(„The Boondock Saints II: All Saints Day“ directed by Troy Duffy, 2009)

Seit Jahren munkelte man über eine mögliche Fortsetzung des nunmehr 10 Jahre alten Der blutige Pfad Gottes und exakt nach einer Dekade machte Troy Duffy dann auch seine Versprechen war. Dass der damalige Überraschungserfolg wiederholt werden könne schien unwahrscheinlich und so hatte auch ich meine Bedenken, das Erscheinen der Leih-Version bestätigte nun leider meine Vorahnung. Gleich vorweg: The Boondock Saints II: All Saints Day ist keineswegs so schlecht geworden, wie man jetzt meinen möchte, hat dann aber doch mit einigen Schwachstellen zu kämpfen.

Ganz nach dem Motto „back to the roots“ sind die beiden Brüder Conner (Sean Patrick Flanery) und Murphy MacManus (Norman Reedus) mittlerweile von Boston weggezogen, haben ihre Mordinstrumente sicher vergraben und leben nun gemütlich mit ihrem Vater (Billy Connolly) als Schafhirten im grünen Irland vor sich hin. Als aber ein alter Bekannter, ein katholischer Pfarrer aus Boston, von einem kaltblütigen Killer umgelegt wird und dieser die Tat so inszeniert als hätten es die Heiligen – so der Spitzname der MacManus-Brüder – getan werden sie regelrecht aufgefordert ihr altes Handwerk wieder aufzunehmen. Zurück in den USA, stellt sich schnell heraus dass der Priestermord nur ein perfider Plan eines Abkömmlings des Yakavetta-Clans (Judd Nelson) war um Rache an den Henkern seines im ersten Teil theatralisch hingerichteten Verwandten zu nehmen.

Nach und nach führt Duffy uns seine alte neue Figurenlandschaft vor Augen, erklärt uns dass Detective Smecker in der Zwischenzeit gestorben ist und sein Posten sozusagen von der nicht weniger motivierten Special Agent Eunice (Julie Benz) übernommen wurde. Auch Rocco, der italienische Chaot und Helfer der im ersten Teil das zeitliche segnete, wird kurzerhand mit einem verrückten Mexikaner (Clifton Collins Jr.) ersetzt, David della Rocco bekommt dann aber doch noch einen willkommenen Gastauftritt als Moral predigender Geist.

Inhaltlich gibt es kaum Neues zu berichten, die Szenen sind teilweise sogar 1:1 übernommen worden was nicht sonderlich originell wirkt auch wenn Duffy dies offensichtlich ganz bewusst so gemacht hat. Eine adrette und recht frech spielende Julie Benz (ganz ungewohnt nach ihrer Mamma-Rolle in der Serie Dexter) ersetzt so einfach keinen Dafoe, der übrigens auch einen Kurzauftritt bekommt der im Abspann aber nicht vermerkt wird. Die beiden MacManus-Brüder selbst wirken, wie sollte es auch anders sein, viel älter und träge weshalb sie nicht mehr so spritzig daherkommen wie noch im ersten Teil. Die doofen Dauerwitzchen von Flanery nerven sehr schnell und Reedus dackelt dem großen Bruder lediglich hinterher. Das wortwörtlich dritte Rad am Wagen, Collins Jr., empfand ich höchstens als anstrengend. Den humoristischen Part erfüllt er wohl nur wenn man seine Art mag, was auf mich überhaupt nicht zutrifft.

Wie also befürchtet hätte man wirklich besser daran getan den ersten Streich alleine in der Filmgeschichte stehen zu lassen, so wird dieser leider stets den fahlen Beigeschmack eines mediokren Sequels mit sich tragen der zwar zwei Stunden lang unterhält aber summa summarum so unnötig wie ein Kropf war. Troy Duffy’s Fantasie und Ideenpool scheint damit völlig ausgeschöpft zu sein was mich hoffen lässt dass man davon absieht irgendwann noch eine Trilogie daraus zu schustern, die dann wohl nur mehr einen finanziellen Ansporn hätte.

Der blutige Pfad Gottes 2
4.05 (80.91%) 22 Artikel bewerten

4 Responses

  1. C.H.

    War ja in der Tat zu befürchten und ist keine große Überraschung. Schade ist es trotzdem. Werde ihn mir dann in Zukunft vielleicht mal Leihen, um mir selbst ein Bild zu machen. Und unterhaltsam ist er ja wenigstens, geht man nach deinen Worten.

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  2. Candide

    Tu Dir selbst einen Gefallen und gib nicht unnötig Geld für die Fortsetzung aus 😉
    Gelangweilt habe ich mich aber wirklich nicht, höchstens darüber geärgert warum man gewisse Dinge nicht einfach sein lassen kann

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