„Assassination Classroom the Movie: 365 Days’ Time“ Release // DVD/Blu-ray: 9. Februar 2018

Ihre Schulzeit liegt nun hinter ihnen, für Karma und Nagisa beginnt langsam der Ernst des Lebens. Aber noch immer ist die gemeinsame Zeit in der Klasse 3-E ein wichtiger Teil von ihnen. Wie wichtig, das wird den beiden klar, als sie sich in der Schule begegnen und an ihre vergangenen Abenteuer denken. Allen voran natürlich die mit Koro-sensei, ein gelbes Tentakelmonster mit enormen Kräften, das eines Tages vor ihnen stand und sich als ihr neuer Lehrer vorstellte. Von ihm haben sie jede Menge im Laufe des Schuljahres gelernt, allen voran die Kunst des Tötens. Denn das war eine der wichtigsten Lektionen im sogenannten Assassination Classroom.

Was zuletzt geschah …
Ob nun launige Sportbemühungen (Free!, Haikyu!!), actiongeladene Riesenschlachten (Attack on Titan) oder emotionale Dramen (AnoHana – Die Blume, die wir an jenem Tag sahen): Läuft eine Animeserie gut, ist es nicht unüblich, dass mithilfe sogenannter Compilation Movies noch einmal Kasse gemacht werden soll. In diesen werden die Höhepunkte der Serie zusammengefasst, teilweise um neue Szenen oder auch eine Rahmenhandlung erweitert, die den Rückblick rechtfertigen soll. Dass auch Assassination Classroom diese Ehre zuteilwird, wundert nicht wirklich. Der zugrundeliegende Manga von Yūsei Matsui war so erfolgreich, dass er nicht nur in eine zwei Staffeln umfassende Animeserie, sondern auch zwei Realfilme verwandelt wurde.

Doch genau das dürfte so manchen etwas stutzig machen: Wie kann ein Stoff, der zuvor für 47 Episoden bzw. knapp vier Stunden Live Action gut war, in nur anderthalb Stunden wiedergegeben werden? Der Laufzeit von 365 Days’ Time also? Die Antwort lautet: gar nicht. Oder zumindest kaum. Die grobe Geschichte wird hier schon verständlich erzählt. Wer weder das Original noch eine der Umsetzungen kennt, wird hier trotzdem noch einigermaßen folgen können, von den kuriosen Anfängen bis zum dramatischen Ende.

Das Herz ist weg!
Das Problem ist nur: Assassination Classroom lebte gar nicht so wahnsinnig von der Geschichte. So originell das Szenario auch war, die Höhepunkte waren eher der Alltag. Die absurden Versuche der Klasse, ihren monströsen Lehrer um die Ecke zu bringen, zählen ebenso dazu wie die skurrilen Figuren, die nach und nach hinzukamen. Außerdem war es schön mitanzusehen, wie die Klasse allmählich zusammenwuchs, wie aus der der Ansammlung von Verlieren selbstbewusste Menschen wurden, die sich aus dem schulischen Ghetto befreien.

Davon ist hier nichts mehr zu spüren. Gleiches gilt für den Humor, der sich eher in den kleinen Szenen zeigte, während die Geschichte selbst immer ernster wurde. Ein Ersatz kann 365 Days’ Time daher nicht für die Serie sein. Der Film ist ja nicht einmal sonderlich repräsentativ, da Schwerpunkt und Stimmung durch die enormen Kürzungen ganz andere wurden. Über Sinn und Zweck solcher Compilation Movies kann man sich ja fast immer streiten, selten jedoch so sehr wie hier. Für Einsteiger ist der Stoff zu gestrafft, Altfans wiederum wird es kaum ermöglicht, ihrer Nostalgie nachzugehen. Immerhin sieht die Optik aus dem Hause Lerche (Re:_Hamatora) nach wie vor passabel aus. Die Figurendesigns sind erhalten geblieben, die Actionszenen erfüllen ihren Zweck. Das reicht aber kaum, um hier wirklich eine Empfehlung aussprechen zu können.

Assassination Classroom the Movie: 365 Days’ Time
4.5 (90%) 2 Artikel bewerten

Assassination Classroom the Movie: 365 Days’ Time
„365 Days’ Time“ will an alte Zeiten erinnern, scheitert jedoch bei dem Versuch. 47 Folgen in 90 Minuten wiedergeben zu wollen bedeutet nicht nur, dass die Geschichte kräftig gekürzt werden musste. Es fehlt vor allem der Schulalltag, der die eigentliche Stärke der Serie war. Übrig bleiben nur die dramatischen Elemente, der Humor und auch die Warmherzigkeit sind der Schere zum Opfer gefallen.
5von 10

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