(„The Starving Games“ directed by Aaron Seltzer and Jason Friedberg, 2013)

Die Pute von Panem – The Starving GamesEs ist so ziemlich DAS Großereignis für Fernsehjunkies: die Starving Games. Einmal im Jahr dürfen – okay, müssen – je zwei Teilnehmer pro Distrikt in einem Wettkampf gegeneinander antreten. Regeln gibt es keine, erlaubt ist so ziemlich alles, womit man den anderen das Lebenslicht auspusten kann. Eine der Ausgewählten ist diesmal Kantmiss Evershot (Maiara Walsh), die an der 75. Ausgabe teilnimmt, um ihrer kleinen Schwester dieses Schicksal zu ersparen. Begleitet wird sie von dem Bäckerssohn Peter Malarkey (Cody Allen Christian), der schon immer scharf auf die hübsche Bogenschützin war. Ihrem Freund Dale (Brant Daugherty) passt das natürlich so gar nicht, dass ihr ein Nebenbuhler folgt, aber er muss wie alle anderen das Geschehen auf der großen Leinwand mitansehen und auf das Beste hoffen.

Als realer Zuschauer vor dem Fernseher tut man das auch, ist dabei jedoch eindeutig weniger erfolgreich. Schon der Titel verrät ohne jeden Anspruch auf Subtilität, worum es hier gehen soll: eine Parodie der immens erfolgreichen Romanverfilmung Die Tribute von Panem – The Hunger Games. Nun ist subtil aber auch ein Wort, das man allgemein eher selten mit den Namen Aaron Seltzer und Jason Friedberg in Verbindung bringen würde, schließlich durften die beiden vorher schon in Meine Frau, die Spartaner und ich und Beilight – Bis(s) zum Abendbrot zeigen, dass sie ein etwas direkteres Humorverständnis haben.Die Pute von Panem – The Starving Games Szene 1

Im Grunde bedeutet das, dass sie die Vorlage oft eins zu eins kopieren, um sie danach ad absurdum führen zu wollen. Das ist prinzipiell nichts Verwerfliches, wenn dadurch verborgene Mechanismen aufgedeckt oder in eine unerwartete Richtung weitergelenkt werden. Doch hier machen es sich Seltzer und Friedberg dann doch sehr bequem. Einige Metakommentare, etwa der Verweis auf Running Man und Battle Royale oder die Veralberung von dreistem Product Placement, sind hier noch die besseren Einfälle. Meistens beschränkt sich Die Pute von Panem – The Starving Games aber darauf, dass die Leute gegen Hindernisse rennen, versehentlich den falschen erschießen oder todernst in die Kamera starren. Die üblichen Flatulenz- und Sexwitzchen dürfen da ebenfalls nicht fehlen.Die Pute von Panem – The Starving Games Szene 2

Da den beiden offensichtlich selbst das zu langweilig wurde, bauten sie zudem zahlreiche Filmzitate von Die fantastische Welt von Oz über Avatar und The Expendables bis zu Sherlock Holmes ein. Aber auch da beschränkte sich das Regie- und Drehbuchduo darauf, Lookalikes anzuheuern und ähnliche Kostüme zu schneidern. Ein eigenständiger, vielleicht gar bissiger Witz hingegen, für den gab es hier keinen Platz. Dabei ist es nicht einmal so, dass man sich ständig ärgern müsste. Vielmehr ist das alles so vorhersehbar und auch langweilig, dass man geradezu wehmütig an frühere Parodiengrößen wie Jim Abrahams, David Zucker und Jerry Zucker oder Mel Brooks zurückdenkt. Immerhin: Die Schauspieler scheinen hier mächtig Spaß gehabt zu haben, wenn man sich die Outtakes und Interviews in den Extras anschaut. Es wäre nur schön gewesen, wenn sich der auch auf die Zuschauer übertragen würde.

Die Pute von Panem – The Starving Games ist seit 6. Juni auf DVD und Blu-ray erhältlich

Die Pute von Panem – The Starving Games
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Die Pute von Panem – The Starving Games
Wie schwer es ist, eine gute Parodie zu drehen, wird hier wieder einmal bestätigt. Statt einen eigenen Witz zu entwickeln, beschränkt sich Die Pute von Panem – The Starving Games meistens darauf, das bekannte Vorbild nachzubauen und mit altbackenen Unfall-, Sex- oder Furzgags anzureichern.
3von 10

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