(„Vølvens forbandelse“ directed by Mogens H. Christiansen, 2009)

Der Däne Mogens H. Christiansen wird Ende Mai mit seinem Regiedebüt auch die deutschen Kinos erreichen, im folgenden gibt es aber bereits vorab meine Besprechung dazu. Alles beginnt damit dass Valdemar (Jonas Wandschneider) und seine kleine Schwester Sille (Clara Maria Bahamondes) ein paar Tage alleine auskommen sollen. Nachdem die Eltern abgereist sind, schnappt sich der Sohnemann Papis protzigen Neuwagen um damit bei seinen Kumpels anzugeben, dumm nur dass er ihn auch prompt zu Schrott fährt. Verzweifelt bringt er das Auto in die Werkstatt wo ihm die Mechaniker erklären eine Reparatur in so kurzer Zeit koste eine schöne Stange Geld, es bedarf wohl keiner Erklärung dass der heranwachsende Schüler keine 100.000 Kronen aufbringen kann.

Gott sei dank lernt er aber am nächsten Tag bei einem Schulausflug den Physiker Benedikt (Jakob Cedergren) kennen, der den Jungen gerne als gut bezahlte Testperson für seine Zeitmaschine haben möchte. Valdemar soll in die Zeit der Wikinger zurückreisen um dort nach einem ganz bestimmten Kreuz zu suchen in das Benedikt offensichtlich vernarrt ist. Dort angekommen beobachtet er wie ein Mann namens Jotan, der verblüffende Ähnlichkeit mit seinen Auftragsgeber aufweist, von der Hexe Vølven (Stine Stengade) mit einem Fluch belegt wird. Die Frau, die offensichtlich auf Kriegsfuß mit der voranrückenden Christianisierung steht, nimmt zu allem Überfluss auch noch das gesuchte Kruzifix in Beschlag, doch bevor Valdemar genauer über das Geschehene nachdenken kann ist er wieder zurück in der Gegenwart.

Dort macht der vermeintliche Professor auch sofort reinen Tisch und erklärt dem Bub seine missliche Lage: durch den Hexenbann wurde er zu ewigen Leben verdammt, nur mit Hilfe des Kruzifix kann er sich davon befreien. Im weiteren Verlauf dürfen wir nun noch zwei weitere historische Epochen besuchen, mit von der Partie wird diesmal auch die kleine Sille sein, die ihrem Bruder heimlich folgte und somit ins Geheimnis eingeweiht werden musste.

Das Konzept der Zeitreise bietet natürlich nicht unbedingt viel Innovation, gibt es doch darüber Abhandlungen wie Sand am Meer. Man ist deshalb umso mehr bemüht dies nur als Mittel zum Zweck einzusetzen und durch einem bunten Mix aus Fantasy, Geschichte und Drama eine spannende Abenteuergeschichte für das junge Publikum zu schaffen. Ohne Frage versteht sich das Werk von Christiansen als geradliniger Kinderfilm ohne Ecken und Kanten und wird in diesem Rahmen vermutlich auch funktionieren. Ein anspruchvolleres Publikum wird man damit aber höchstens langweilen, was wohl auch daran verschuldet ist dass die erwachsene Hauptfigur von Cedergren einfach nur schlecht gespielt wird. In dieser Hinsicht kann man lediglich die junge Bahamondes hervorheben denn auch der Rest agiert höchst amateurhaft.

Der von mir immer gern gesehene Kim Bodnia tritt hier übrigens als König Harald Blauzahn auf, ein Grund den der Regisseur nutzt um darüber zu sinnieren woher die Technologiebezeichnung Bluetooth stammt, aber eben leider viel zu kurz. Obwohl der Film kaum inhaltliche Tiefe bietet und gänzlich ohne Raffinessen aufwartet war man bedacht Themen wie Glauben, Familie und Einsamkeit einzubringen. Letzteres wird ja bekanntlich bei Filmen aus dem hohen Norden sehr oft thematisiert (So finster die Nacht, Raus aus Åmål oder auch Frozen Land), hier wird es sozusagen kindergerecht verpackt, vordergründig bleibt aber ganz klar das Abenteuer. Für mich persönlich ist Timetrip – Der Fluch der Wikinger-Hexe wahrlich keine Offenbarung, sondern eher unterdurchschnittliche Kost die sich höchstens von öden, deutschen Familienfilmen absetzten kann, mehr aber auch nicht.

Timetrip – Der Fluch der Wikinger-Hexe
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