(„Elias og Kongeskipet“ directed by Espen Fyksen and Lise I. Osvoll, 2007)

Boats

„Boats – Elias und die königliche Yacht“ ist seit 12. Februar auf DVD erhältlich

Das kleine Rettungsboot Elias hat nur einen Traum: anderen helfen! Doch seine Bemühungen stoßen nicht bei allen auf Gegenliebe, aufgrund seiner Größe wird er oft von anderen nicht wirklich ernst genommen. Als er sich eines Tages auch noch mit dem falschen anlegt, scheint seine Karriere vorbei zu sein, noch bevor sie richtig angefangen hat. Bis sich ihm die Gelegenheit bietet, sein ganzes Können unter Beweis zu stellen: Nachdem bereits die Prinzessin verschwunden ist, geht auch deren Vater – die königliche Yacht – verloren. Zusammen mit zwei anderen Booten muss Elias die Mitglieder der königlichen Flotte finden und wieder sicher nach Hause bringen.

Auch wenn die Vermutung naheliegt, nein, Boats – Elias und die königliche Yacht ist kein Ableger der erfolgreichen Pixar-Reihen Cars und Planes. Stattdessen basiert der Animationsfilm auf der norwegischen Serie Elias: The Little Rescue Boat von 2005. Diese hat es nie nach Deutschland geschafft, und auch auf die erste Filmfassung musste man hierzulande acht Jahre warten. Hat sich die lange Wartezeit gelohnt? Nicht wirklich. Vor allem in optischer Hinsicht tat man sich da zudem keinen großen Gefallen. Schon 2007 hätten die grobschlächtigen Grafiken, die primitiven Hintergründe, die spärlichen Animationen keinen besonders guten Eindruck hinterlassen. Und das gilt heute umso mehr, Boats – Elias und die königliche Yacht wirkt wie das Relikt einer längst vergangenen Zeit, lediglich die Umsetzung des Wassers geht in Ordnung.

Nun ist die visuelle Ausarbeitung bei einem Animationsfilm aber nur einer von mehreren Kritikpunkten, viele technisch veraltete Zeichentrickabenteuer haben den Zahn der Zeit erstaunlich gut überstanden, überzeugen mit Charme oder ungewöhnlichen, fantasievollen Geschichten. Aber auch in der Hinsicht tut sich Boats – Elias und die königliche Yacht schwer, sich von der riesigen Konkurrenz abzusetzen. Die Handlung richtet sich eindeutig an ein sehr junges Publikum, die Figuren sind sehr klar in gut und böse eingeordnet, erzählt wird das simple, nicht allzu bedrohliche Abenteuer eines jugendlichen Protagonisten, das sich – wie die Zielgruppe auch – in der Welt erst noch zurechtfinden und seinen Platz behaupten muss. Nachvollziehbar ist das, legitim auch, nur nicht allzu originell. Der wenig ambitionierte Film tut zu wenig, um im Gedächtnis zu bleiben, sieht man einmal von den ungewöhnlichen Protagonisten ab.

Die taugen dann auch noch am ehesten als Rechtfertigung, sich Boats – Elias und die königliche Yacht einmal anzuschauen. Ein Rettungsboot als Hauptfigur zu nehmen, ist ein netter Ansatz, auch alle anderen Charaktere sind samt und sonders Schiffe. Richtig genutzt werden die sich daraus ergebenden Möglichkeiten jedoch nicht, vor allem der Humor – oft die Brücke zu erwachsenen Zuschauern – ist zu zaghaft und beschränkt. Geht es darum, den eigenen, sehr jungen Nachwuchs mithilfe eines Animationsfilms zu beschäftigen, sind die Erlebnisse von Elias vielleicht nicht die schlechteste Wahl. Die Regisseure Espen Fyksen und Lise I. Osvoll bastelten hier ein familienfreundliches Abenteuer zusammen, das niemandem weh tut und ansprechend synchronisiert wurde. Sofern man aber kein dezidierter Fan von Booten ist, fällt es jedoch etwas schwer, angesichts der unzähligen Alternativen das eher langweilige Boats – Elias und die königliche Yacht gezielt zu empfehlen. Dem heimischen Publikum war das aber wohl egal, und so folgte drei Jahre später der Nachfolger Boats – Elias und der Schatz des Meeres, der demnächst ebenfalls auf Deutsch erscheint.

Boats – Elias und die königliche Yacht
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Boats – Elias und die königliche Yacht
„Boats – Elias und die königliche Yacht“ erzählt das familienfreundliche Abenteuer eines kleinen Rettungsbootes. Für ein sehr junges Zielpublikum mag das reichen, insgesamt tut der norwegische Animationsfilm über seine ungewöhnlichen Protagonisten hinaus zu wenig, um im Gedächtnis zu bleiben, zudem ist die Optik alles andere als zeitgemäß.
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