Final Fantasy Die Maechte in dir
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Final Fantasy: Die Mächte in dir

(OT: „Final Fantasy: The Spirits Within“, Regie: Hironobu Sakaguchi/Motonori Sakakibara, USA/Japan, 2001)

Final Fantasy Die Maechte in dirIm Jahr 2065 ist nicht mehr viel von der Menschheit übriggeblieben. Eine außerirdische Rasse, die Phantome genannt wird, hat einen Großteil ausgelöscht. Mithilfe mächtiger Energie-Schilde konnten sich die Überlebenden vor weiteren Angriffen schützen und versuchen, die Erde zurückzuerobern – bislang erfolglos. Doch dann wird die Wissenschaftlerin Aki Ross von einem der Wesen infiziert und findet daraufhin mit ihrem Mentor Doktor Sid eine mögliche Rettung: Wenn sie acht Spirits einsammeln, so die Theorie, dann könnten sie damit die Phantome besiegen.

In Japan war die Videospielreihe „Final Fantasy“ schon in den 1980ern ein Hit, im Westen stieß sie mit dem siebten Teil 1997 in Blockbustersphären vor. Vor allem optisch war das Spiel eine Offenbarung, die gerenderten Hintergründe waren zusammen mit den Polygonfiguren eine deutliche Abkehr von dem, was wir sonst so aus dem Wohnzimmer kannten. Seltsamerweise gab es dennoch lange Zeit praktisch keine Film- bzw. Fernsehadaption der Reihe. 1994 entstand eine Anime-Direct-to-Video-Produktion namens Legend of the Crystals. Die ist aber – nicht ohne Grund – inzwischen in Vergessenheit geraten.

Ein Klassiker im ungewohnten Gewand
Dafür folgten 2001 gleich zwei Adaptionen in kurzer Folge, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Während die Animeserie Final Fantasy: Unlimited weitestgehend auf klassische 2D-Optik setzte und sich auch inhaltlich an bewährten Elementen orientierte, ging man in Die Mächte in dir einen komplett anderen Weg. Da wären zum einen die sündhaft teuren CGI-Bilder, welche den in den Videospielen gestarteten Trend aufgriffen. Aber auch die Geschichte hatte kaum mehr was mit den alten Spielen gemeinsam. Magische Angriffe fehlten, die kultigen Laufvögel Chocobos, auch von den traditionellen Monstern lässt sich keines blicken. Allgemein wurde der Fantasyteil stark zusammengeschrumpft, stattdessen standen Science-Fiction-Filme Pate. Lediglich Doktor Sid ist eine Referenz, selbst wenn die Figur in den Spielen immer Cid geschrieben wurde.

Ein bisschen enttäuschend war das natürlich schon. Wer sich von Die Mächte in dir eine tatsächliche Adaption der Videospiele erhoffte, der ging leer aus. Da sollte letztendlich einfach nur mit einem bekannten Namen Kasse gemacht werden, ohne Rücksicht auf etwaige Erwartungen zu nehmen. Dass der Film kein „echtes“ Final Fantasy ist, das ist jedoch sein geringstes Problem. Fataler ist da die überschaubare Qualität des Inhalts. Die wurde schon damals kritisiert, der Kampf gegen die Phantome und die Suche nach den Spirits war eine Ansammlung von Klischees und Stereotypen, angereichert mit esoterischen Überlegungen.

Hohe Ansprüche, wenig Tiefe
Was passiert nach dem Tod mit der Seele? Was bedeutet Leben? Die Mächte in dir vermischte den immer wieder gern aufgegriffenen Gaia-Gedanken um ein ganzheitliches Erdlebensystem mit Raumschiffen und riesigen Wummen. Hört sich tiefgründig an, ist es aber nicht. Vielmehr werden pseudophilosophische Begriffe in den (Welt-)Raum geworfen, dazu gibt es zum Ende eine Menge Kitsch. Dass die Figuren so langweilig und austauschbar ist, fördert die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema auch nicht besonders.

Was für den Film sprach, war aber der ungeheure Aufwand, der betrieben wurde. 137 Millionen Dollar soll er gekostet haben, was damals eine astronomische Summe war und Square an den Rand des Ruins trieb. Für die damalige Zeit war Die Mächte in dir dann auch ein wirklich ein Augenschmaus. Aber wie das nun mal so ist mit CGI-Filmen, sie altern sehr schnell. Teile kann man sich sicher auch im Jahr 2017 noch anschauen, bei den Effekten beispielsweise. Anderes ist jedoch 16 Jahre später ziemlich veraltet. Sofern man nicht gerade ein historisches Interesse mitbringt, gibt es daher wenig Gründe, den seinerzeit an den Kinokassen gefloppten Animationsfilm noch anzuschauen. Ein langweiliges Relikt einer Zeit, für das es heute keinen wirklichen Platz mehr gibt.



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Mit „Final Fantasy: Die Mächte in dir“ sollte die bekannte Videospielreihe endlich auch die große Leinwand erobern. Geklappt hat das nicht, das esoterische Sci-Fi-Abenteuer war ein riesiger Flop und ist heute allenfalls aus historischen Gründen interessant. Die damals sehr aufwendige Optik ist in die Jahre gekommen, Geschichte und Figuren waren schon damals langweilig.