(„Tucker & Dale vs. Evil“ directed by Eli Craig, 2010)

Das Erstlingswerk von Eli Craig wurde letztes Jahr auf mehreren Festivals von Jury und Publikum gleichermaßen gefeiert und konnte auch einige Preise einheimsen. Während nun diese kanadische Produktion erst im Herbst in den US-Kinos anläuft ist der Streifen im deutschen Sprachraum bereits im Handel zu finden. Der Film hält genau das was er verspricht: kurzweilige Unterhaltung die das Teenie Horror-Genre aufs Korn nimmt, dabei aber nicht als lächerliche und platte Parodie wie etwa die Scary Movie-Serie endet.

Tucker (Alan Tudyk) und Dale (Tyler Labine), zwei Hillbillies aus West Virginia, haben ihren Traum von einem eigenen Ferienhaus irgendwo in den Wäldern wahrgemacht. Am Wochenende soll das heruntergekommene Gebäude zwischen einem Angelausflug und ein paar kühlen Bierchen renoviert werden, doch dieses simple Vorhaben verkompliziert sich unnötig als gleichzeitig eine Gruppe von Collegestudenten, ganz unweit von ihrer Hütte, ihr Campinglager aufschlagen. Chad (Jesse Moss) und seine Kumpels wollen mit ihren Freundinnen (u.a. Katrina Bowden) weit weg von Schule und Eltern einen draufmachen, doch ihre Vorurteile als sie auf die beiden harmlosen Hinterwäldler treffen führen zu tödlichen Missverständnissen…

Tudyk und Labine verkörpern das Klischee des unterbelichteten, amerikanischen Landbewohners herrlich komisch. Ihr Kampf gegen eine Gruppe von eingebildeten Jugendlichen ist allemal unterhaltsam und meistens auch sehr witzig, doch wird das Ganze zu schnell fad und mutiert im Endeffekt selbst zum Teenie Horror-Streifen mit genügend Splatter-Effekten. Auch wenn Tucker & Dale vs. Evil als Parodie funktionieren will, sollte man deshalb eine gewisse Vorliebe für solche Filme mitbringen, andernfalls wird man mit dieser Art von Komödie keine große Freude haben.

Die Quintessenz, nämlich die, dass Vorurteile gegenüber anderen Kulturkreisen meist zu Angst und folglich zu Missverständnissen führen, die in diesem Fall fast bis zur Geschmackslosigkeit eskalieren, verleiht dem Werk allerdings eine gewisse Sympathie und auch Genreverbundenheit. Betrachtet man hingegen andere zeitgenössische Horrorfilme wie etwa das Saw-Franchise, so erkennt man dort kaum etwas anderes als rohe Brutalität und aneinandergereihte Schockeffekte.

Tucker & Dale vs. Evil bleibt letztendlich aber nichts anderes als ein netter Zeitvertreib der mit seinen nicht ganz 90 Minuten nicht über die Stränge schlägt und durch das „Happyend“ auch recht angenehm ausklingt.

Tucker & Dale vs. Evil ist seit 22. Juli auf Blu Ray und DVD erhältlich

Tucker & Dale vs. Evil
3.81 (76.25%) 16 Artikel bewerten

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Eine Antwort

  1. projekt gute filme

    Ich fand gerade das Ende am schlimmsten, weil der Film zwar auf sehr hohem Niveau anfängt, dann aber wirklich stetig abnimmt. Die Idee war super, aber den ganzen Film an die eine Idee zu hängen war nicht so gut.

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