(„Aballay – El hombre sin Miedo“ directed by Fernando Spiner, 2010)

Der gefürchtete Bandenchef Aballay (Pedro Cedrón) schreckt vor nichts und niemandem zurück. Doch als er bei einem Überfall auf eine Kutsche den Vater eines Jungen ermordet, der die grausamen Szenen mit ansehen muss, beginnt Aballay seine Taten in Frage zu stellen und verlässt tatsächlich den Pfad des Verbrechens. 10 Jahre später bringt der Waisenjunge Julián (Nazareno Casero) auf seinem Rachefeldzug den ersten der Mörder zur Strecke, und ahnt nicht was ihn fortan noch erwartet.

Solche Geschichten hat es schon zu Hauf gegeben, aber diesmal rücken die Bilder aus Argentinien heran und beschreiben den etwas kindlichen Versuch unseres Helden Julián, sich an dem Mörder seines Vaters zu rächen. Denn Julián ist alles andere als abgebrüht oder lässig, mehr durch Zufall und mit großer Hilfe der ihm zur Seite stehenden gelingt es ihm, zumindest schon einmal am Leben zu bleiben.

Aballay alias Pedro Cedrón spielt ebenso wie die anderen Gauner überzeugend, obwohl man sich bei den stark überzeichneten Todesszenen immer wieder an ein schlechtes Theaterstück erinnert fühlt. Die Hauptfigur hat mir persönlich nicht gefallen, ist er doch, wenn auch beabsichtigt, zu weich und smart dargestellt. Noch dazu stellt sich mir die Frage wieso zum Kuckuck der Junge trotz dickem Schnäuzer an anderen Stellen keinen Bartwuchs aufweist, obwohl er sich für mindestens 4 Tage überhaupt nicht rasieren konnte. Nerviger Flüchtigkeitsfehler.

Die besondere Epik geht nicht nur von der Länge des Films aus, auch die starken Bilder, untermalt mit tragender Musik leisten ihre Zugabe. Dazu zählen wunderschöne Landschaften, die gut für den Stimmungsaufbau eingefangen werden. Ein anderes Stilmittel des Regisseurs ist etwas gewöhnungsbedürftig, blendet dieser häufig Dialoge früher ein, als die entsprechende Szene. So kommt es oft vor, dass die Darsteller sich stumm anblicken und den Mund nicht bewegen, obgleich im Hintergrund bereits ein Gespräch stattfindet. Ich bin mir noch nicht ganz sicher ob ich das als cool oder störend empfinden soll, vielleicht wäre es in einem Film der insgesamt mehr begeistert sogar richtig unterhaltsam gewesen.

Aballay – Der Mann ohne Angst ist seit 6. Dezember auf Blu Ray und DVD erhältlich

Aballay – Der Mann ohne Angst
3.5 (70%) 8 Artikel bewerten

Aballay - Der Mann ohne Angst
Wer Western mag, die etwas langsamer in die Gänge kommen und fernab von Blockbustermanier liegen, der darf sich über die rund 100 Minuten freuen. Das Finale läuft auch glücklicherweise anders ab als gewohnt und reißt den Betrachter nochmal aus dem Dämmerzustand heraus. Insgesamt hat der Film mit starkem Titel bei mir aber nur einen schwächeren Eindruck hinterlassen. Da schaue ich mir lieber Die glorreichen Sieben, Spiel mir das Lied vom Tod oder den moderneren Todeszug nach Yuma an.
4von 10

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