(„Am Samstag kam das Sams zurück“ directed by Sepp Strubel, 1980)

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„Eine Woche voller Samstage“ und „Am Samstag kehrt das Sams zurück“ sind seit 28. Oktober auf DVD und Blu-ray erhältlich

Wo ist nur das Sams geblieben? Irgendwie fehlt Herr Taschenbier sein kleiner Freund ja schon. Aber was er auch probiert, so sehr er die Woche vor dem Treffen auch nachzumachen versucht, dieser seltsame grüne Junge mit dem Rüssel will einfach nicht wiederkommen. Doch gerade, als er aufgeben wollte, klappt es doch noch, das Sams ist zurück! Nur eine Sache trübt das Glück: Von den vielen Punkten, mit denen das fremde Wesen anfangs übersät war, ist kaum mehr einer übrig. Und das ist schade, konnte man sich mit ihrer Hilfe doch Wünsche erfüllen. Also muss eine andere Lösung her. Und so tüftelt Herr Taschenbier schon bald an einer eigenen Wunschmaschine, damit auch in Zukunft das Leben so läuft wie von ihm gewollt.

Dieses Mal ging es richtig schnell: Kaum hatte Autor Paul Maar im Jahr 1980 den zweiten Band seiner Reihe rund um das Sams veröffentlicht, da gab es schon die erste Adaption. Erneut nahm sich die Augsburger Puppenkiste des Stoffes an und bewies drei Jahre nach Eine Woche voller Samstage dabei, dass Marionetten eine durchaus ansprechende Bühne für die fantasievolle Geschichte bereitstellen. Tatsächlich wird visuell sogar noch ein kleines bisschen mehr geboten als beim letzten Mal. Ging es im ersten Teil vorrangig um den Alltag mit dem sonderbaren kleinen Kerl, stehen dieses Mal die Wünsche im Mittelpunkt – welche die beiden schon mal in die Südsee führen.

Die Fäden der Puppen sind natürlich in der heutigen Digitalvariante und auf Flachbildschirmen deutlicher zu sehen, als es seinerzeit auf kleinen, verschwommenen Fernsehbildern der Fall war. Aber auch wenn das ein wenig der Illusion schadet, ist es nach wie vor beeindruckend, was die Puppenmeister hier vor über 35 Jahren auf die Bühne zauberten, sowohl was die Ausstattung wie auch die Bewegungen der Protagonisten angeht.

Inhaltlich ist Am Samstag kam das Sams zurück dem Vorgänger grundsätzlich natürlich ähnlich: Noch immer wird in mehreren Einzelgeschichten von dem Zusammenleben Taschenbiers mit dem Sams berichtet. Zwei Punkte unterscheiden den zweiten Teil jedoch von Eine Woche voller Samstage. Zum einen gibt es dieses Mal den roten Faden der Wunschmaschine. Auch wenn die diversen Episoden erneut prinzipiell unabhängig voneinander funktionieren, so stehen sie doch immer in dem größeren Zusammenhang.

Außerdem hat sich der Fokus beim zweiten Auftritt mehr in Richtung des Menschen verschoben, was ihn etwas nervenschonender werden lässt als der zuweilen recht anstrengende erste. Sams neigt zwar immer noch dazu, vorlaut und etwas respektlos zu sein, ist aber doch etwas zahmer als zuvor, weniger anarchisch. In einer kuriosen Umdrehung der Verhältnisse ist es sogar das Sams, welches zur Mäßigung und Besonnenheit aufruft, wenn Taschenbier mal wieder einen Wunsch fahrlässig verschwendet. Dass der sich beispielsweise durch die besonderen Kräfte seines Mitbewohners auf den Dachboden transportieren lassen will, anstatt die Treppe zu nehmen, das lässt einen auch als Erwachsener schmunzeln. Insgesamt ist der Film aber natürlich nach wie vor auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten, das sich an dem ständigen Chaos und der Regellosigkeit dieser etwas anderen Wohngemeinschaft erfreut. Und daran, wenn die strenge, verknöcherte Vermieterin Frau Rotkohl mal wieder an den exzentrischen Hausbewohnern verzweifelt.

Am Samstag kam das Sams zurück
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Am Samstag kam das Sams zurück
„Am Samstag kam das Sams zurück“ zeigt erneut, wie viel Leben in so einem Puppentheater steckt. Im Vergleich zum Vorgänger ist der zweite Teil der Kinderbuchadaption jedoch etwas zahmer und zusammenhängender. Das macht ihn nervenschonender, mancher wird aber den vorherigen Hang zur Anarchie vermissen.
5von 10

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