„DC Super Hero Girls: Legenden von Atlantis“ // Deutschland-Start: 4. Oktober 2018 (DVD)

Es sah aus nach einem ganz normalen Tag der Super Hero High. Oder so normal ein Tag im Leben von angehenden Superheldinnen nun einmal sein kann. Aber all das ist vorbei, als die diebischen Schwestern Siren und Mera ein mächtiges Buch in ihre Gewalt bringen. Das Ziel: Mit seiner Hilfe eine Armee von Unterwasserkreaturen aufstellen. Dem können die Schülerinnen natürlich nicht tatenlos zusehen. Und so machen sich Wonder Woman, Batgirl, Supergirl und der Rest der Clique auf den Weg, das wertvolle Artefakt wieder in ihre Hände zu bekommen und den beiden Schurkinnen das Handwerk zu legen.

Ist das jetzt Zufall oder doch ein konzertiertes Marketingzusammenspiel? Zumindest ist es auffällig, dass kurz nach Lego DC Super Heroes: Aquaman – Die Rache von Atlantis mit Legenden von Atlantis nun schon der zweite Unterwasserfilm aus dem Hause DC Comics ansteht, wenige Wochen, bevor Aquaman dann auch auf der großen Leinwand herumtollt. Wobei die drei Filme natürlich unterschiedliche Zielgruppen ansprechen sollen, um das Beste aus dem reichen Fundus an Superhelden herauszuholen.

Frauen an die Macht!
Und ohnehin: Aquaman hat hier nur wenig zu tun. So wie alle männlichen Figuren in Legenden von Atlantis reine Nebenerscheinungen sind, oftmals nicht einmal sonderlich kompetente. Das wird jedoch nur für diejenigen eine Überraschung sein, die keinen der vorangegangenen Teile aus der DC Super Hero Girls Reihe gesehen haben. Wie schon in Heldin des Jahres oder Intergalaktische Spiele dürfen hier ausnahmsweise mal die weiblichen Charaktere im Vordergrund stehen, sowohl auf der guten wie auf der bösen Seite sind fast ausnahmslos Frauen zu sehen.

Das ist erneut gleichermaßen sympathisch wie kurios. Auf der einen Seite dürfen Mädchen hier erfahren, dass Heldentum eben nicht allein Sache des Mannes ist – die Reihe ist da deutlich emanzipierter als die Hollywood-Variante. Gleichzeitig ist die Vorstellung natürlich absurd, dass Teenager-Varianten der bekannten Figuren gemeinsam die Schulbank drücken und die Freizeit abwechselnd darin besteht, die Welt zu retten und Hausaufgaben zu machen.

Von allem ein bisschen
Aber Sinn oder Plausibilität haben bei derartigen Filmen ohnehin höchstens zufällig mal etwas verloren. Wichtiger ist der Unterhaltungsgrad. Der pendelt sich hier auf einem ordentlichen Niveau ein, wenn sich Action und zwischenmenschliche Themen die Waage halten, zwischendrin auch ein bisschen Humor mit rein darf – wenn auch nicht in dem Maße wie bei der Schwester-Variante von Lego DC Super Hero Girls. Dabei bleibt die Zielgruppe immer fest im Blick: Nicht nur die Figuren sind auf Mädchen ausgerichtet, der Inhalt ist ebenfalls eine abgewandelte Fassung der üblichen Comicgeschichten.

Bei der Optik gab man sich weniger Mühe. Man merkt Legenden von Atlantis doch deutlich an, dass es eine Direct-to-Video-Produktion ist. Und nicht einmal eine, die Teil der langlebigen DC Comics Animationsreihe ist, sondern parallel dazu läuft. Da war kein großes Budget zu holen, gerade bei den Animationen ist das hier entsprechend billig. Aber es erfüllt seinen Zweck, nicht mehr, nicht weniger. Wer die vorherigen Filme rund um die jungen Superheldinnen mochte, der bekommt hier Nachschub, der keine großen Ambitionen verfolgt, aber auch nichts wirklich verkehrt macht.

DC Super Hero Girls: Legenden von Atlantis
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DC Super Hero Girls: Legenden von Atlantis
Superheldinnen von der Stange: „Legenden von Atlantis“ führt die bisherige Reihe fort, ohne etwas am Prinzip zu ändern. Das bedeutet, dass es hier erneut eine Abwandlung der Comicfiguren gibt, die sich an Mädchen wendet und eine Mischung aus Action, Humor und ein bisschen zwischenmenschliches Drama bietet.
5von 10

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