(„Alexander and the Terrible, Horrible, No Good, Very Bad Day“ directed by Miguel Arteta, 2014)

Die Coopers

„Die Coopers – Schlimmer geht immer“ läuft ab 9. April im Kino

Es soll ja Leute geben, die unter einem Glücksstern geboren wurden, denen alles im Leben gelingt. Alexander (Ed Oxenbould) ist keiner dieser Leute. Während bei seiner Familie derzeit alle Zeichen auf Erfolg stehen, schlittert der 11-Jährige von einer blöden Situation in die nächste. Als er sich zu seinem Geburtstag wünscht, dass die anderen es einmal erleben, was es heißt, ein solcher Pechvogel zu sein, konnte er nicht ahnen, wie sehr dieser Wunsch in Erfüllung geht. Plötzlich sind es die anderen, die eine Katastrophe nach der anderen erleben. Und das ausgerechnet an dem Tag, der für sie in vielerlei Hinsicht der persönliche Durchbruch sein sollte.

Ein Buch zu verfilmen ist oft eine undankbare Aufgabe. Nicht nur, dass man sich leicht den Zorn der Fans zuzieht, wenn man die Vorlage nicht nach deren Vorstellung umsetzt, oft ist man zudem gezwungen, ganze Kapitel zu streichen, um auf Spielfilmlänge zu kommen. Bei „Alexander and the Terrible, Horrible, No Good, Very Bad Day“, auf dem Die Coopers basiert, gab es dieses Problem nicht, denn das 1972 erschienene Kinderbuch von Judith Viorst ist gerade einmal 32 Seiten lang. Die Voraussetzungen für eine Adaption waren also gut, zumal mit Miguel Arteta ein Regisseur zur Verfügung stand, der schon bei Youth in Revolt gezeigt hat, dass er sich auf gefällige Adaptionen von Jugendromanen versteht.

Gefällig ist dann auch Die Coopers, vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. Da auch die Filmversion Familien fest als Zielgruppe im Blick hat, darf der Katastrophentag dann doch nicht zu schlimm werden. Ein Auto wird zu Schrott gefahren, ein Gesicht bunt angemalt, ein Buch enthält einen peinlichen Rechtschreibfehler – das war es dann auch schon. Und natürlich wird der humorvolle Ton zum Ende hin ein wenig zugunsten eines rührseligen beiseite geschoben, schließlich soll nach dem gemeinsam durchlittenen Übel kollektiv geseufzt und geknuddelt werden. Wer sich an leicht süßlichen Happy Ends stößt, für den fängt das eigentliche Unglück da erst an.

Weniger zynisch veranlagte Menschen sollten an Die Coopers aber ihren Spaß haben, gerade wenn die Missgeschicke immer absurder werden und alles in einem einzigen großen Chaos endet. Zwar werden die besten Szenen bereits im Trailer verraten, aber man freut sich selbst dann noch diebisch, wenn Berufsoptimisten wie Alexanders Vater Ben (Steve Carell) zugeben müssen, dass vielleicht doch nicht alles im Leben immer rosig ist. Denn irgendwo haben wir sie doch alle erlebt, diese Tage, an denen alles schief geht, man vor anderen etwas Peinliches sagt oder aufgrund einer kleinen Ungeschicklichkeit Sachen kaputt gehen.

Insofern hat die Romanverfilmung dann eben auch was Tröstliches, denn sie erinnert einen daran, dass man mit solchen Erfahrungen nicht allein ist. Dass sie zum Leben dazugehören, sie vielleicht sogar wichtig sind, um die schönen Tage wieder als solche zu erkennen und lieben zu lernen. Und das ist eine Erkenntnis, die nicht nur den jüngeren Zuschauern im Publikum etwas zum Nachdenken auf den Weg mitgibt.

Die Coopers – Schlimmer geht immer
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Die Coopers – Schlimmer geht immer
Schadenfreude ist doch die schönste Freude: Wenn Familie Cooper einen Tag lang ein Unglück nach dem anderen geschieht, ist das gleichzeitig spaßig und tröstlich, denn damit wird sich jeder irgendwo identifizieren können. Allerdings wird man sich damit anfinden müssen, dass die Katastrophen zielgruppengerecht eher harmlos sind und es zum Schluss recht rührselig wird.
6von 10

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