(„Konferenz der Tiere“, Reinhard Klooss, Holger Tappe, 2010)

Nein, Konferenz der Tiere wurde nicht von den „Grünen“ gesponsert. Der erste deutsche, abendfüllende Animationsfilm in 3D ist in erster Linie ein Aufruf, verantwortungsvoller mit unserer Erde umzugehen, damit Tiere auch in ferner Zukunft sich noch glücklich an ihrem Artenreichtum erfreuen können. Lästige Propaganda? Nein. Ein charmanter, hervorragend animierter Kinderfilm, der das sympathische Ziel hat, den Kleinen Umweltfreundlichkeit einzuflößen und dass man nicht nur an sich selbst im Leben denken darf.

Der Film basiert sehr lose auf Erich Kästners gleichnamiger Erzählung, doch das eigentliche Vorbild war hier nicht Kästner, sonder der amerikanische Filmerfolg Ice Age. Eine kleine Gruppe schrulliger Tiere aus Afrika und Grönland ziehen los, um zu ergründen, warum ihr Land ausgetrocknet und ihr Eis geschmolzen ist. Man findet schnell heraus, dass ein riesiger Staudamm für das fehlende Wasser verantwortlich ist und so beginnt man den Kampf gegen die bösen Politiker, die sich jenseits der trockenen Steppe hinter dem Staudamm in einem Luxushotel vergnügen.

Man hat teilweise den Eindruck, dass Konferenz der Tiere etwas hilf- und ziellos umherirrt und nicht konsequent oder stringent erzählt wird. Die Tiere gelangen in das Hotel, versuchen das Wasser zu bekommen, kehren dann in dezimierter Zahl in die Steppe zurück (es ist nie die Rede davon, den im Hotel gefangenen Kollegen zu retten), eingebettet in eine sehr süßliche und melodramatische, aber wenig passende Szene, sie beschreiten dann den Weg zum Staudamm erneut, bekommen tatkräftige Hilfe von Nashörner usw. usw. . Das stört vielleicht die erwachsenen und erfahrenen Kinozuschauer, nicht aber die Kinder, für welche der Film primär gedreht wurde, deshalb stellt diese Bemerkung keinen allzu negativen Kritikpunkt dar.

Auch die Anleihen an Ice Age (das Erdmännchen als Ersatz für Sid, der Löwe, der Elefant als Ersatz für das Mammut) sind zwar offensichtlich, stören die Kinder aber nicht im Mindesten. Im Gegenteil, sie werden viel Spaß mit diesem beachtlich animierten Werk haben, denn die Figuren sind niedlich, die Witze altersgerecht und hinzu kommt der obligatorische 3D Effekt. Ob ein Film nun stark von dieser Technik profitiert oder ob eine 2D-Variante ausgereicht hätte, ist jedoch eine rein subjektive Frage und jeder wird die zugegebenermaßen putzigen Effekte anders bewerten. Gesagt werden muss aber, dass man nicht primär wegen dieser technischen Eigenschaft den Film anschauen sollte, denn damit würde man ihm Unrecht tun. Die Animationen sind derart detailgetreu, dass diese deutsche Produktion zu jeder Zeit mit vergleichbaren aktuellen Projekten aus den Vereinigten Staaten mithalten kann, die Botschaft ist (nicht nur) für die zukünftigen Generationen sehr wichtig, die Figuren sind charmant und der Humor für Kinder bestens geeignet.

Ein kurzweiliger Spaß für die ganze Familie!

Konferenz der Tiere (3D)
4.21 (84.29%) 14 Artikel bewerten

Konferenz der Tiere (3D)
8von 10

3 Responses

  1. Lorenz Mutschlechner

    Obwohl mich dieser Film nicht wirklich interessierte, war ich nach Deinem Review wieder zuversichtlich. Konferenz der Tiere entpuppte sich allerdings sehr schnell als zähflüssiger Streifen dessen Animationen und Detailgrad nie und nimmer mit aktuellen Vertretern dieser Unterhaltungsform mithalten kann.
    Zu oft und zu schnell wird mir da von Szene zu Szene gesprungen ohne genauere Erklärungen zu liefern. Dieser seltsame Erzählrhythmus wäre ja noch irgendwie erträglich, wenn denn wenigstens nicht ständig die Moralkeule geschwungen würde. Ja die Menschheit hat viel an Mutter Natur zerstört und natürlich treibt die Industrie und letztendlich wir Konsumenten diesen Trend weiter, aber welche Lösung bitte offeriert uns nun dieser Film? Richtig, überhaupt keine.
    Auch das Ende ergibt für mich keinen Sinn und ließ mich lediglich perplex am Sofa zurück.

    Humor ist immer Geschmackssache, aber Konferenz der Tiere gefällt mir persönlich auch unter diesem Aspekt nicht. Hin und wieder brachte ich ein Lächeln hervor, meistens aber fand ich die Gags platt und nicht einmal für Kinder lustig. Die einzelnen Figuren sind weder gut ausgebaut noch innovativ. Man hat das Gefühl eine schlechte Kopie von Simba und Timon und den tasmanischen Teufel der Looney Tunes serviert zu bekommen. Schnell werden dann noch ein paar Komparsen beigemischt die bereits aus diversen Tieranimationsfilmen à la Madagaskar bestens bekannt sind.

    Sorry, aber es ist kein Wunder wenn man hier mit „deutscher Animationsfilm“ und „3D“ werben musste um wenigstens ein bisschen Geld in die Kassen zu spielen.
    Schlechter Film, miese Animationen und ein Soundtrack der überhaupt keinen Charakter hat.

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