(„Paha maa“ directed by Aku Louhimies, 2005)

Eigentlich bin ich nur zufällig über diesen Film gestoßen, aber nach 130 Minuten Laufzeit muss ich mich fragen warum der Film nicht bekannter ist, obowhl er laut DVD-Schachtel-Aufruck jede Menge Preise abgeräumt hat. Aku Louhimies schaffte hiermit einen interessanten Film über die finnische Gesellschaft und gewährt dem Zuschauer einen durchaus authentischen Einblick in das „Frozen Land“. Es gibt im Grunde keine richtige Story, es handelt sich viel mehr über die Schilderung diverser Lebenssituationen. Da begleitet man anfangs den arbeitslosen Lehrer (Pertti Sveholm), der stockbesoffen seinen Sohn Niko (Jasper Pääkkönen) verstößt. Dieser wiederum wendet sich an seinen Freund Tuomas (Mikko Leppilampi) und dessen Freundin Elina (Pamela Tola). Die beiden planen einen großen Coup: Sie wollen die Bank, bei der Elinas Vater Manager ist, per Hack-Angriff ausrauben. Während das Trio ihren Diebstahl planen, widmet sich der Zuschauer anderen Ereignissen Die beiden Staubsauger- und Shampoo-Vertreter Isto Virtanen (Mikko Kouki) und Teuvo Hurskainen (Sulevi Peltola), die sich gemeinsam nach einen beschissenen Tag in einem heruntergekommenen Motel voll laufen lassen., betreten jetzt die Bühne. Vollbetrunken fahren sie mit Istos gestohlenen Jeep los um „Tussis“ aufzureißen. Sie finden eine ebenfalls betrunkene Dame, doch als diese von Tuevo nichts wissen will und ihn abstoßend findet, verliert der etwas betagte Mann die Kontrolle und erschlägt kurzerhand Isto und die Frau mit einem seiner Staubsauger. Wieder wechselt die Szenerie und man sieht die Welt aus der Perspektive von Hannele Arhamo (Matleena Kuusniemi), einer finnischen Polizistin. Als auf einer ihrer Streifenfahren der Coup von Tuomas & Co fehlschlägt, gerät Hannele in die Verfolgung des Hackers. Diese endet jedoch tödlich, denn die Frau kommt bei der Verfolgung aus versehen unter einem Zug. Tuomas wird geschnappt und für 8 Jahre verurteilt. Hanneles Mann, Antti (Petteri Summanen), ist die Strafe aber nicht genug und schwört sich Rache weil er den jungen Mann für den Mörder seiner Frau hält. Nachdem Anttis Leben ohne seine geliebte Frau total außer Rand und Band geraten ist und ihm seine Kinder die er geschlagen hat, genommen wurden, kommt endlich der Tag, an dem Tuomas freigelassen wird…
Es ist wirklich nicht leicht den Streifen so zusammenzufassen, dass das Resümee dem Film gerecht wird. Es passiert jede Menge und die einzelnen Charaktere haben alle etwas das sie verbindet. Hauptsächlich dreht es sich aber um Alkohol, Armut, Arbeitslosigkeit und Verzweiflung. Über zwei Stunden wird man mit traurigen Schicksalen konfrontiert bis man endlich den Schlussworten von Niko lauschen darf, die doch noch einen Funken Hoffnung aufkommen lassen. Auf jeden Fall wird man sich im Nachhinein bestimmt seine eigene Gedanken machen und sich die wichtige Frage stellen: Macht unser Leben eigentlich einen Sinn? Niko suggeriert dazu eine Antwort, schlussendlich wird dies aber wohl jeder selbst für sich beantworten müssen.

Frozen Land
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