(„Zero 2“ directed by Emilis Velyvis, 2010)

Gangster, Titten und Kanonen. Die beiden Berufskiller Max (Ramunas Rudokas) und Sylvester (Kestutis Jakstas) haben den Auftrag ihrem Boss einen silbernen Koffer voller Drogen zurück zu holen. Dass bei dieser Mission so einiges in die Hose geht, zeigt sich schon nach wenigen Minuten.
Der Film hangelt sich an einem ähnlichen Erzählstil entlang, wie es auch Quentin Tarantino bei Pulp Fiction getan hat. Zeitsprünge, vor und zurück, wie es gerade passt. Doch Shoot ‚Em Down wirkt für mich nur wie ein müder Abklatsch und allenfalls ein Budgetsparendes Tribut an Tarantinos Meisterwerk. Unabhängig von irgendwelchen Vorkenntnissen oder versteckten Anspielungen auf hochkarätigere Gaunerkomödien, würde ich dem Film aber immer noch ein gut gemeintes „schon in Ordnung“ aufdrücken.

Leider ist mir die Synchronisation schon bei den ersten Sätzen ziemlich auf die Nerven gegangen, doch im Laufe des Spektakels kann man sich damit irgendwie abfinden. Der Glatzkopf im Bademantel, ist eine unterhaltsame Abwechslung und man kann sich den einen oder anderen Lacher nicht verkneifen. Auch andere Begebenheiten, Kommentare oder Handlungen weisen auf den feinen Sinn, für den etwas groberen Humor von Emilis Velyvis hin. An eingen Stellen geht es in Shoot ‚Em Down auch mal brutaler zu, so kommt es vor, dass dem Zuschauer kurze Szenen einer Leichenzerstückelungsszene präsentiert werden oder auch mal ein Arm am Bodenblech eines Fahrzeugs gefunden wird.

Die Story verspricht an sich absolut nichts Neues, gerade weil man so stark den Eindruck bekommt, es handle sich hier um den litauischen Pulp Fiction. Es werden Sprüche gekloppt, Schimpfwörter missbraucht und Menschen niedergemacht. Dabei ist alles auf möglichst lässig getrimmt und doch wird stets ein lautes Wort gesprochen. Man hat am Ende den Eindruck die Darsteller hätten sich den gesamten Film über nur angebrüllt, ob Freund, ob Feind, egal. Wenigstens sind die Dialoge nicht so saudämlich und flach wie bei den meisten blitzschnell gedrehten Horrorstreifen oder möchtegern witzigen Gangsterkomödien der Neuzeit. Hier ist doch alles etwas solider, wenn es auch nicht so unglaublich viel an Produktionskosten verschlungen haben mag.

Ein absoluter Pluspunkt ist die extreme Kürze des Films, welche ihn selbst vor der Ausschlachtung und Langwierigkeit schützt. Der Film ist so schnell, aber leider auch so abrupt vorbei, dass man sich am Ende wirklich fragt „was war das denn jetzt?“

Neben einigen Lachern, netten Begebenheiten, haben mich die miese Sync, sowie die wenigen Genreneuerungen  oder brillanten Einfälle leider bis zum Ende zu sehr gestört, um Shoot ‚Em Down so schnell ein zweites Mal sehen zu müssen. Trotzdem glaube ich, dass Fans von schwarzhumorigen Gaunerkomödien wenig falsch machen können, wenn sie in der Videothek den Streifen in die Hand nehmen.

Shoot ‚Em Down ist seit 11. August auf Blu Ray und DVD erhältlich



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