(„Armitage III: Dual-Matrix“ directed by Katsuhito Akiyama, 2002)

Armitage III Dual MatrixSeit einigen Jahren sind die Androidin Naomi Armitage und der Ex-Polizist Ross Sylibus nun schon ein Paar, haben ihre alte Existenz aufgegeben und führen nun unter falschem Namen zusammen mit der gemeinsamen Tochter ein ruhiges Leben auf dem Mars. Bis zu jenem Tag, als sie von ihrer Vergangenheit eingeholt werden: In einer Fabrik auf der Erde sind Roboterunruhen ausgebrochen, zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt auch noch, da ein wichtiges Gesetz für die Rechte von Robotern verabschiedet werden soll. Zufall? Wohl nicht, denn die zur Erde gereiste Naomi stellt dort fest, dass jemand an verbotenen Experimenten arbeitet, die sie bald auch persönlich betreffen werden.

Rund sechseinhalb Jahre dauerte es, bis der Cyberpunk-Anime Armitage III eine Fortsetzung fand, in dem Bereich schon eine halbe Ewigkeit. Mag sein, dass der Erfolg der Serie am Ende doch nicht so groß war, dass es eines Nachfolgers bedurft hätte. Vielleicht hatte man aber auch einfach keine Idee, wie die seinerzeit abgeschlossene Geschichte noch fortgesetzt werden könnte. Dafür zumindest spricht, dass bei Armitage III: Dual-Matrix sowohl Regisseur wie auch Drehbuchautor ausgetauscht wurden. Dafür spricht aber auch leider der Film an sich.

Armitage III war damals eine interessante, wenn auch unausgegorene Mischung aus existenziell-philosophischen Fragen à la Ghost in the Shell, Actionszenen, Humor und viel Fanservice. In Armitage III: Dual-Matrix sind davon nur die Actionszenen geblieben. Sicher, ein bisschen darf hier noch immer über die Rolle künstlichen Lebens sinniert werden, gerade auch im Hinblick auf die geplante Gesetzesänderung zugunsten von Roboterrechten. Aber das ist eher ein Randdetail, das von Naomis Kampfeinsätzen überschattet wird. Um sich ein wenig vom Vorgänger zu emanzipieren, wurde zudem Yoko eingeführt, schließlich gibt es selbst in dem weit abgegrasten Cyberpunk-Umfeld nur wenige Geschichten, in denen sich Androiden fortpflanzen können. Die so entstandene Tochter dient nicht nur als Druckmittel für die beiden Eltern, sondern soll auch den Gefühlsfaktor nach oben treiben: Wie ist das eigentlich so, wenn deine Mutter ein Roboter ist? Aber ganz abgesehen davon, dass dieses Geheimnis der etwas anderen Fortpflanzung nie erklärt wird, im Gegenteil eben als Geheimnis eine wichtige Rolle spielt, ist der Mutter-Tochter-Aspekt dann doch zu wenig ausgeprägt. Eigentlich wird nur an einer Stelle richtig draufgehauen, was angesichts der wenig entwickelten Charaktere dann auch keine große Wirkung erzielt. Da hätte es dann doch ein bisschen mehr gebraucht, um eine emotionale Bindung aufzubauen.

Besser funktioniert der Anime für Zuschauer, die sich an häufigen Kampfeinsätzen erfreuen können, besonders solcher in düsteren Kulissen. Aber selbst die werden eher halbherzig bedient, das erneut für die Umsetzung verantwortliche Studio AIC (Bubblegum Crisis, Green Legend Ran) begnügte sich mit recht einfachen Animationen und Hintergründen. Hinzu kommen nur wenig ansehnliche 3D-Computerelemente, die noch einmal ein ganzes Stück primitiver sind und wenig mit den ansonsten immerhin ordentlichen Designs harmonieren. All das macht Armitage III: Dual-Matrix zu einer Fortsetzung, die zwar nicht wirklich schlecht ist, aber zu wenig aus sich bzw. dem interessanten Szenario macht und letzten Endes aufgrund der fehlenden inhaltlichen Idee ziemlich überflüssig geworden ist.

Armitage III: Dual-Matrix
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Armitage III: Dual-Matrix
„Armitage III: Dual-Matrix“ schließt zwar an die Geschichte des sechs Jahre zuvor erschienenen Vorgängers an, verzichtet aber größtenteils auf dessen Humor und den philosophischen Aspekt. Stattdessen wird umso mehr gekämpft, was angesichts der sparsamen Optik aber kein besonders großes Vergnügen bereitet.
5von 10

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