(„Shinmai Maō no Tesutamento“ directed by Hisashi Saito, 2015)

„The Testament of Sister New Devil“ ist auf zwei Volumes verteilt auf DVD und Blu-ray erhältlich

Irgendwie hat sich Basara das Familienleben ja ein wenig anders vorgestellt. Dass sein Vater plötzlich noch mal heiraten will, ist schon gewöhnungsbedürftig genug. Dass dadurch aber auch noch zwei jüngere Stiefschwestern in sein Leben treten sollen, das ist dann doch ein bisschen viel. Vor allem als sich während der Abwesenheit des Vaters herausstellt, dass es sich bei den beiden nicht um Menschen handelt: Mio ist die zukünftige Dämonenherrin, Maria ein Sukkubus, der zum Schutz von Mio abgestellt wurde. Doch glücklicherweise ist auch Basara nicht ganz schutzlos, denn als Mitglied des Heldenclans verfügt er über große Kräfte – die eigentlich zur Bekämpfung von Dämonen gedacht sind.

Und schon wieder einer dieser Ecchi-Animes, die zuletzt auch Deutschland im Sturm erobert haben – oder zumindest den Teil Deutschlands, der Spaß daran hat, leicht bekleidete Animefiguren zu sehen, die „zufällig“ in heiße Situationen geraten. Die Grundlage für das aus dem Fernsehen bekannte The Testament of Sister New Devil bildete mal wieder eine Light Novel. Genauer war es Tetsuto Uesu, den mancher vielleicht schon durch Aesthetica of a Rogue Hero kennen wird, der sich dieses Szenario ausgedacht hat.

Wobei: Vieles an der Serie ist so austauschbar, dass man kaum mehr von einem eigenständigen Szenario sprechen kann. Man mag ihr zugutehalten, dass die allseits bekannte Anfangslage – ein tollpatschiger, unbedarfter Jugendlicher, mehrere leicht bekleidete, vollbusige Mädchen, diverse peinliche und von Missverständnissen geprägte Situationen – bald etwas abgewandelt wird, indem dann doch alle über Kräfte verfügen, Basara nicht einfach nur ein weiterer Trottel mit Hormonstau ist. Am Inhalt selbst hat der Twist jedoch nur wenig geändert, geboten wird die übliche Mischung aus Sex, schlüpfrigen Humor und Fantasy-Action, wie man sie aus vielen Kollegen wie High School DxD oder Demon King Daimao kennt.

Und auch dass erotische Stimulation große Kräfte in den Protagonisten freisetzt, ist keine wirklich originelle Idee, mussten wir unlängst zum Beispiel in dem ähnlich dümmlichen Daimidaler: Prince v.s. Penguin Empire über uns ergehen lassen. Dabei ist es gar nicht mal der unterirdische Anspruch von The Testament of Sister New Devil, der das Anschauen des Animes zur Qual macht, sondern dass er teuflisch langweilig ist. Wohin man auch schaut, alles ist so abgedroschen und generisch, dass man zwischenzeitlich nicht einmal weiß, welche Serie man sich gerade anschaut. Eine große Charakterentwicklung gibt es während der zwölf Folgen natürlich nicht, sieht man einmal von dem doch sehr plötzlich eintretenden Beschützerinstinkt von Basara ab. Lediglich die ständigen inzestuösen Anspielungen, wie sie in derlei auf Fanservice spezialisierten Machwerke anzufinden sind, stechen hervor – wenn auch nicht sehr positiv.

Immerhin ist die Optik aus dem Haus Production IMS (Hundred) innerhalb dieser inhaltlichen und humoristischen Tristesse ordentlich geworden, teilweise zumindest. Hin und wieder greifen die Japaner in die Trickkiste, etwa bei den Kämpfen oder kleineren Reflektionen, vereinzelt gibt es auch nette Hintergründe zu bestaunen. Dafür wird es an anderen Stellen sehr genügsam, der Fokus liegt dann auf den diversen Panty Shots oder den prallen, umherwippenden Brüsten, während der Rest der Welt nicht mehr da ist. Ganz große Fans dieser speziellen Animerichtung werden vielleicht ihren Spaß haben, der Rest darf wie immer etwas ratlos danebenstehen, wo genau innerhalb der abwechslungsarmen Witze, der austauschbaren Figurendesigns oder der zusammengeklauten Geschichte genau der Unterhaltungsfaktor liegen soll.

The Testament of Sister New Devil
4.5 (90%) 8 Artikel bewerten

The Testament of Sister New Devil
Auch wenn „The Testament of Sister New Devil“ zu Beginn einen kleinen Twist liefert, am Ende wird dann doch die übliche Mischung aus schlüpfrigem Humor, viel nackter Haut und Fantasy-Action geboten. Fans wird das vielleicht freuen, insgesamt ist der Anime aber so austauschbar, dass bis auf die befremdlichen Inzestanspielungen nur Langeweile wartet.
3von 10

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