(„Freezer – Rache eiskalt serviert“ directed by Mikael Salomon, 2013)

Freezer – Rache eiskalt serviertToll ist die Situation nie: Du wachst auf, weißt nicht wo du bist, nicht einmal, wie du dorthin gekommen bist. Nach Clubbesuchen kann das hin und wieder mal vorkommen, nach Weinfesten. Berüchtigt in diesem Zusammenhang auch die gute, alte Weihnachtsfeier. Doch schlimmer geht immer, wie das Beispiel von Robert (Dylan McDermott) zeigt. Als der aufwacht, ist nicht nur sein Gedächtnis weg, er befindet sich auch noch in einem Kühlraum, Arme und Beine sind gefesselt.

Was er dort zu suchen hat, kann er selbst nicht so genau sagen. Nur dass es irgendwas mit Geld zu tun. Das zumindest hört er aus dem Gebrabbel der russischen Gangster Stepan (Milan Malisic) und Kiril (Andrey Ivchenko) raus, die ihn immer wieder bedrohen. Erst deren Chefin Alisa (Yuliya Snigir) bringt Klarheit ins Geschehen: Robert soll acht Millionen Dollar entwendet haben. Dem Gefangenen hilft das jedoch nur marginal weiter, denn der weiß immer noch nicht, wovon die eigentlich reden. Bleibt als letzte Chance nur der verletzte Undercoveragent Sam (Peter Facinelli), der ebenfalls im Kühlraum sein vorzeitiges Ende finden soll.

Eine Geschichte nur an einem einzigen Schauplatz spielen zu lassen, kennen wir vor allem aus dem Theater. Doch auch Filme greifen immer mal wieder gerne auf die Stilistik des Kammerspiels zu. Schon die Klassiker Ein Cocktail für eine Leiche und Die zwölf Geschworenen zeigten Mitte des 20. Jahrhunderts, dass begrenzter Raum nicht mit begrenzter Spannung einhergehen muss. Daran hat sich bis heute nichts geändert, zumal bei der Wahl des Raums der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Möglich ist alles, von einem Motelzimmer (Tape) über ein Raumschiff (Zero Gravity) bis hin zu einer Toilette (Stalled) – warum also nicht einmal ein Kühlraum?Freezer - Rache eiskalt serviert Szene 1

Nun sind Ein-Raum-Geschichten aber keine Selbstläufer. Während andere Filme mit aufwändigen Kulissen oder tollen Landschaftsaufnahmen gerne mal über dünne Drehbücher hinwegtäuschen, gibt es diese Möglichkeit hier nicht. Da muss schon ein bisschen mehr passieren, damit der Zuschauer nicht mittendrin abspringt. Über lange Zeit hält sich Freezer – Rache eiskalt serviert in der Hinsicht sogar ganz wacker. Der Kniff mit dem plötzlich auftauchenden Sam ist zwar schon ein kleiner Betrug, aber auch ohne hält der schwedische Regisseur Mikael Salomon einige Überraschungen parat.

Wie Robert wird der Zuschauer mitten ins Geschehen geworfen. Erklärungen gibt es keine, die Vorgeschichte wird später erst erzählt, genauso, wen wir da überhaupt sehen. Allein dadurch bleibt man am Ball, schließlich gilt es zu erfahren, wie der gewöhnliche Mechaniker in diese Situation geraten konnte. Gelungen ist auch die Atmosphäre, in der nicht die mit Waffen rumfuchtelnden Russen der größte Feind sind, sondern die Kälte. Immer wieder muss Robert seinen Einfallsreichtum beweisen, wenn er nicht den eisigen Temperaturen erliegen will.Freezer - Rache eiskalt serviert Szene 2

Doch das ist gleichzeitig auch ein wenig die Schwäche des Films: Robert ist zu einfallsreich, zu schlagfertig, wirft mit zu vielen markigen Sprüchen um sich. Diese Rolle sitzt Dylan McDermott sicher wie angegossen und wer mit den launigen Actionfilmen aus den 80ern aufgewachsen ist, wird den Humor auch zu schätzen wissen. Gleichzeitig wird damit aber das anfangs aufgebaute Bild des Normalos in Not torpediert und die Spannung ist nie so hoch, wie sie sein könnte. Zum Schluss wird diese Ausgangssituation aber ohnehin komplett über Bord geworfen, wenn Freezer – Rache eiskalt serviert sein absurdes Ende findet. Natürlich war Glaubwürdigkeit auch vorher schon keine Stärke des Thrillers gewesen, bis dahin wurde aber immerhin ordentliche Unterhaltung geboten.

Freezer – Rache eiskalt serviert ist seit 17. April auf DVD und Blu-ray erhältlich

Freezer – Rache eiskalt serviert
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Freezer – Rache eiskalt serviert
Für einen Film, der ausschließlich in einem Kühlraum spielt, ist Freezer – Rache eiskalt serviert erstaunlich abwechslungsreich und unterhaltsam. Dafür ist Hauptfigur Robert etwas zu heldenhaft und das Ende missglückt.
5von 10

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