(„The Pillars of the Earth“ directed by Sergio Mimica-Gezzan, 2010)

Bei den Produzenten muss man schon genau hinschauen – dann stolpert man nämlich über Ridley Scott, der die TV-Adatption von Ken Folletts bekanntem Roman mitproduziert hat. Mit dem Sensationserfolg von 1990 hat Starautor Follett seinerzeit mit dem Roman Die Säulen der Erde seinen internationalen Durchbruch geschafft. Mit ca. 18 Millionen verkauften Exemplaren weltweit zählt die Mittelalter-Saga zu den kommerziell erfolgreichsten Büchern überhaupt. Dass es trotzdem so lange dauert, bis der Stoff auf die Leinwand kommt, hat in erster Linie damit zu tun, dass der Autor nach Filmemachern Ausschau gehalten hat, die bereit sind, die ganze epische Breite des Stoffes auch in die Verfilmung umzumünzen. Die achtstündige TV-Version überzeugt Follett letztlich dermaßen, dass er selbst einen Cameo-Auftritt übernimmt. Die Regie hat Sergio Mimica-Gezzan geführt.

England 1123-1173. Der englische Thronfolger William (David Oakes), Erbe König Heinrichs I., kommt bei der Überfahrt von Frankreich bei einem Schiffsunglück ums Leben. Bei Hof und ihm höheren Klerus formieren sich die Fronten für den drohenden Erbfolgekrieg. 18 Jahre später zieht der Baumeister Tom Builder (Rufus Sewell) mit seiner Familie auf der Suche nach Arbeit durch die Grafschaft von Shiring. In den Wäldern begegnen sie der Heilerin Ellen (Natalia Wörner), die einen Mentor für ihren begabten Sohn Jack (Eddie Redmayne) sucht.

Zur gleichen Zeit trifft der junge Priester Philip (Matthew Macfadyen) in der nahegelegenen Priorei Kingsbridge ein. Er findet ein abgewirtschaftetes Kloster vor. Der alte Abt liegt im Sterben. Bei der Wahl seines Nachfolgers setzt sich der zupackende Philip durch. Er weiß, dass er kaum Geld für den nötigen Aufbau hat, aber als die alte Kirche niederbrennt, kommt Philip die Ankunft des Baumeisters Tom wie ein Gottesgeschenk vor. Tom träumt schon sein ganzes Leben davon, eine Kathedrale zu bauen.

Philip lässt sich von seiner Begeisterung anstecken und stimmt dem Bau zu. Während Tom, Ellen und Jack ein neues Zuhause und eine gewaltige Aufgabe gefunden haben, stellt sich Bartholomäus, Graf von Shiring (Donald Sutherland), nach dem Tod Heinrichs I. auf die falsche Seite. Er verliert Land und Titel, seine Kinder Aliena (Hayley Atwell) und Richard bleiben dem Hass der rivalisierenden Adelsfamilie Hamleigh schutzlos ausgeliefert. Auch Prior Philip muss feststellen, dass er sich mit den Plänen für die neue Kathedrale mächtige Feinde geschaffen hat.

Die Säulen der Erde ist ein reißerisches Epos über Gut und Böse – gähn – sowie Verrat und Intrigen – wer hätte das gedacht? Die TV-Produktion will gleichzeitig „sinnlich, dynamisch und leidenschaftlich“ sein – so wirbt zumindest die Produktionsseite –und dabei noch ein Sittengemälde aus einer „Zeit der Kriege, Glaubenskonflikte und Machtkämpfe, welche Leben zerstören und Familien auseinanderreißen“, gleich mitliefern. Ja, das ist so abgedroschen wie es klingt! Flache Charaktere, öde Schauspieler, eine vorhersehbare Story, das war’s auch schon! Nichts Überraschendes oder Unvermutetes.

Wer auf Mittelalterverfilmungen steht oder den Trivialroman gelesen hat, der dürfte auch mit der DVD-Box mit 5 DVDS (ca. 595 Minuten Laufzeit!), einem 12-seitigen Digipack in edler Klappbox zufrieden sein. Als Extras werden ein Making-of, Interviews mit Cast & Crew, B-Roll sowie die Featurettes „Entstehung der Titelanimation“ und „Visuelle Effekte“ geboten. Das üppige Bonusmaterial dauert allein 195 Minuten.

Die Säulen der Erde erscheint am 7. Dezember auf Blu Ray und DVD

Die Säulen der Erde: Teil 1
3.88 (77.5%) 8 Artikel bewerten

Über den Autor

3 Responses

  1. movie-struck

    Da muss ich doch auch mal meinen Senf dazu geben.

    Klar ist, das Buch gehört zu einem meiner Lieblingsbücher, neben „Das Parfum“ und der „Wikinger“-Reihe von Bernard Cornwell. Was auch klar war: Die Verfilmung gehört zum Pflichtprogramm, man muss sich ja anschauen, was da ver“un“staltet wurde.
    In der Tat eine herbe Enttäuschung als begeisterter Leser. Zugegeben, die ersten 200 Seiten des Romans sind schrecklich langweilig, aber kennt man ersteinmal die Charaktere und beginnt sich in diese hineinzuversetzen, ist das Buch richtig klasse.
    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Zuschauer, die den Roman nicht gelesen haben sich mit den bewegten Bildern anfreunden können, denn wie unser Marco ganz richtig schreibt: Flach & Öde. Wirklich schade drum!

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  2. Dr. Borstel

    Muss man wirklich genauer hinschauen, um über den Namen Ridley Scott zu stolpern? Mit dem großen Namen wurde doch überall Werbung gemacht – nicht dass es die Verfilmung des „drittliebsten Buchs der Deutschen“ nötig gehabt hätte. Ich habe das Buch ebenso gelesen und fand es, nun ja, weder schlecht geschrieben noch übermäßig langweilig, aber auch in keiner Weise dem Hype gerecht werdend. Ein mehr oder minder ansprechendes historisches Drama um jemanden, der gerne eine Kirche bauen würde, auf 1000 Seiten ausgewälzt. Was daran nun so faszinierend sein soll, zumal das Buch doch eher spannungsarm ist und ihm lediglich Folletts lebendige Sprache zugute kommt, weiß ich nicht und habe mir dementsprechend auch die Verfilmung gespart.

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  3. Candide

    Klingt ernüchternd, ich hatte allerdings sowieso nie vor mir den Film anzutun (höchstens wegen Ian McShane den ich seit Deadwood immer wieder gerne sehe). Das Buch habe ich übrigens auch nicht gelesen, ich stelle mir das so vor wie es der Herr Doktor beschreibt, nämlich öde.
    Was ich allerdings kenne und sogar besitze, ist das Brettspiel zum Buch. Dieses ist allerdings auch nicht sonderlich empfehlenswert, zumal es nur den Hype der Vorlage nutzt und nach ein paar mal spielen völlig seinen Reiz verliert.

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