(„Броненосец Потёмкин“ directed by Sergei Eisentein, 1925)

In seinem Stummfilmklassiker Panzerkreuzer Potemkin stellt Regisseur Sergei Eisenstein, in sehr freiem Umgang mit den historischen Tatsachen, die Revolte der Besatzung eines Kriegsschiffes gegen die grausamen Offiziere im Hafen von Odessa dar.

Nachdem die Kommandanten des Schlachtschiffes „Potemkin“ von der Besatzung verlangt haben, verdorbenes Fleisch zu essen, setzen sich diese zur Wehr und initiieren einen Aufstand. Die Einwohner Odessas unterstützen die Soldaten und versammeln sich zu Feier der erfolgreichen Meuterei an der Hafentreppe. Der Zar sendet jedoch Truppen, die den Aufstand zerschlagen sollen, in die ukrainische Stadt…

Es ist grundlegend falsch, Panzerkreuzer Potemkin lediglich auf seinen filmhistorischen Wert zu reduzieren, vielmehr war es Eisenstein zu seiner Zeit möglich, mit anderen Mitteln eine andere Wirkung zu erzielen: wegen des Mangels an ausgereiften technischen Möglichkeiten wurde dem Regisseur ein hohes Maß an Kreativität und Improvisationstalent abverlangt – dass Eisenstein über diese Eigenschaften verfügte, stellt er in seinem Film eindrucksvoll unter Beweis. Nahezu eine jede Aufnahme ist von einer selten gesehenen Ausdruckskraft und Dynamik, zumal der Film durch seine Dramaturgie, die sich streng nach den Grundsätzen der klassischen Tragödie richtet, überzeugt und mitreißt.

Betrachtet man die Thematik, die propagandistisch anmutet, befreit von dem politischen Entstehungskontext, so kann man Eisensteins Film außerdem als zeitlose Parabel auf den Widerstand des erniedrigten Volkes gegen eine despotische Obrigkeit verstehen.

Panzerkreuzer Potemkin ist ein zeitloses Meisterwerk des Stummfilms, das dem Zuschauer auf Grund der faszinierenden Bildmontagen und seiner Expressivität noch lange im Gedächtnis bleiben wird, jedoch an der allzu undifferenzierten, verfälschenden Darstellung der tatsächlichen historischen Begebenheiten zu Propaganda – Zwecken krankt.

Panzerkreuzer Potemkin
3.74 (74.74%) 19 Artikel bewerten

Panzerkreuzer Potemkin
8von 10

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3 Responses

  1. Marco Behringer

    Sollte man als Cineast gesehen haben. Über die ideologischen Fallstricken muss man halt hinwegsehen 😉 Es ist ja umgekehrt nicht so, dass Hollywood weniger propagandistisch auftritt – auch (oder gerade) heute noch.

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  2. F.Fröhner

    Propaganda in Filmen ist generell ein heikles Thema und die Geister scheiden sich, ob man zwischen Form und Inhalt trennen kann/ darf. Ein weiteres interessantes Beispiel stellen auch die Filme Leni Riefenstahls dar, die hinsichtlich der Montage und anderer filmtechnischer Mittel zweifellos Meisterwerke, jedoch ideologisch abstoßend sind.

    Die Nationalsozialisten waren nun einmal „elektrisch beleuchtete Barbaren“.

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