What Keeps You Alive

„What Keeps You Alive“ // Deutschland-Release: 3. Januar 2018 (DVD/Blu-ray)

Ein Jahr sind Jackie (Hannah Emily Anderson) und Jules (Brittany Allen) nun schon glücklich miteinander verheiratet. Und das muss gefeiert werden! Anstatt eine große Party zu schmeißen oder rund um dem Globus zu jetten, beschließen die zwei, diesen besonderen Tag an einem besonderen Ort zu feiern: die abgelegene Waldhütte, in der Jackie früher viel Zeit verbrachte. Von trauter Zweisamkeit ist jedoch nichts zu spüren, da Jackie bald von den Geistern ihrer Vergangenheit eingeholt wird – realen wie erinnerten. Aber auch Jules stehen einige unangenehme Begegnungen bevor, die sie zeit ihres Lebens nicht mehr vergessen wird.

Wenn Filme in abgelegenen Häusern spielen, am besten noch irgendwo im Wald, dann weiß der Zuschauer von vorneherein: Das kann nicht gut ausgehen. Das können Dämonen sein wie in Evil Dead, eine ganze Monsterschar (The Cabin in the Woods). Manchmal reichen aber auch einfache Menschen aus, wie unter anderem Breaking In oder Replicas – In their Skin zeigten. Dass auch in What Keeps You Alive irgendetwas Böses in den dunklen, undurchsichtigen Wäldern lauert, das steht völlig außer Frage.

Das kann nix Gutes bedeuten …
Um dunkle Ahnungen zu erzeugen, dafür braucht Regisseur und Drehbuchautor Colin Minihan nicht viel. Nachdem der Kanadier zuletzt Außerirdische (Extraterrestrial – Sie kommen nicht in Frieden) und Zombies (It Stains the Sand Red) auf seine Protagonisten gehetzt hat, reicht ihm dieses Mal zunächst das Setting für wohliges Unwohlsein. Die Schatten der Bäume, in denen man mehr vermutet, als zu sehen ist. Der tiefe See, der bestimmt nicht nur düstere Geheimnisse begraben hat. Die Frage ist also nicht, ob etwas Schlimmes passiert, sondern wann und wie.

So eindeutig die generellen Hinweise vorab sind, so wenige dürften jedoch erahnen, in welche Richtung What Keeps You Alive sich genau bewegen wird. Zumal es Minihan recht eilig hat. Anstatt sein Publikum lange schmoren zu lassen, greift er lieber gleich zum Vorschlaghammer. Das ist effektiv, sehr sogar, ungläubige bis schockierte Blicke sind bei dem Film ganz normal. Je weniger man über den Inhalt weiß, umso besser ist es daher auch. Leider ist die Erkenntnis, was hier gespielt wird, aber schon der Höhepunkt des Thrillers, vergleichbar aufregend wie hier wird es im Anschluss nicht mehr.

Zwei Frauen durch Pech und Teufel
Das soll nicht heißen, dass What Keeps You Alive danach nichts mehr zu bieten hätte. Vor allem auf seine beiden Schauspielerinnen kann sich der Kanadier verlassen. Hannah Emily Anderson hat dabei die dankbarere der beiden Rollen, wechselt im Bruchteil einer Sekunde die Gemütslage. Brittany Allen, mit der Minihan schon mehrfach zusammengearbeitet hat, hat hier zunächst das Nachsehen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt darf sie mehr sein als das liebende Frauchen zu Hause, das nicht gemacht ist für das Böse dieser Welt.

Dass hier ein lesbisches Paar im Mittelpunkt steht, spielt übrigens keine nennenswerte Rolle. Es wird nicht weiter thematisiert, auch nicht zu voyeuristischen Zwecken ausgenutzt. Ob da nicht mehr herausgeholt hätte werden können, darüber ließe sich streiten. Andererseits ist es erfrischend, wenn in einem Genrewerk Homosexualität derart gewöhnlich dargestellt wird. Und das gilt auch für den Rest von What Keeps You Alive: Der Thriller, der auf dem SXSW Film Festival 2018 Premiere feierte und im September im Rahmen des Fantasy Filmfests nach Deutschland kommt, kombiniert Genrekonventionen mit ungewöhnlichen Einfällen zu einem zwar nicht ganz runden, insgesamt aber unterhaltsamen Beitrag.

What Keeps You Alive
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What Keeps You Alive
Ein Paar will eine schöne Zeit in einer abgelegenen Waldhütte verbringen: Eine gewisse Ahnung, was das bedeutet, die hat das genreerfahrene Publikum da natürlich. „What Keeps You Alive“ bewegt sich jedoch in unerwartete Richtungen, kombiniert herkömmliche Genrekonventionen mit ungewöhnlichen Einfällen, die von den beiden spielfreudigen Darstellerinnen noch weiter veredelt werden.
6von 10

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