(„Kenzen Robo Daimidarā“ directed by Tetsuya Yanagisawa, 2014)

Daimidaler Vol 1Kouichi Madanbashi ist ein ganz normaler Jugendlicher, der eigentlich nur eins vom Leben erwartet: endlich mal Möpse kneten, je größer desto besser! Dieser Wunsch wird ihm eines Tages erfüllt. Mehr noch, er SOLL sogar grabschen, was das Zeug hält. Schließlich handelt es sich bei dem Schüler um einen Auserwählten, der durch sexuelle Erregung ganz besondere Kräfte generiert. Und die brauchen die Mitarbeiter des Schönheitssalons Prince, um damit einen Riesenroboter anzuheizen und bösartige Pinguine zu bekämpfen. Denn die haben nicht weniger vor, als sich die gesamte Welt zu unterjochen. Und dafür hält Frau dann eben doch ihre Brüste hin. Ist ja für einen guten Zweck …

Eines muss man der Adaption eines Mangas von Asaki Nakama ja lassen: Wo andere Ecchi-Serien sich einen abmühen und bei jedem Fehltritt den Zufall herbeirufen, damit der unbedarfte Jüngling den mächtigen Vorbau seines weiblichen Umfeldes in Augenschein nehmen darf, wird das hier einfach zur Bedingung für den Weltfrieden erklärt. Absurd? Und wie! Und zumindest anfangs irgendwo witzig, denn riesige Pinguinroboter und Mechas mit wallendem Haar, das sind man nicht oft. Auch die Pinguine selbst haben nur wenig mit dem gemeinsam, was wir aus Tierdokumentationen und Zoobesuchen kennen. Die Schnäbel sind relativ klein und befinden sich auf der Stirn, dafür sind andere Körperteile an der Vorderseite umso imposanter. Aber auch empfindlich: Der Schwanz eines Pinguins kann brechen, so lehrt uns Daimidaler: Prince v.s. Penguin Empire.

Ansonsten hält sich das pädagogische Sendungsbewusstsein aber in Grenzen. Denn eigentlich will der Anime nur möglichst viele nackte Frauen zeigen, sowie junge Männer – oder eben groteske Tiermutationen –, die an diesen rumfummeln. Da gehen die Damen mal zum Nacktbowling, eine Klimaanlage fällt zu einem besonders (un-)günstigen Zeitpunkt aus, Telefonate werden grundsätzlich nur dann geführt, wenn gerade eines der Mädels eigentlich duschen wollte. Im Grunde ist Daimidaler also eine typische Ecchi-Serie, die nur durch ihre noch einmal ein ganzes Stück dreistere Ungeniertheit und eben das schön bescheuerte Szenario aus dem Rahmen fällt.

Lässt man Letzteres aber einmal weg, will einem kein wirklicher Grund mehr einfallen, sich Daimidaler anschauen zu wollen: Die Geschichte kommt lange nicht wirklich in Fahrt, die Figuren vereinen all die Stereotype, die einem bei einem solchen Anime einfallen. Und auch der zumindest originelle, wenn auch naturgemäß sexistische Grundgedanke zeigt im Laufe von zwölf Folgen deutliche Abnutzungserscheinungen – sofern man nicht ohnehin von Anfang an seine Probleme mit dem frauenfeindlichen Szenario hat. Immerhin bemühte man sich, die mangelnde Abwechslung durch ein paar Kniffe zu verstecken. Da werden tatsächlich an einer Stelle die Hauptfiguren ausgetauscht, auch das Gut-Böse-Schema in Frage gestellt.

Aber im Grunde bleibt dann doch alles beim alten, wer nicht völlig ohne Anspruch oder riesiger Anime-Nackedei-Trash-Fan ist, hat hier nichts verloren. Optisch macht die Billigproduktion der Erotikspezialisten TNK (High School DxD) ohnehin nicht wirklich viel her, vor allem die fürchterlichen Animationen laden nicht unbedingt dazu ein, beim Kampf Möpse gegen Pinguine dranzubleiben. Zum Ende hin wird zwar auch da ein bisschen mehr getan, damit neben dem Sexualtrieb der Zuschauer auch ein bisschen das Bedürfnis nach krachenden Actionszenen befriedigt wird. Geholfen hat es nicht viel, Daimidaler bleibt ein sehr auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnittener, trotz zahlreicher Versuche nur mäßig komischer oder spannender Anime.

Daimidaler: Prince v.s. Penguin Empire
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Daimidaler: Prince v.s. Penguin Empire
Zumindest das schön bescheuerte Szenario um despotische Pinguine und durch Fummeleien angefeuerte Riesenroboter ist neu. Der Spaß am Absurden hält jedoch nicht lange an, auch wenn „Daimidaler“ zwischendrin ein bisschen mehr versucht, bleibt die Animeserie typischer Ecchi-Trash für eine sehr spezielle Zielgruppe.
3von 10

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