geliebt! Eine KI wie William und Nico. (Nico hat das gewusst) Immer eine bessere Person erschaffen als sie selbst ist! Sich zu lieben und besser zu verstehen. Dabei hat William und Nico eine KI erschaffen, die Nico um so besser kennenlernt um sie nicht zu verstehen und die alles Leben zu vernichten droht, egal wie sehr die Menschen sie darum betteln. Die Szene mit seiner kleinen Tochter in dem Arm vom Wissenschaftler vom Team auf der Erde, im übrigen eine geniale Idee, gleich zwei Perspektiven aufzuzeigen. Eine organisierte, erprobte und durchdoktrinierte Mission und mit allen Mitteln durchzuführende Aufgabe der Geschichte und eine zweite, auf der Erde, mit vielen ungelösten Aufgaben und als man Bestätigung erfährt, auch im Hintergrund eines kleinen kranken Mädchens, die wohl in der zweiten Staffel noch eine Rolle spielen wird. Die wahren Absichten des Volkes Arkardia zu verstehen, das wird wohl Zukunft bleiben. In der zweiten Staffel. So ist sie mit seinem Dad ins Licht gegangen und ich bin gespannt!

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  4. huggin

    Also ich habe gerade die ersten 3 Teile angesehen, ist spannend gemacht.
    Aber warum sollte jemand mit Verantwortungsbewusstsein solche Psychos gemeinsam wo hin schicken.
    Wenn das wirklich das beste ist was die Amis unter einer qualifizierten Mannschaft verstehen, dann gute Nacht 😐
    Solche Stories sind mit den aufeinander treffenden Charakteren recht nett, aber soviel Ego und Blödheit auf einem Haufen zusammen …
    ich würde mir mehr Vernünftigen Menschenverstand wünschen – aber das ist wohl nicht zu erwarten.

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    • Mardu

      Man hat beim Projekt Mars 500 und dem Vorläuferprojekt viele Erfahrungen zur Gruppenzusammensetzung, Charaktervoraussetzungen der Teilnehmer usw gesammelt, die den Schauspielern in der Serie komplett widersprechen.

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