(„Speed“ directed by Jan de Bont, 1994)

Lange ist es her, dass ich den Actioner gesehen habe, umso lächerlicher wirkten nun einige Szenen, doch insgesamt bleibt „Speed“ nach wie vor tolle, kurzweilige Unterhaltung. Der Film versucht erst gar nicht das  Gesicht des Oberschurken zu verstecken um damit Spannung zu schaffen, sondern präsentiert uns sogleich Dennis Hopper als psychotischer Bombenleger Howard Payne. Er hat einen Aufzug mit Sprengsätzen versehen und droht damit die darin eingesperrten Fahrgäste in die Luft zu jagen, sollte ihm nicht unverzüglich eine hohe Lösegeldsumme ausgezahlt werden. Der Polizist Jack  Traven (Keanu Reeves), Teil der vor Ort operierenden Spezialtruppe, kristallisiert sich nun sehr schnell als markanter Held heraus. Gemeinsam mit seinen Kollegen Harry (Jeff Daniels) gelingt es ihnen die Geiseln in letzter Sekunde spektakulär zu befreien und den Täter sogar zur Strecke zu bringen. Letzterer sprengt sich nämlich nach dem missratenen Erpressungsversuch angeblich selbst in die Luft.

Jahre nach diesem nervenaufreibenden Einsatz, kontaktiert der verrückte Attentäter direkt seinen einstigen Widersacher und informiert ihn darüber, dass er einen ganz bestimmten Bus mit einer perfiden Bombe ausgestattet hat. Sobald der Bus eine gewisse Geschwindigkeit erreicht hat, wird der Sprengsatz automatisch scharf, sollte das öffentliche Verkehrsmittel irgendwann weniger als 50 Meilen pro Stunde fahren wird die Explosion ausgelöst. Der Großteil der insgesamt ca. 115 Minuten findet nun im Linienbus statt, wo Jack alle Hände voll zu tun hat um die Passagiere zu beruhigen. Unter diesen befindet sich auch Sandra Bullock die, nachdem der Busfahrer angeschossen wurde, die Aufgabe erhält den Bus zu steuern. Unnötig zu erwähnen dass die „süße Kleine“ und der „stahlharte Held“ sich irgendwann näher kommen werden und am Ende im besten Hollywoodstil sich umarmend und küssend über das Böse triumphieren werden.

Zuvor gilt es allerdings die fulminante und durchaus spannend inszenierte Busfahrt zu überleben. Während Hopper leider nur wenig eingesetzt wird und die Show über die Medien und eigens versteckte Kameras verfolgt, darf Bullock unzählige, ihre in den Weg stehende Autos aus dem Weg räumen. Sie überfährt dabei um Haaresbreite fast eine Schulklasse oder springt mit dem Bus mal eben einfach zum weiterführenden Teil eines noch nicht komplett fertig gestellten Highways. Der Holländer und Kameramann von „Die Hard“, Jan de Bont, erhält über die gesamte Laufzeit die Spannung aufrecht und auch wenn das Ganze logischerweise mehr als übertrieben wirkt, verliert der Zuschauer nie seinen Spaß am Geschehen.

Der erst diese Tage verstorbene Dennis Hopper beherrschte schon immer den Part des Durchgeknallten (Blue Velvet, Easy Rider), womöglich auch geschuldet durch sein nicht gerade zurückhaltendes Privatleben. Hier kommt er allerdings etwas zu kurz und muss sich schlussendlich den Blockbuster-Vorgaben fügen. Reeves spielt Jack ohne unbedingt groß aufzutrumpfen aber auch nicht unterdurchschnittlich oder gar schlecht. Am nervigsten ist wohl Sandra „hysterisches Plappermaul„ Bullock, die sich an Reeves Seite darauf begrenzt wenigstens optisch gut auszusehen.

Das Blu Ray Release verleiht dem nun doch schon etwas angestaubten 90er-Movie wieder etwas mehr Glanz, wenigstens technisch, denn ansonsten erwarten einem relativ magere Extras. Um mal einen wenig anspruchsvollen Abend auszufüllen reicht Speed auch heute noch, vom schrecklichen Sequel sollte man aber lieber die Finger lassen.



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Speed
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3 Responses

  1. Candide

    Ja, als ich Speed zum allerersten mal gesehen hab bin ich noch voll auf Sandra abgefahren, heute ist sie leider nur mehr das „hysterische Plappermaul“ wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich immer nur die deutsche Synchronisation angeschaut hab, vielleicht ist das im O-Ton besser. 🙂

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