(„Zombie Hunter“ directed by Kevin King, 2013)

Zombie HunterDass Drogen dich töten können, gehört nicht unbedingt zu den am besten gehüteten Geheimnissen der zivilisierten Welt. Was viele jedoch nicht wissen: Sie können dich auch zu einem Un-Toten machen. Zumindest trifft das auf die neue Designerdroge zu, die bald in aller Vene ist. Die übertrifft in ihrer Wirksamkeit alles Dagewesene, wäre also der Traum eines jeden Dealers. Gäbe es nicht die unerwünschte Nebenwirkung, dass die Einnahme schon kurze Zeit später die Verwandlung in einen Zombie zur Folge hat. Und das ist nicht unbedingt, was Unternehmensberater mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell meinen.

Ein Jahr später wird die Welt von gehirntoten, blutrünstigen Junkies überrannt, echte Menschen gibt es kaum mehr. Einer davon ist Hunter (Martin Copping), der – wie der Name verrät – auf alles Jagd macht, was auch nur wie ein Zombie riecht. Dabei trifft er eines Tages auf eine Gruppe aus sechs Überlebenden, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, darunter der schwer bewaffnete Geistliche Jesús (Danny Trejo), die sexhungrige Debbie (Jade Regier) und das brave Mauerblümchen Alison (Clare Niederpruem). Zusammen macht sich die Truppe auf die Suche nach einem Flugzeug, um vielleicht doch noch der Zombie-Apokalypse zu entkommen.

Die Ausgangslage weckt Erinnerungen an das letztjährige Zombielowlight Zombex. Was dort die Medikamente waren, sind hier nun die Drogen: böse, böse, böse. Konnte man den Kollegen mit etwas Wohlwollen noch eine gesellschaftskritische Aussage andichten, will Zombie Hunter aber gar nicht erst ernst genommen werden.

„Geht doch nichts über ein Massaker am frühen Nachmittag.“Zombie Hunter Szene 1

Solche und viele weitere kernige Oneliner verraten: Der Spaß steht im Vordergrund, humorvolle Sprüche, eine Menge Splatter und zwei überlebensgroße Hauptfiguren. Letzteres ist aber gemogelt, wie so oft in der letzten Zeit wird die Popularität von Trashikone Danny Trejo (Machete) doch sehr ausgenutzt. Auch wenn es Cover und Trailer einem weismachen wollen, der Schauspieler mit den mexikanischen Wurzeln hat eine eher kleine Rolle. Was den Coolnessfaktor angeht, ist der australische Sonnyboy Martin Copping aber ein adäquater Ersatz. Gerade in der ersten Hälfte ist sein Kampf gegen die Zombies und das Liebesdreieck mit Clare Niederpruem und Nacktmodel Jade Regier durchaus unterhaltsam.

Später baut das Debüt von Regisseur und Ko-Autor Kevin King aber deutlich ab. Das liegt zum einen daran, dass Witze nicht besser werden, wenn man sie gleich mehrfach erzählt. Auch wenn der Film nur anderthalb Stunden lang ist, hat der Humor irgendwann seinen Reiz verloren und das anfängliche Lachen wird zunehmend von einem Gähnen ersetzt. Auch an den optischen Spielereien, dass der Film immer wieder eine Lilafärbung und damit einen Comiccharakter annimmt, hat man sich früher oder später satt gesehen.Zombie Hunter Szene 2

Bliebe noch die Action, um das sinkende Schiff zu retten. Doch die ist wenig spannend oder gar abwechslungsreich. Natürlich wird niemand an Zombie Hunter mit dem Anspruch herantreten, eine intelligente Handlung oder ausgearbeitete Figuren zu sehen. Etwas mehr als schlecht zusammengeleimte CG-Monster und unmotiviertes Gemetzel darf man aber schon erwarten, und darauf beschränkt sich der Film zum Schluss. Da ist auch in diesem Genre deutlich mehr möglich. Das erhoffte Trashspektakel ist Zombie Hunter daher leider nicht, zumindest die erste Hälfte kann man sich im Rahmen eines Videoabends aber mal ansehen.



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Zombie Hunter
3.89 (77.78%) 9 Artikel bewerten

Zombie Hunter
Bei der Kombination von Zombies und Danny Trejo bekommen Trashfans leuchtende Augen. Unterhaltsam ist aber nur die erste Hälfte, später langweilen sowohl Humor und optische Spielereien als auch die Actionsequenzen.
4von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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