(„Wrecked“ produced by Michael Greenspan, 2010)

Ein Mann erwacht langsam und von Schmerzen gezeichnet in einem vollkommen zerstörten Fahrzeug, inmitten eines weitläufigen Waldgebiets. Sein Erinnerungsvermögen ist ausgelöscht und auf der Rückbank des Wagens liegt ein toter Mann, blutüberströmt. Das Bein des angeschlagenen Mannes ist eingeklemmt und die Türe des Fahrzeugs lässt sich nicht öffnen, er erinnert sich an nichts mehr. Bevor er die Nerven endgültig verliert, wagt er einen letzten Versuch sich aus dem Wrack zu befreien, um sein Leben zu retten. Schafft er es zurück in die Zivilisation, wird die Wildnis ihn verschlucken oder macht der Wahnsinn ihm ein Ende?

Der Film beginnt verstörend und fesselnd, man ist kaum in der Lage seinen Blick von der Mattscheibe abzuwenden, denn die Katastrophe wird nur ganz dezent, Stück für Stück offenbart. Als das Puzzle dann vollständig zusammengesetzt ist und dem Zuschauer klar wird, was hier grob passiert sein muss, lockert sich das Szenario ein wenig auf, obwohl der Hauptakteur Adrien Brody noch immer in dem Fahrzeug eingeschlossen ist.

Brody vermag es zunächst, die drohende Verzweiflung gekonnt darzustellen, überhaupt scheint er der Richtige für diese Rolle zu sein. Für die nicht gänzlich gelungene Gesamtproduktion kann man sich ja schließlich nur bei Michael Greenspan bedanken. Dieser reiht seltsame Ereignisse in der Wildnis aneinander, bedient sich Storyunterstützenden Mitteln, wie Halluzinationen und Erinnerungen. An sich keine schlechte Idee, doch auf diesem Wege ein wenig zu viel an Illusion und zu wenig an wahrer Erinnerung. Trotz der rund 80 Minuten fallen hier seltsame Längen an, die sich stets in eine weitere brenzlige Situation oder ein rätselhaftes Szenario retten.

Abstreiten will ich aber nicht, dass die Vorstellung unheimlich ist, selbst in so freier Natur auf sich allein gestellt zu sein und nur vorwärts kriechen zu können, da man sich ein Bein gebrochen hat. Leider scheitert Wrecked zuletzt nicht nur an seiner Glaubwürdigkeit, sondern eben auch an dessen Story. Eigentlich erzählt uns Greenspan überhaupt nichts und er lässt den Zuschauer am Ende vollkommen unbefriedigt und kein Stück schlauer zurück. Allein in der Wildnis der eigenen Gedanken.

Wrecked erscheint am 18. November auf Blu Ray und DVD

Wrecked – Ohne jede Erinnerung
3.83 (76.52%) 23 Artikel bewerten

Wrecked - Ohne jede Erinnerung
Punktuell fesselnder Streifen, mit gutem Darsteller besetzt, der aber die hölzerne Story nicht wettmachen kann. Wer auf Filme steht, die hauptsächlich mit Imagination zu Recht kommen wollen, wird hier ein wenig Freude haben. Für Action- oder Horrorliebhaber wohl eher eine Kaugummiaffäre. Nicht gesehen, nichts verpasst.
5von 10

Über den Autor

Autor

Eine Antwort

  1. Lorenz Mutschlechner

    Schade, hatte mir vom Film mehr erwartet, Brody steht ja meistens für gute Qualität. Sein Schauspiel ist wie Du richtig schreibst auch hier exzellent nur leider wird das ganze irgendwann sehr, sehr fad. In 40 Minuten hätte man das Ganze auch locker erzählen können, zu wenig wird da am Ende aus dem spannenden und intensiven Start gemacht.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.