(„The Wackness“ directed by Jonathan Levine, 2008)

The Wackness ist ein Film des Nachwuchsregisseurs Jonathan Levine, der auch 50/50 oder All the Boys love Mandy Lane gedreht hat. Für The Wackness hat er auch das Drehbuch geschrieben. Ursprünglich hatte er die Idee, dass ein Patient seinen Psychiater mit Marihuana bezahlt. Aus dieser Anfangsidee wurde dann aber schnell mehr. Trotzdem hätte der Regisseur nie gedacht, dass aus diesem Geistesblitz einmal ein ganzer Kinofilm werden würde.

Ein Sommer im New York von 1994: Luke Shapiro (Josh Peck) hat gerade die High School absolviert. Als Drogendealer verbringt seine letzten Tage bevor er ans College muss mit seinem schrägen Therapeuten Dr. Squires (Ben Kingsley). Denn Luke hat ein Problem: er denkt er sein depressiv und will Tabletten. Dr. Squires widerspricht ihm und meint, dass er lediglich eine Freundin braucht. Doch dann verliebt sich Luke in die Stieftochter seines Therapeuten Stephanie (Olivia Thirlby). Aber auch bei Dr. Squires läuft es nicht mehr optimal. Seine Frau (Famke Janssen) und er haben sich auseinandergelebt und er betäubt sich selbst mit Medikamenten.

„Wackness“ steht im Hip Hop-Jargon als Ausdruck für Schwäche. Im Gegensatz zu „Dopeness“ ist es ein Platzhalter für alles, was uncool, negativ oder schlecht ist. So verwundert es auch überhaupt nicht, dass Jonathan Levines Drama-Komödie The Wackness voll von Hip Hop-Musik ist. Der auf dem Sundance Filmfestival mit dem Publikumspreis prämierte Film ist deshalb auch eine nostalgische Rückkehr in die 1990er Jahre. Der Soundtrack besteht aus den Stilikonen dieser Ära: Wu-Tang Clan, Nas oder The Notorious B.I.G. Einer dieser Ikonen ist sogar als Nebendarsteller dabei: Method Man.

The Wackness ist nostalgischer Film, der allerdings authentisch wirkt und nichts glorifiziert. Die Balance zwischen Komödie und Drama ist recht ausgeglichen, wobei die humorvollen Szenen nicht abgedroschen und die dramatischen Szenen nicht übertrieben wirken. Es ist ein bodenständiger Film, der vor allem aus dem tollen ungewöhnlichen Gespann Kingsley (Shutter Island) und Peck (Spun – Leben im Rausch) lebt. Es ist ein wechselndes Hin und Her: die beiden übernehmen abwechselnd die Führung, was ein bisschen an Findig Forrester von Gus van Sant erinnert.

Kingsley zeigt Peck, dass eigentlich alles gar nicht so schlimm ist und Peck zeigt Kingsley, wie man lebt. Peck gibt Kingsley ein Mixtape mit A Tribe Called Quest und Kingsley revanchiert sich mit David Bowie und Pink Floyd. Auf diese Weise erfolgt ein Austausch der verschiedenen Generationen. Zusammen verleben die beiden einen turbulenten Sommer zwischen Sex, Drugs and Hip Hop. Auch die Nebendarsteller spielen ihre Rollen glaubhaft. Levine hat vor allem den jungen Darstellern viel Freiheit eingeräumt, was man im Film dann auch zu spüren bekommt. Man hat fast den Eindruck, dass die Schauspieler auch im privaten Leben so sind wie es ihre Rollen vorgeben.

Das Design des Films wirkt zwar etwas künstlich, entspricht jedoch in passender Weise der Atmosphäre der Story: ein sommerlich-diesiges Licht sorgt für ein nostalgisches Flair. Die Kameraarbeit ist gut und liefert sogar aufwendige Einstellungen: in einer Szene wurde sogar ein Kran von einem weiteren Kran getragen! Die DVD enthält zahlreiches Bonusmaterial wie „Deleted Scenes“, „Trailer“ und „Audiokommentar“. Vor allem das Feature „Behind the Scenes“ ist bereichernd, weil darin die Macher und Darsteller zu Wort kommen.

The Wackness ist seit 5. August 2011 auf DVD und Blu-Ray erhältlich

The Wackness – Verrückt sein ist relativ
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The Wackness – Verrückt sein ist relativ
The Wackness ist ein „Gute Laune“-Film für diejenigen, die mit der Musik und Subkultur aufgewachsen sind oder diese kennenlernen möchten. Es ist ein nostalgisches Genre-Crossover aus Coming-Of-Age, Drama und Komödie, das ein paar kleine Weisheiten enthält, aber nicht allzu viel Stoff zum Nachdenken liefert, sonder mehr unterhält.
7von 10

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